Handwerk

Winkels aus Kleve baut Küchen, Jachten ... und Museen aus

In edler Aufmachung präsentieren „Winkels Interior Design Exhibition“ im Centre Charlemange die Geschichte Aachens interaktiv.  Die Ausstellung ist ein Entwurf von  Dr. Ulrich Hermanns Ausstellungen Medien Transfer GmbH, Münster.

In edler Aufmachung präsentieren „Winkels Interior Design Exhibition“ im Centre Charlemange die Geschichte Aachens interaktiv. Die Ausstellung ist ein Entwurf von  Dr. Ulrich Hermanns Ausstellungen Medien Transfer GmbH, Münster.

Foto: Winkels Interior Design

Kleve.   Das Messebau-Unternehmen „Winkels Interior, Design, Exhibition“ in Kleve stellt sich breiter auf und findet in der Kunst ein Betätigungsfeld.

Sie haben das schöne Museum Schloss Fürstenberg ausgestattet, wo die mehr als 270 Jahre alte Tradition der Porzellanmanufaktur präsentiert wird. Sie tragen mit ihrem Know-how entscheidend zum neuen Gesicht des Centre Charlemagne in Aachen bei. Im neuen Stadtmuseum werden die Geschichte Aachens und die Rolle, die Karl der Große dort spielte, multimedial erzählt. Seit einigen Jahren schon gestaltet das Klever Unternehmen „Winkels Interior – Design – Exhibition“ Museumsräume nach kunsthistorischen Aspekten und Anforderungen, vor allem aber in hochwertiger Qualität.

Vor 57 Jahren gegründet, befasst sich das Messebau-Unternehmen an der Klever Boschstraße seit Jahrzehnten mit der Gestaltung und Fertigung dreidimensionaler Ausstellungspräsentationen für Premiummarken wie Dornbracht oder BMW. Winkels setzte auch den Auftritt bei der IAA (Internationale Automobil-Ausstellung) für den chinesischen Fahrzeughersteller Chery Automobile Shanghai in Szene. Große Namen, die auch weiterhin eine Rolle spielen.

Doch: „Der Messebau ist nicht mehr unser einziger Wirkungsbereich“, sagt Geschäftsführer Benedikt Winkels. Zum einen sei der Wettbewerb inzwischen einfach größer geworden, zum anderen hätten Messepräsentationen heute weniger Stellenwert bei den Ausstellern.

Vorbei seien die Zeiten, in denen der Pressetag beim Genfer Automobilsalon das Highlight des Jahres war. „Viele Unternehmen nutzen zur Werbung anstelle von Messeauftritten eher digitale Kommunikationskanäle“, so Winkels.

Die Klever entwickelten deshalb mit ihren 75 festangestellten und 200 freien Mitarbeitern neue Konzepte und suchten sich neue Betriebsfelder.

Neben dem individuellen Ausbau von Küchen, Innenräumen und Jachten bietet das Unternehmen eben auch die Ausstattung von Museen an. Für das 2014 eröffnete Aachener Stadtmuseum gewann die Klever Firma eine Ausschreibung – das war der Einstieg in eine neue Sparte. Und in ein ganz anderes Arbeiten. Natürlich werde auch in diesem Bereich hochwertige Arbeit vorausgesetzt, so Winkels.

„Termine einhalten, das ist unsere Messe-DNA“

Anders als bei Messen aber spiele der Faktor Zeit hier eine ganz andere Rolle. „Termine einhalten, das ist unsere Messe-DNA, die wir auch beim Museumsausbau leben“, weiß der Geschäftsführer. Bei Messen sei das schließlich ein ganz entscheidendes Kriterium. Die Museen, für die die Klever bisher gearbeitet haben, hätten das zu schätzen gewusst. So seien die „Botanika“ in Bremen, die Landesgartenschau in Landau oder die „Westfälischen Salzwelten“ in Bad Sassendorf pünktlich zum geplanten Termin fertig gewesen.

An wesentlich längere Prozesse gewöhnen

Generell aber bedeute die Zusammenarbeit mit Museen eine ganz andere Herangehensweise. „Es ist ein interessantes Arbeiten“, sagt Winkels, „auch wenn die wesentlich längeren Prozesse für uns neu sind.“ So habe man für den Bau des „Sudetendeutschen Museums“ in München schon Weihnachten 2015 den Zuschlag bekommen, die Eröffnung sollte drei Jahre später stattfinden. „Jetzt ist sie für November geplant.“ Nicht die beauftragten Unternehmen, sondern vielmehr politische Aspekte stehen hier der Umsetzung wohl (noch) im Weg.

Andere Verarbeitungsprozesse fürs Holz

Anders ist bei den musealen Ausbauten auch der Umgang mit dem Material. Für das eher kurzlebige Messegeschäft würden die Oberflächen des verarbeiteten Holzes ganz anders behandelt als für die Möblierung eines Museums, erklärt Winkels. „Wir treffen auch eine ganz andere Auswahl, wählen andere Verarbeitungsprozesse.“ Eine enge Zusammenarbeit pflegt das Klever Unternehmen mit den Münsteraner Museumsplanern um Dr. Ulrich Hermanns.

„Qualität fällt auf, überzeugt und setzt sich durch“

Als Standbein will Benedikt Winkels den Museumsausbau noch nicht bezeichnen. Das Messegeschäft im Frühjahr sei eine verlässliche Sache. „Museumsbau ist das nicht, was die Auftragslage angeht.“ Dennoch „ist es eine attraktive Sparte, mit der wir uns durch hochwertige Qualitätsarbeit bewerben und weiterempfehlen können.“ Denn eines sei klar: „Qualität fällt auf, überzeugt und setzt sich langfristig durch.“

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