Stadtgestaltung

Valkhof-Turm in Nimwegen kurz vor Realisierung

Der Valkhof-Turm soll rekonstruiert werden. Im Jahr 2005 wurde bereits eine Rekonstruktion erschaffen.

Der Valkhof-Turm soll rekonstruiert werden. Im Jahr 2005 wurde bereits eine Rekonstruktion erschaffen.

Foto: Stadt Nimwegen

Nimwegen.   Nimwegen möchte eine Rekonstruierung des historischen Turmes der Valkhofburg in Angriff nehmen. Jetzt wurde ein Pächter für das künftige Wahrzeichen gefunden

Stef Cuppens ist überzeugt, dass der historische Turm der ehemaligen Valkhofburg in Nimwegen in Kürze rekonstruiert werden kann. Seit Jahren engagiert sich der Nimweger Bauunternehmer für einen Nachbau des einst stadtprägenden Donjon. Nach vielen planerischen, rechtlichen und finanziellen Hürden scheint jetzt die Realisierung in greifbare Nähe gerückt zu sein. Cuppens, Vorsitzender der „Stiftung Donjon“, sagt im Gespräch mit der NRZ, dass er am 1. Januar 2018 den ersten Spatenstich für das neue Nimweger Wahrzeichen setzen möchte.

Bürger sind für eine Rekonstruktion

4,5 Millionen Euro soll der Turm kosten, der an die goldene Vergangenheit der Kaiserstadt erinnern und der Stadt etwas von ihrem alten Glanz wiedergeben soll. Ein Vorhaben, das viele Freunde gefunden hat: 2006 haben bei einem Referendum 60 Prozent der Bürger für einen Wiederaufbau des Turmes gestimmt. „Jetzt werden wir es anpacken“, sagt Cuppens selbstbewusst.

Der Grund für die Euphorie ist die geglückte Finanzierung und ein schlüssiges Nutzungskonzept. Die Stiftung Donjon, die den Bau in Auftrag geben wird und auch die Gelder bereitstellt, hat in der vergangenen Woche einen wichtigen Vertrag mit einem Pächter unterzeichnen können. Die Gesellschaft Haystack wird mit Unterstützung der Unternehmen Heineken und Sligro 15 Jahre lang den Betrieb des Turmes übernehmen und das Gebäude von der Stiftung mieten.

Für Stef Cuppens ist damit ein wichtiger Schritt gemacht. Auf planerischer Ebene muss der Rijksdienst in Den Haag noch grünes Licht für eine Baugenehmigung geben. „Der Valkhofpark ist mittlerweile ein eingetragenes Denkmal“, erklärt Cuppens. Die Errichtung des Donjons muss sich daher an einer genauen Rekonstruktion des ehemaligen Burgturms halten.

Das Aussehen des 43,5 Meter hohen Turmes wurde bereits detailliert von einem Architektenteam und dem Planungsamt der Stadt Nimwegen erforscht und 2013 wurden die Ergebnisse im Stadtrat vorgestellt. Im Laufe der Geschichte wurde der Turm mehrmals verändert. Die meisten bildlichen Zeugnisse stammen aus der Zeit zwischen 1570-1796. Diese Abbildungen reichen, um eine Rekonstruktion vornehmen zu können.

Jan Cuppens erklärt, dass die erste Etage des Turmes mit Tuffstein gemauert wird. Darauf aufbauend werden spezielle Klinkersteine gebrannt, die den damaligen „Klostermokken“ sehr nahe kommen: „Die Steine werden extra für diesen Turm angefertigt“, so Cuppens. „Wenn man von Kleve auf Nimwegen zufährt, wird man den Eindruck eines mittelalterlichen Turmes haben. Je mehr man sich dem Donjon nähert, desto mehr erkennt man auch, dass es sich um eine Rekonstruktion handelt“, so Cuppen. Der Turm wird aus vier Etagen bestehen, die alle unterschiedlich genutzt werden sollen. „Am schönsten wird es sicherlich auf der Dachterrasse. Hier planen wir ein Café. Man genießt dann einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt und das Umland“, schwärmt Cuppen.

Protest gegen den Turm

Die unteren Etagen werden für wechselnde Ausstellungen genutzt. Auch ein Bed & Breakfast-Angebot soll es geben. Wie die einzelnen Ausstellungsflächen genutzt werden, muss noch festgelegt werden. „Uns ist wichtig, dass der Turm für alle zugänglich bleibt und ein neues Aushängeschild für die Stadt wird“, so Stef Cuppens.

Kritik an dem Projekt gibt es natürlich auch: Huub Bellemakers hat mehrere 100 Bürger zu einer Demonstration aufgerufen: „Wir benötigen keinen Disney-Turm und sollten lieber unseren Stadtpark schützen“, so Bellemakers.

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