Umspannanlage

Westnetz versetzt 74 Tonnen schweren Trafo in Kleve

Der riesige Transformator wurde auf ein Ersatzfahrzeug geladen.

Der riesige Transformator wurde auf ein Ersatzfahrzeug geladen.

Foto: Westnetz

Kleve.  Westnetz bewegte in der Umspannanlage in Kleve einen 74 Tonnen schweren Trafo. Zunächst streikte bei der Aktion jedoch die Technik.

Wochenlang bereiteten die Mitarbeiter der Innogy-Tochter Westnetz die schwergewichtige Aktion für den Umbau der Klever Umspannanlage vor. Bereits seit Freitag der vergangenen Woche stand das Fahrzeug einer Kölner Spezialfirma bereit, das einen 74 Tonnen schweren Transformator innerhalb der Station an seinen neuen Standort transportieren sollte. Die 110.000-Volt-Freileitung war zudem abgeschaltet, eine alternative Versorgung aufgebaut. Und nun zum Start des aufwendigen Transformatorwechsels streikte am Montagmorgen die Technik.

Der 650.000 Euro teure Schwerlastroller, auf dem eigentlich der seit 2017 in Kleve stehende Energiekoloss für einige Meter bewegt werden sollte, funktionierte plötzlich nicht mehr. „Das ist Pech, aber viel wichtiger ist, dass wir keinen Personenunfall während der Arbeiten erleben“, ordnete Westnetz-Projektleiter Jürgen Tünnesen das Problem ein und blieb erstaunlich gelassen angesichts des engen Zeitplans für den Trafowechsel. Mit den Stadtwerken Kleve, die aus der Umspannstation mit 10.000-Volt- und 25.000-Volt-Strom versorgt werden, ist vereinbart, dass die Aktion bereits am Donnerstag abgeschlossen ist.

Ersatzfahrzeuge aus Wesel

„Wir sind am Point of no Return“, stellte Tünnesen fest. Das heißt: Ein Zurück gibt es nicht mehr. „In solchen Situationen braucht man einen Plan B.“ Einige Telefonate später hatte der Projektleiter die Alternative unter Dach und Fach. Aus der Westnetz-Werkstatt aus Wesel wurde ein eigenes Ersatzfahrzeug geliefert, das am Nachmittag Kleve erreichte. So konnte der Umzug des 9,70 Meter langen, drei Meter breiten und 3,75 Meter hohen Transformator zum neu gemauerten Platz weitergehen. Ein baugleiches Modell hatte Westnetz bereits im Juli bei großer Hitze gleich nebenan platziert.

Insgesamt vier Millionen Euro investiert das Energieunternehmen in den schrittweisen Umbau der Klever Umspannanlage. Die 1928 errichtete Station, die damit die achtälteste der einstigen RWE-Gruppe ist, setzte Kleve vor allem wegen des enormen Energiebedarfs der Margarinewerke, von XOX und Bensdorp früh auf die Strom-Landkarte.

Neue Zufahrt wird gebaut

Nun läuft mit großen Schritten die Modernisierung, während der auch zwei neue Trafoplätze für die Stadtwerke vorbereitet wurden. Zudem wurde ein neues Schalthaus gebaut, das dank Digitalisierung vollständig rund um die Uhr vom Westnetz-Standort in Wesel überwacht und bedient werden kann. Zum Umbau der Umspannanlage gehört darüber hinaus eine neue Zufahrt von der Van-den-Bergh-Straße, die zukünftige Schwertransporte erleichtern wird. Bislang müssen diese sich noch auf dem schmalen Weg an der Musikschule Kellen vorbeidrücken.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben