Preise

Wasser gibt es hier gut und günstig

Kleve.   Preislich und qualitativ können nur wenige Stadtwerke den Klevern das Wasser reichen. Hoffmann freut sich über Spitzenplatz beim Tarifranking

Rolf Hoffmann kann sich entspannt zurücklehnen. Der Geschäftsführer der Klever Stadtwerke blickt zufrieden auf die jüngsten Vergleiche für Wasserpreise in NRW und er kann jetzt stolz verkünden, dass seine Stadtwerke erneut in der Spitzenklasse mitmischen. Sowohl qualitativ als auch preislich gibt es nur wenige Konkurrenten, die den Klevern das Wasser reichen können. Hiesige Kunden müssen für 120 Kubikmeter Wasser im Jahr mit 172,44 Euro rechnen. In Altena im Sauerland zahlt man für die gleiche Menge unglaubliche 492,88 Euro und in Emmerich immerhin auch 295,80 Euro.

Gewinn von fünf Prozent

Nichts ist so intransparent wie der Wasserpreis. Rolf Hoffmann möchte daher nicht um den heißen Brei reden und gibt offen zu, dass viele Stadtwerke beim Wassergeschäft ihre Kunden kräftig zur Kasse bitten: „Die Preisspreizung ist teils erheblich und die Preisbildung für Außenstehende absolut intransparent“, sagt er. Der Preis setze sich in der Regel aus einem Arbeitspreis und einem Grundpreis zusammen. In Kleve liegt der Arbeitspreis bei 1,24 Euro je Kubikmeter und der Grundpreis bei 1,97 Euro monatlich. Der Durchschnittspreis betrage im Monat 1,437 Euro je Kubikmeter Wasser. Die Stadtwerke Kleve rechnen mit einem Gewinnaufschlag von fünf Prozent.

Dass die Kunden in Kleve so viel weniger bezahlen als andernorts, habe mehrere Gründe. Durch das saubere Wasser aus dem Reichswald müsse man deutlich weniger Geld für die Wasseraufbereitung ausgeben, sagt Hoffmann. Seit vielen Jahren gebe man zudem jährlich 200 000 Euro für ein Projekt mit Landwirten aus, damit im Einzugsbereich der Brunnenanlagen weniger Nitrateintrag erfolgt. Auch der Kapitaldienst in Kleve sei ausgesprochen günstig: „Wir haben keine Schulden und damit keine Kosten“, sagt Hoffmann. Und wer jetzt denke, dass das Wasserleitungsnetz extrem vernachlässigt worden sei, den müsse er auch enttäuschen: „Ein unabhängiges Gutachten bestätigte uns eine sehr gute Netzqualität“, sagt Hoffmann. „Auch wenn Mitbewerber gerne anderes behaupten. Generell kann man sagen, dass in Deutschland die Wassernetze sehr gut sind.“

Die Aufsicht greift ein

Die Stadtwerke Kleve investieren jedes Jahr acht Millionen Euro in das Netz. Die Sanierung erfolge immer in Verbindung mit Straßenbaumaßnahmen, um die Kosten so gering wie möglich zu halten, so Hoffmann. Die ältesten Leitungen seien bis zu 60 Jahre alt.

Im vergangenen Jahr wurde erbittert um die Wasserkonzession in Kranenburg gekämpft. Die Stadtwerke Goch hätten das Wassernetz schlecht geredet: „Dabei ist das Netz in Kranenburg wesentlich jünger als im Bundesdurchschnitt“, sagt Hoffmann.

Dass die Stadtwerke in Deutschland ihre Kunden abzocken, möchte Udo Jessner, Geschäftsführer der Stadtwerke Emmerich, nicht bestätigen: „Alle Stadtwerke unterliegen der Missbrauchsaufsicht in NRW“. Und wenn man es zu dolle treibe, dann greife diese auch ein. Dass der Wasserpreis in Emmerich deutlich höher liege als in Kleve, habe vor allem mit geologischen Gegebenheiten zu tun: „Wir haben in Emmerich extrem hartes Wasser. In Vrasselt ist es mit einem Härtegrad von 22,5 ja fast schon bissfest“, scherzt Jessner. Ein mittlerer Härtegrad liege bei 12,5 Grad.

Durch die große Investition in das neue Wasserwerk habe man den Wasserpreis anheben müssen – um 50 Cent je Kubikmeter. Dies habe man auch mit der Missbrauchsaufsicht in Düsseldorf durchgesprochen, sagte Jessner. Die Investition in Höhe von 11,5 Millionen Euro sei eine enorme Hausnummer gewesen, so Jessner.

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