Kitas

Vertretung für alle Kitas im Kreis Kleve angestrebt

Kitas sollen in Zukunft eine kreisweite Vertretung bekommen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kitas sollen in Zukunft eine kreisweite Vertretung bekommen. Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kreis Kleve.   Kreisweite Vertretung für alle 73 Kindertagesstätten angestrebt. Bisher hat der Kreis Kleve so etwas nicht – das ist eine Ausnahme in NRW.

Vielleicht gelingt es nun im siebten Jahr, einen Elternbeirat von Kindertageseinrichtungen zu gründen. Die Idee gibt es, seit 2011 die gesetzliche Möglichkeit dazu geschaffen wurde. Umgesetzt wurde sie im Bereich des Kreisjugendamtes Kleve nie. „Das stellt in NRW eine absolute Ausnahme dar,“ sagt Markus Koch. Er ist Vater eines Zweijährigen und Mitglied in der Kita-Elternschaft St. Barbara Nütterden. Aus dieser Gruppe heraus folgt nun ein erneuter Vorstoß. Die Elterngruppe will sich nicht auf die eigenen Familien beschränken. Sie hat eine Vollversammlung aller 73 Elternbeiräte von Kindertageseinrichtungen im Bereich des Kreisjugendamtes Kleve – aus den Kommunen Kranenburg, Bedburg-Hau, Kalkar, Uedem, Weeze, Rees, Wachtendonk, Issum, Rheurdt, Straelen und Kerken – avisiert.

Jugendamtselternbeirat soll sich gründen

Ziel dieser Versammlung ist die Gründung eines Jugendamtselternbeirates, um die Elternmitwirkung über den Aktionskreis in der eigenen Kita auf Jugendamtsebene anzuheben. Alle Kitas wurden informiert. „Es ist ungewiss, wie viele sich beteiligen werden“, sagt Koch. Das Gesetz sieht vor, dass 15 Prozent, das wären elf Kindertagesstätten, sich an solch einem Kreis-Elternrat beteiligen müssten. „Im Flächenkreis sicher eine Herausforderung“, glaubt Koch.

Seit sechs Jahren können sich die Elternbeiräte der Tageseinrichtungen für Kinder auf örtlicher Ebene zu „der Versammlung von Elternbeiräten“ zusammenschließen und ihre Interessen gegenüber den Trägern der Jugendhilfe oder auch den Trägern der Tagesstätten selbst vertreten.

Unterstützung durch Versammlungsraum

Das Amt habe keine Absicht, von sich aus auf die Kitas zuzugehen, erfuhr Markus Koch. Aber Unterstützung sage es zu, zum Beispiel durch Bereitstellung eines Versammlungsraumes.

In der geplanten ersten Versammlung sollen die Mütter und Väter einen Jugendamts-Elternbeirat wählen – wie es ihn in rund 90 Prozent der Kommunen in Nordrhein-Westfalen im letzten Kindergartenjahr 2016/2017 gab, recherchierte Koch. Dieser Jugendamtselternbeirat hat die Aufgabe, Interessen der Eltern einrichtungs- und trägerübergreifend zu positionieren. Auch im Jugendhilfeausschuss des Kreises wäre der Elternbeirat beratend vertreten.

Kitaplatz- und Bedarfsplanung

„In den letzten Jahren dürfte ohne das Gremium als Sprachrohr der Eltern einiges aufgelaufen sein“, vermutet die Nütterdener Gruppe. Themen können z.B. die Kitaplatz- und Bedarfsplanung, Probleme bei Öffnungs- und Schließzeiten oder etwa die Inklusion sein. „Ich weiß nicht, welche Fragen die anderen Eltern noch haben. Wir sind für alles offen. Was mich motiviert hatte, war die Frage der Betreuung“, sagt der Nütterdener Vater.

Sein zweijähriger Sohn Arend sollte eigentlich erst in eine behütete Kleingruppe in einer Kindertagespflege besuchen, bevor er als Dreijähriger dann in einen Kindergarten ginge, planten Mama und Papa. Aber zum einen habe man nur das Recht auf Tagespflege, wenn kein Kita-Platz frei ist, und zum anderen ist der Platz in einer Wunsch-Kita dann weg, wenn man bis zum dritten Lebenjahr des Sprösslings warte, machte sich Familie Koch kundig. „Wir hatten darum ernsthaft Sorge.“ Arend kommt zwar nun auch als Zweijähriger prima in St. Barbara klar, aber die Kranenburger Eltern ahnen, dass sie mit solchen Problemen nicht allein da stehen. Die Kita-Eltern sehen auch die Altersmischung in den Gruppen kritisch, wenn immer ein Zweijähriger mehr als eigentlich geplant aufgenommen würde. „Wir hören mal, ob Interesse da ist für solch ein Gremium, ob sich die Themen decken oder neue Themen aufkommen“, sind sie offen. Kontakte zur Gründungsgruppe gibt es nur über die jeweiligen Kindertagesstätten in den elf Kommunen.

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