Schulzentrum

Verärgerte Kalkarer Politik stimmt für die Schulsanierung

Die Hauptschule gehört zum Kalkarer Schulzentrum, dessen Sanierung nun doppelt so teuer wird wie ursprünglich geplant.

Foto: Thorsten Lindekamp

Die Hauptschule gehört zum Kalkarer Schulzentrum, dessen Sanierung nun doppelt so teuer wird wie ursprünglich geplant. Foto: Thorsten Lindekamp

Kalkar.   Im Schul- und Hauptausschuss zeigten sich Kalkarer Politiker aller Parteien verärgert über die Kostensteigerungen bei der Schulsanierung.

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Die Verärgerung in der Kalkarer Politik ist groß. Mit Widerwillen haben Schul- und Hauptausschuss am Dienstagabend die deutlichen Kostensteigerungen für die Sanierung des Schulzentrums zur Kenntnis genommen (wir berichteten) und die Politiker richteten ihre deutliche Kritik an Verwaltung und Architekt Gunnar Ader: „Warum sind diese Mängel nicht schon bei der ersten Begehung aufgefallen?“, wollte ein sichtlich verärgerter Dirk Altenburg vom Architekten wissen. „Ich frage mich auch, wer überhaupt in der Vergangenheit die Brandschau durchgeführt hat, wenn er all diese Mängel nicht beanstandet hat? Diesen Mann möchte ich hier nicht mehr sehen“, so Altenburg.

Wie berichtet, wird die Sanierung doppelt so teuer wie ursprünglich beschlossen: Die Kosten steigen von 1,4 auf 2,7 Millionen Euro. Ursächlich sind vor allem Verbesserungen im Brandschutz, bei der Beleuchtung und der Akustik. Diese Maßnahmen sind gesetzlich notwendig.

Zuständig für 45 000 Quadratmeter Gebäudefläche

Bauoberrat Frank Sundermann zeigte Verständnis für die Verärgerung in der Politik, versicherte aber, dass man diese Brandschutzmängel nicht sofort habe feststellen können. Die Brandschau habe in der Vergangenheit nur ein Mitarbeiter in der Verwaltung durchgeführt. Und dieser sei für 45 000 Quadratmeter öffentlicher Gebäudefläche zuständig, so Sundermann.

Willibald Kunisch (Grüne) wollte dies nicht akzeptieren: „Herr Ader, Sie gehen durch ein Schulgebäude und erkennen nicht, dass die Brandschutztüren 45 Jahre lang nicht ausgetauscht worden sind? Dieses Armutszeugnis, das Verwaltung und Architekt hier vorlegen, kann man nicht weiterempfehlen.“

Günter Pageler (FBK) ist angesichts der aktuellen Bauprobleme am Feuerwehrgerätehaus in Appeldorn skeptisch, ob es bei den 2,7 Millionen Euro bleiben wird: „In der NRZ wird schon von einer Lachnummer in Appeldorn gesprochen. Wir sollten aufpassen, dass das Schulzentrum nicht zu einem Trauerspiel wird.“ SPD-Fraktionschef Walter Schwaya meinte in Anspielung auf die Kostensteigerungen zu Architekt Gunnar Ader: „Da bekommt das Wort ,Aderlass’ eine ganz neue Bedeutung.“

Kein neuer Aufzug vorgesehen

Letztendlich waren sich alle einig, dass das Schulzentrum in Kalkar bestmöglich saniert werden muss. Dazu zählt jetzt, dass die zukünftigen Räume für Gymnasium und Grundschule eine neue Beleuchtung bekommen, dass neue EDV-Kabel gezogen und dass neue Decken für eine bessere Akustik eingebaut werden. Auch die Alarmierungsanlage wird erneuert und die Brandschutztüren werden ausgetauscht.

Nicht im Sanierungskonzept vorgesehen ist ein neuer Aufzug für das Schulzentrum. Auch die bestehenden Räumlichkeiten der Realschule werden baulich nicht verändert. Schulleiter André Bobe stellte lediglich zum Auftakt des Ausschusses zaghaft die Frage, was denn mit seiner Schule ist.

Zu den Sanierungskosten fürs Schulzentrum kommt zusätzlich die Renovierung des Pädagogischen Zentrums. Für diese Maßnahme gibt es einen gesonderten Haushaltsansatz. Die gut 105 000 Euro für die Sanierung der Decke (Holzvertäfelung) wurden bislang noch nicht abgerufen.

>> KOMMENTAR: EINE WICHTIGE ENTSCHEIDUNG

Kalkar steht vor einer der wichtigen Entscheidung. Der Schulausschuss beschloss am Dienstagabend das Konzept für die Sanierung des Schulzentrums in einem Umfang von 2,7 Millionen Euro. Die von der Verwaltung vorgeschlagenen Einsparpotenziale wollte die Politik nicht ausschöpfen, da nach Meinung aller vertretenen Fraktionen eine umfangreiche Sanierung des Schulzentrums jetzt geboten ist. Der Rat wird mit dem neuen Haushalt 2018 über die finanziellen Auswirkungen zu entscheiden haben.

Der zu leistende Eigenanteil in Höhe von 750 000 Euro wird Kalkar schmerzen und trotz der jetzt gewählten „großen Lösung“ ist die Sanierung des Schulzentrums nicht perfekt. Auch wenn Schulleiter André Bobe nicht laut aufschreien wollte, bleibt doch die Frage: Was ist mit der Realschule? Gilt in diesem Gebäudekomplex für Lehrer und Schüler in Sachen Beleuchtung nicht die Arbeitsstättenverordnung? Sollen die Schüler hier mit deutlich schlechteren Akustik-Vorgaben unterrichtet werden? Und die EDV-Verkabelung ist hier etwa auch nicht so wichtig wie bei Gymnasium und Grundschule? Über dieses Problem schweigt sich die Politik in Kalkar bislang noch aus.

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