Neue und alte Kirchenmusik

Vokalensemble Kleve singt Zoltan Kodaly

Das Vokalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde singt unter der Leitung von Thomas Tesche.

Foto: Veranstalter

Das Vokalensemble der Evangelischen Kirchengemeinde singt unter der Leitung von Thomas Tesche. Foto: Veranstalter

Kleve.   Das Vokalensemble der Ev. Kirchengemeinde Kleve führt Zoltan Kodalys Motette „Jesus und die Krämer“ und andere neue und alte Kirchenmusik auf.

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Die Geschichte ist immer wieder gut: Jesus sieht im Tempel von Jerusalem die Händler und Geldwechsler sitzen. Er gerät in Rage, wirft deren Tische um und schlägt sie in die Flucht. Der sonst so sanfte Jesus mal wütend und aggressiv. Ein Stoff wie geschaffen für die musikalische Umsetzung.

Der ungarische Komponist Zoltan Kodaly hat dies mit seiner Motette „Jesus und die Krämer“ gemacht. „Das ist sicherlich eines der anspruchsvollsten und beeindruckendsten Werke für Chor a cappella“, findet Thomas Tesche, Leiter des Vokalensembles der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve. Grund genug, dieses Werk einmal den Kirchenmusik-Freunden am Niederrhein vorzustellen. Am Sonntag, dem 1. Juli, ist es soweit: Dann findet das Konzert um 19 Uhr in der Klever Versöhnungskirche statt.

Das Durcheinander im Tempel

Bei Kodaly hört man das Durcheinander im Tempel, das Geschrei der Händler, den Zorn Jesu und seine Trauer über den Missbrauch des Gotteshauses. „Seine kompositorischen Mittel sind schonungslos“, analysiert Tesche.

Wie immer beschränkt sich Tesche allerdings nicht auf eine bloße Darbietung der Stücke, sondern er hat ein extrem durchdachtes Programm gestaltet. Denn die Kodaly-Motette ist nur eine von drei Motetten des 20. Jahrhunderts, die das Publikum zu hören bekommt. Daneben singt der Chor Ernst Peppings „Gleichnis vom Unkraut zwischen dem Weizen“ und Siegfried Strohbachs „Jesus, der Retter im Seesturm“.

Moderne Vertonungen

Diesen Motetten stellt Tesche drei Motetten von Andreas Raselius zur Seite, die sich jeweils auf dieselben Textstellen in den Evangelien beziehen wie die moderneren Vertonungen. Raselius komponierte am Ende des 16. Jahrhunderts. „Wir haben drei besonders ausdrucksstarke Evangelien-Motetten von ihm ausgewählt“, ist Tesche überzeugt. Kleiner Nebeneffekt: Das Publikum wird ein wenig von der Aufführungspraxis im Gottesdienst des 16. Jahrhunderts mitbekommen. Hierzu hat Tesche einige Orgelwerke des Raselius-Zeitgenossen Christian Erbach ausgewählt, sie sich mit den Motetten abwechseln.

Vier humorvolle Stücke eingebaut

Doch nicht genug damit. Eingebaut hat Tesche nämlich noch vier humorvolle Stücke, die der 2002 gestorbene Arne Mellnäss komponiert hat. Es handelt sich um Extrakte des biblischen Buchs der Sprüche – sie handeln beispielsweise vom Nordwind, von einem zänkischen Menschen, vom Küssen und vom Faulpelz. „Da hört man, wie ein Mensch immer tiefer in seine Kissen sinkt und gähnt“, so Tesche. Zum Gähnen dürfte das Konzert jedenfalls ganz und gar nicht werden – im Gegenteil.

Das Konzert am 1. Juli in der Versöhnungskirche beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, am Ausgang gibt es eine Kollekte.

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