Katholische Kirche

Ulrike Göken-Huismann bereitet den Katholikentag vor

Der Plan steht: Ulrike Göken-Huismann zeigt, von wo die Besucher den Hauptgottesdienst des Katholikentages am 13. Mai auf dem Schlossplatz in Münster verfolgen können.

Der Plan steht: Ulrike Göken-Huismann zeigt, von wo die Besucher den Hauptgottesdienst des Katholikentages am 13. Mai auf dem Schlossplatz in Münster verfolgen können.

Foto: Niklas Preuten

Goch-Pfalzdorf/Münster.   Ulrike Göken-Huismann bereitet den Zentralen Ökumenischen Gottesdienst beim Katholikentag vor. Bei der Pfalzdorferin wächst die Vorfreude.

Natürlich kennt Ulrike Göken-Huismann als gläubige Katholikin den Münsteraner St.-Paulus-Dom recht gut. Doch seit sie den Zentralen Ökumenischen Gottesdienst beim 101. Deutschen Katholikentag intensiv vorbereitet, sieht die Pfalzdorferin die markante Kathedrale im Zentrum der Stadt mit anderen Augen. Wer steht wo in der Kirche, die am Freitag nach Christi Himmelfahrt um 18 Uhr zum Schauplatz eines der drei großen Katholikentag-Gottesdienste wird? Welche Musik wird wann gespielt? Und warum wird das Taufbecken im Alten Chor eine wichtige Rolle spielen? Seit mehr als einem Jahr beschäftigen Ulrike Göken-Huismann diese Fragen. Die Antworten stehen im 15-seitigen Gottesdienst-Ablaufplan, den sie mit den anderen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft „Liturgie des Katholikentages“ erarbeitet hat.

Für die 56-Jährige ist die Zusammenkunft der Katholiken in Münster ein besonderes Ereignis, weil die Stadt bei ihr ein Heimatgefühl auslöst. „Der Katholikentag findet im Bistum Münster statt, also bei uns“, sagt Göken-Huismann, die auch an der Westfälischen Wilhelms-Universität studierte. „Ich freue mich, dass ich meinen Beitrag dazu leisten kann.“

Geistliche Begleiterin im kfd-Bundesvorstand

Unzählige Telefonate, E-Mails und Stunden im Zug quer durch Nordrhein-Westfalen haben sich seit Jahresbeginn 2017 angesammelt. „Keine Woche ist derzeit wie die andere. Ich genieße das, aber die Vorbereitungen fordern mich auch, weil ich sie ehrenamtlich betreibe“, sagt Ulrike Göken-Huismann, die hauptberuflich als Geistliche Begleiterin im Bundesvorstand der katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) arbeitet.

In dieser Rolle setzt sie sich hartnäckig für mehr Frauenrechte in der katholischen Kirche ein. Deswegen stellt die zweifache Mutter zufrieden fest, dass die Leitung des Zentralen Ökumenischen Gottesdienst paritätisch besetzt ist. Neben dem Münsteraner Bischof Felix Genn und dem Metropolit der griechisch-orthodoxen Kirche von Deutschland, Augoustinos Labardakis, werden Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, und Antje Jackelén gemeinsam die Messe feiern. Letztere ist die lutherische Bischöfin aus dem schwedischen Uppsala, die Papst Franziskus 2016 bei einem historischen Versöhnungstreffen zwischen Katholiken und Protestanten umarmte. Jackelén wird die Predigt in Münster halten. Ein sehr gutes Zeichen, das zum Katholikentags-Leitwort „Suche Frieden“ passe, findet Ulrike Göken-Huismann.

Niederrheinischer Einfluss

Sie wird nicht die einzige Niederrheinerin sein, die den Zentralen Ökumenischen Gottesdienst am 11. Mai mitgestaltet. Otto Maria Krämer aus Straelen wird die Orgel spielen und Weltmusikerin Judy Bailey aus Menzelen-West singen. „Es wird eine Mischung aus klassischer und moderner Musik geben, bei der die Leute mitmachen können. Wir haben zudem eine gottesdienstliche Sprache gewählt, die die Menschen verstehen und die ohne theologische Floskeln auskommt“, sagt Göken-Huismann, die auch in ihrem privaten Umfeld bereits eine Vorfreude auf den Katholikentag bemerkt hat. Aus Goch wird am Samstag ein Bus der kfd nach Münster fahren, wo bereits an Christi Himmelfahrt 4000 Mitglieder von 138 Kirchenchören aus dem Bistum gemeinsam singen werden – darunter auch der Chor von St. Arnold Janssen.

Ulrike Göken-Huismann freut sich auf die bekannten Gesichter, aber auch auf „viele gute Begegnungen mit Menschen, die ich lange nicht mehr gesehen habe“. Der Katholikentag wird das lang ersehnte Ziel eines Weges sein, den die Pfalzdorferin für sich genommen jedoch bereits als Bereicherung empfindet: „Durch die Vorbereitung auf den Gottesdienst lerne ich die anderen Konfessionen noch besser kennen. Man geht immer weiter aufeinander zu.“

Mit einer Tauferinnerung am eingangs beschriebenen Becken im St.-Paulus-Dom soll ein starkes Symbol für die Ökumene gesetzt werden. „Die Taufe einigt alle christlichen Konfessionen“, sagt Ulrike Göken-Huismann.

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