Stadtplanung

Verwaltungstrakt der Klever Margarine-Union fällt

In der nächsten Woche wird der Verwaltungstrakt der Margarine-Union abgerissen.

In der nächsten Woche wird der Verwaltungstrakt der Margarine-Union abgerissen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Ein Stück Stadtgeschichte geht. Verwaltungstrakt der Margarine-Union fällt nächste Woche

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Die Genehmigungswege sind durchlaufen. Jetzt fällt auch das letzte Stück der alten Stadtgeschichte rund um die Margarine-Union, das zum Abriss vorgesehen war: der blaue Verwaltungstrakt. Der vordere Backstein-Teil der einstigen Industrieanlage bleibt – wie berichtet – als denkmalwertes Gebäude erhalten.

Die Firma Loock, die nach genauem Abrissplan all die anderen Gebäude bereits entkernte und zerlegte, demontiert nun mit dem Bagger auch das Verwaltungsgebäude. „Das sind die Vorarbeiten zum eigentlichen Abriss,“ erläutert Loock-Geschäftsführer Ludger Janhsen. In der nächsten Woche fällt dann das Haus.

Bald ist also von der riesigen Fabrik, die Simon van den Bergh am 20. August 1888 eröffnete und die sich zur größten Margarine-Produktionsstätte Europas entwickelte, nicht mehr viel übrig. An der Stelle des Union-Verwaltungsgebäudes wird der Klever Unternehmer Bernd Zevens ein Seniorenheim errichten. Schallschutz zwischen geplanter Wohnbebauung und den Rama-Produktionsstätten soll ein Parkhaus bieten.

Ein Kevelaerer Immobilienmakler vermarktet derzeit den denkmalgeschützten alte Margarine-Fabriktrakt parallel zum Bahnhof. Maler, Galeristen und Gastronomen sollen dort Räume mieten.

Das Verwaltungsgebäude stammt aus den 60er Jahren. Nach den Boomzeiten zur Jahrhundertwende mit „Rama“ und „Clever Stolz“ (siehe Kasten) erlebte die Union nach Fusion mit dem britischen Lever-Konzern einen erneuten Aufschwung mit cholesterin-schonender Margarine. Der Unilever-Konzern entwickelte die fettarme „Becel“, die sich von der Buchstabenfolge BCL ableitet, die für „Blood Cholesterol Lowering“ (Blutcholesterinsenkend) steht. Auch die Produkte der neuen kalorienreduzierten Marke „Du darfst“ liefen über die Bänder des Klever Werks. Der Erfolg der neuen Produkte ließ das Unternehmen wachsen und machten eine Erweiterung nötig: Seinen 80. Geburtstag feierte das Klever Werk 1968 mit einem großen Fest. Und dabei wurde das neue blaue Verwaltungsgebäude eingeweiht.

Heute besteht auf dem Uniongelände die hochmoderne Produktionsstätte für „Rama Cremefine“. Deren Ausbau-Garantie sorgte zuletzt für Verzögerungen im Genehmigungsverfahren.

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