Kleve Unterstadt

Wallgraben wird nicht vorzeitig grün

Das alte Kino Scala (danach Edeka) neben dem Rathaus ist äußere Bebauungskante am Minoritenplatz

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Das alte Kino Scala (danach Edeka) neben dem Rathaus ist äußere Bebauungskante am Minoritenplatz Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.   Minoritenplatz Kleve erneut Thema. Bauleitplanung legt Baufelder fest. Xantener Büro zeigte Fraktionen Idee für mehr Wohnen, weniger Gewerbe

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Nennen Sie ihn doch nicht immer Minoritenplatz. Es ist ein hässlicher alter Parkplatz“, schimpfte Jörg Cosar und erntete herzliches Gelächter seiner Kollegen im Hauptausschuss. Um diesen Platz am Rathaus und der „Scala“ (früheres Kino im orangefarbenen Haus) ging es einmal mehr. Obwohl „er mir langsam auf den Keks geht“, blieb Cosar emotional. Immerhin kennt auch Kämmerer Willibrord Haas die Lösungssuche seit zwölf Jahren.

Vor einem Jahr hatten sich die Politiker geeinigt, erst in eigener Regie per Bauleitplanung die überbaubare Fläche festzulegen, damit nicht wieder Investoren das ganze Gelände mit Riesenklötzen belegen wollen (zuletzt Sontowski). Nun ging es um Gebäudekanten, die maximal zulässig wären. Michael Kumbrink (SPD) bat, nicht nur im Erdgeschoss, sondern auch im ersten Geschoss Gewerbe zulassen, weil beispielsweise Textilanbieter gern zwei Etagen fülle. So wurde beschlossen. Ab dem zweiten Geschoss wird nur Wohnen erlaubt.

Architekten können sich selbstverständlich bewerben

„Anschließend können Investoren sich bewerben“, die unter diesen Rahmenbedingungen in den Baufeldern bauen wollen, so Haas. Anne Fuchs (Offene Klever) hatte die Abstimmung nicht so generell verstanden. Sie ahnte, man wolle den Politikern einen Architektenplan aus Xanten vorenthalten, von dem sie erfahren habe. Der sei genau nach ihrem Geschmack.

Die Xantener „atelier 3 architekten Jungnitsch und Schmidt“ hatten auch die anderen Fraktionen informiert. Petra Tekath (SPD) fand das einen ganz normalen Vorgang, „sie können sich selbstverständlich bewerben“. Daniel Rütter (FDP) fand auch, dass der Plan eines kleinteiligen Viertels mit viel Wohnen, wenig Gewerbe „zu 100 Prozent das erfüllt", was sich die FDP wünsche.

Dann unterlagen die Offenen Klever mit dem Antrag „Einstellung des Verfahrens“ Bebauungsplan Minoritenplatz. „So war das nicht gemeint, wir wollen den nur auf Eis legen, bis die umliegende Bebauung“ auch des Union-Geländes und Xox-Geländes fertig sei, so Fuchs. „Einstellung“ abgelehnt.

„Skulpturenallee“ im breiten Grüngürtel

Die Wallgrabenzone zwischen Spoy und Koekkoekplatz vorzeitig zu erweitern und dort eine „Skulpturenallee“ anzulegen im breiten Grüngürtel, das beantragte die CDU. „Wir wollen dem Bürger vorab zeigen, wie groß der Park ist neben einer bedeutend kleineren Bebauungsfläche“, erklärte Jörg Cosar. „Die Grünfläche wäre ein Genuss“.

Bürgermeisterin Northing erinnerte, dass die vorzeitige Erweiterung der Wallgrabenzone Stellplätze kosten würde, entfallene Parkgebühren müssen gegengerechnet werden. Außerdem, so die Verwaltung, sei zu erwarten, dass eine fertige Skulturenallee später bei einer Bebauung Minoritenplatz der Logistik der Baustellenabwicklung im Wege stünde.

Großteil „Eh-da-Kosten“

Von den veranschlagten 250 000 Euro wären allerdings 165 000 Euro „Eh-da-Kosten“, solche, die „eh da“ sind, sowieso anfallen, nämlich für Asphaltdecke, Teerentsorgung etc., hatte die Verwaltung ermittelt. Die CDU-Idee stieß auf wenig Gegenliebe. Rütter: „Das brauchen wir nicht“. Petra Tekath: „Der zweite Schritt vor dem ersten. Der überbelasteten Bauverwaltung noch einen Prüfauftrag zu geben für etwas, das nicht nötig ist“. Haas schlug vor, Geld mit Sperrvermerk vorzusehen.

Heilquelle, Eiskeller und Brücken im Park

Offenbar gar nicht glauben konnte Wiltrud Schnütgen, Grüne, dass alle Grünen Vorschläge fürs Parkpflegewerk Bestandteil des Konzeptes als handlungsleitende Grundlage für die künftigen Entwicklungen der historischen Gartenanlagen sind. Sie forderte nämlich, endlich zu diskutieren, ob die alte Heilquelle aus Zeiten von „Bad Cleve“ gesucht und nach Nimweger Vorbild als Wasserzapfstelle genutzt werden könne, „schwefel- und eisenhaltig, ob das gesund ist, weiß ich nicht, aber die Leute haben es früher ja auch getrunken“. Und der Eiskeller möge nicht mittel- sondern kurzfristig frei gelegt werden.

Die CDU sagte, auch sie wolle die Brücken erhalten, aber jetzt schon beschließen, „damit wir Fahrt aufnehmen“. All das sei längst Inhalt des Beschlusses, konnte die Verwaltung beruhigen. Jede einzelne Maßnahme werde im Laufe der Haushaltsberatungen besprochen und abgestimmt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik