„Willkommen bei der Schullotterie“

Kleve.   Unter der Überschrift „Willkommen bei der Schullotterie – Klever Stadtrat spielt Spiel des Lebens mit 300 Grundschülern“ machten die Mütter und Väter der Schulpflegschaft des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums ihrem Ärger Luft über die gegenwärtige Situation in der Schulpolitik Luft. Wie am Freitag berichtet, dürfte es vielen Eltern nicht möglich sein, ihr Kind nach dem vierten Schuljahr an der gewünschten weiterführenden Schule unterzubringen. Hier der Brief im Wortlaut:

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Unter der Überschrift „Willkommen bei der Schullotterie – Klever Stadtrat spielt Spiel des Lebens mit 300 Grundschülern“ machten die Mütter und Väter der Schulpflegschaft des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums ihrem Ärger Luft über die gegenwärtige Situation in der Schulpolitik Luft. Wie am Freitag berichtet, dürfte es vielen Eltern nicht möglich sein, ihr Kind nach dem vierten Schuljahr an der gewünschten weiterführenden Schule unterzubringen. Hier der Brief im Wortlaut:

„Wer in Kleve schulpflichtige Kinder hat, benötigt schon eine hohe Frusttoleranz und eine große Leidensfähigkeit. Die Schulpolitik in Kleve erscheint doch vielen mehr wie eine Achterbahnfahrt als ein durchdachtes Konzept von schulischen Möglichkeiten. Von hü nach hott, von links nach rechts und dann wieder eine Kehrtwende. Und wir Eltern sollen treu und möglichst still allen Wendungen folgen!

Erst werden gut funktionierende Schulen abgeschafft, dann eine neue Sekundarschule eröffnet und bevor sich diese etablieren kann, wird sie wieder abgeschafft, oder nein, erweitert und umbenannt in Gesamtschule, die aber von Eltern gar nicht gewünscht wurde. Planungssicherheit für die Schülerinnen und Schüler, für Eltern, für Lehrer und Schule: Fehlanzeige! Der Elternwille zählt – nur in Kleve nicht?! Das Affentheater im November in der Diskussion um die Sekundarschule ist uns allen noch sehr präsent.

Der Eindruck eines schlechten Treppenwitzes verstärkt sich jetzt wieder. Da wird der Realschule zugesichert, bei entsprechender Anmeldezahl vierzügig zu laufen, dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium wird es – wie in den letzten Jahren – ebenfalls in Aussicht gestellt und auch die Gesamtschule in Rindern konnte von einer 6-Zügigkeit ausgehen. So ein entsprechender Ratsbeschluss mit einer beiläufigen Ausstiegsklausel.

Und jetzt – die Anmeldezahlen sprechen eine mehr als deutliche Sprache, gelten Zusagen von jetzt auf gleich nicht mehr. - Dass es für etwa 50 Kinder am Ende heißen wird: „Schade, leider verloren, aber auf diese Schule kannst Du jetzt nicht gehen!“

Und dass bis dahin etwa 300 Familien in völliger Unsicherheit darüber gelassen werden, ob ihr Kind nicht eines von 50 ist. Das Losverfahren entscheidet dann, welche Schule es wird? Aber in der Lostrommel befinden sich keine Zettel, sondern junge, „echte“ Menschen, mit deren Biografien bereits jetzt „Das Spiel des Lebens“ gespielt wird: „Gehen Sie nicht über Los, ziehen Sie nicht ....“.

Monatelang haben sich Kinder, Eltern und Lehrer Gedanken über die richtige Schule gemacht. Grundschullehrer haben die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Gutachten dokumentiert und in Gesprächen zur richtigen Schulform beraten. Die weiterführenden Schulen haben beim Tag der offenen Tür ihre Profile und Angebote dargelegt. Die Individualität der Schulen hat bei den Eltern und ihren Kindern zu der Entscheidung geführt, sich an „ihrer“ Wunschschule anzumelden.

All das spielt nun keine Rolle mehr. Das Los entscheidet. Damit nicht genug: Diese Entscheidung wird „Schule machen“, sich etablieren und auch 2018, 2019 und alle folgenden Jahrgänge betreffen.

Die Konsequenz daraus lautet: Achtjährige oder neunjährige Schulzeit? – Das Los entscheidet! Ganztag oder Halbtag? - Das Los entscheidet! Geschwisterkinder auf zwei oder mehr Schulen? – Das Los entscheidet!

Wir fordern: Kein Lotteriespiel mit unseren Kindern! Machen Sie Ihre Entscheidungen rückgängig!“

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