Wanderer auf neuen Wegen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

GEBÄUDE-MANAGEMENT. Eine neue zentrale Stelle bringt Daten zusammen und ermöglicht Überblick. Wie viele Häuser hat die Stadt? Der neue Leiter erforscht gern das Ungewisse.

KLEVE. Der Liebe wegen kam er nach Kleve, der Liebe und der spannenden beruflichen Aufgabe wegen will er bleiben. Stefan Werner (38) gelernter Bauzeichner, studierter Bau- und Wirtschaftsingenieur mit Erfahrung in Wohnungsbau- und Immobiliengesellschaften, leitet das Gebäudemanangement Stadt Kleve (GSK).

Der Mann, der außer der Antarktis schon alle Kontinente sah und es liebt, mit Rucksack ins Ungewisse aufzubrechen, beschreitet auch in Kleve einen neuen Weg. Er ist Wanderer und Jogger aus Leidenschaft. Gutes Schuhwerk für schnelle Wege. Denn das ist das Ziel des Gebäudemanagements. Alle Daten, die man bisher mühsam aus zehn Abteilungen zusammensuchen musste, zu konzentrieren und nach dem Verursacherprinzip den Kosten zuzuordnen.

"Schnelle Entscheidungswege" verspricht sich Hochbauamtsleiter Manfred Raith davon. Sein Amt geht komplett ins Management über als Kernzelle, der technische Bereich.

Der Rat beschloss diese Woche, dass die Betriebssatzung am 1. Januar in Kraft tritt. Daran, wie sein Arbeitsplatz aussehen soll, arbeitet der "Manager", sprich: der kaufmännische Leiter Stefan Werner aber schon selbst seit August.

Für den kaufmännischen Part zog Stefan Werner von Amt zu Amt: Wie viele Gebäude besitzt die Stadt eigentlich, wie viele sind angemietet, wie viele verpachtet? "Keine ungewöhnliche Frage. Viele große Städte wissen das erst nach Jahren Recherche", erklärt Werner.

Er hat Mitarbeiter in zehn Ämtern interviewt, bei wem wieviel Anteil am Tagesgeschäft auf Gebäudeverwaltung entfällt. 14 Kollegen aus sechs Ämtern wurden ausgewählt, die viereinhalb Stellen im Management zu besetzen.

Wohnungen mit Kohleheizung

Insgesamt hat die neue Einrichtung 71 Mitarbeiter, die alle städtische Bedienstete bleiben. Zu den 71 gehören auch rund 30 Reinigungskräfte und die 23 Hausmeister der 20 Schulen und Schulzentren (siehe dazu Lokalseite 2). Sie bilden Aufgabenbereich drei: die infrastrukturelle Objektbetreuung.

Im Januar, wenn die GSK beginnt, bekommt sie die rund hundert städtischen Gebäude überschrieben. Auch 70 Wohngebäude zählen dazu. Einfache Mehrfamilienhäuser, teils ohne Zentralheizung, eines mit Kohleheizung, bei denen es nicht um Wirtschaftlichkeit geht, sondern die Stadt ihre soziale Verpflichtung auf preiswerten Wohnraum sieht. Dennoch wird langfristig untersucht, ob sie den Besitz halten wolle.

Spannend findet Stefan Werner das "Bench-Marking", den Kostenvergleich einzelner Posten. Er befürwortet die Idee, die im Januar zur Entscheidung kommt: Ob die Gemeinden von Rheinland und Niederrhein einen "Vergleichsring" gründen, der ihre Immobilien gegenüberstellt. 3600 Euro einmalig soll das kosten - und allerdings Arbeitskraft aus den Rathäusern. Das Gebäudemanagement wird durch vier Köpfe geleitet: kaufmännischer Leiter Stefan Werner, Kämmerer Willibrord Haas, Baudezernent Jürgen Rauer, technischer Leiter Manfred Raith. 7,9 Millionen Euro insgesamt wird das Volumen des Gebäudemanagement-Eigenbetriebs umfassen. Nach einem Jahr und all der Datenerfassung weiß man mehr. In 2008 werden 3,1 Millionen Euro investiert.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben