Und sie dürfen doch Fußball spielen 

Kalkar.   Er saß auf der Zuschauer-Tribüne, verfolgte die Diskussion ums Ende des Bolzplatzes am Schwanenhorst – und kann sich eigentlich nicht wirklich wohl in seiner Haut gefühlt haben. Die Rede ist von dem Anlieger, der sich mit anwaltlicher Unterstützung den Kampf gegen ein paar Fußball spielende Kinder auf die Fahne geschrieben hat.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Er saß auf der Zuschauer-Tribüne, verfolgte die Diskussion ums Ende des Bolzplatzes am Schwanenhorst – und kann sich eigentlich nicht wirklich wohl in seiner Haut gefühlt haben. Die Rede ist von dem Anlieger, der sich mit anwaltlicher Unterstützung den Kampf gegen ein paar Fußball spielende Kinder auf die Fahne geschrieben hat.

Und wie es aussieht, hat er (wie berichtet) mit dem erzwungenen Abbau der beiden Tore keinen wirklichen Sieg errungen. Im Gegenteil: Denn wie sich im Rat herausstellte, sind sich Politik und Verwaltung einig: Darin, dass die Kinder genau dort, wo die Jungen und Mädchen bislang Fußball gespielt haben, erst einmal bleiben dürfen.

„Wir werden in den nächsten Tagen das bisherige Schild dort abbauen und ein neues aufstellen: Da steht dann ,Öffentlicher Grünbereich’ drauf“, kündigte Stadtoberbaurat Frank Sundermann im Rat an. Wenn Kinder dort Federball spielen oder gegen einen Ball treten, habe das niemanden zu stören. Vielleicht werde man sogar eigens erwähnen, dass „Betreten erlaubt ist“, ergänzte er im NRZ-Gespräch.

Zwar dürften so erstmal keine Tore aufgestellt werden, „aber vielleicht später wieder“, so der Verwaltungsfachmann. Denn jetzt werde geprüft, ob man genau an dieser Stelle vielleicht einen Bebauungsplan „Bolzplatz“ realisieren könne. Und prüfen will man auch, dort wieder Tore aufzustellen, wenn das ein Lärmschutz-Gutachten hergebe.

Der Rat, der sich auf Antrag der FBK mit dem Thema befasste, nahm die angekündigte Vorgehensweise mehr als wohlwollend auf. Die Empörung über den einen Anlieger, der der Verwaltung über den Anwalt sogar den Kontakt mit der NRZ beim Thema Bolzplatz untersagen lassen will, und noch vieles mehr, kennt keine Grenzen.

„Dem müssen wir die Stirn bieten“, wie Boris Gulan erbost meinte, schloss sich auch Wilhelm Wolters (CDU) an. „Die Tore hätte die Verwaltung nicht sofort abbauen sollen“, ärgerte sich der Unternehmer. Man sollte es auf einen Rechtsstreit ankommen lassen.

Für die SPD ging Birgit Mosler soweit, das angedachte Kunst-Projekt, in dem der besagte Bolzplatz-Anwohner maßgeblich beteiligt ist, in Frage zu stellen. Eine fast 30 000 Euro teure Lärmschutzwand, wie von Günter Pageler angeregt, wurde jedenfalls ausgeschlossen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik