Kleve

„Wir sind nicht voll handlungsfähig“

Jürgen Rauer fehlt zurzeit ein schlagkräftiges Team.

Jürgen Rauer fehlt zurzeit ein schlagkräftiges Team.

Foto: WAZ FotoPool

Kleve.   Wartezeit für Bauherren ein bis zwei Jahre. Baudezernent beklagt starken Personalmangel

Das war ein Alarmruf. Kleves Baudezernent Jürgen Rauer machte in der gestrigen Ratssitzung auf die personelle Situation im Bauamt aufmerksam: „Wir sind zurzeit nicht voll handlungsfähig“, offenbarte Rauer gestern den Stadtververordneten. In der jüngsten Vergangenheit hätten drei Mitarbeiter das Haus verlassen, so dass Bauanträge liegen bleiben. „Wir haben riesige Probleme, das alles zeitlich abzuarbeiten“, so Rauer. So lägen zurzeit 30 bis 50 Anträge von privaten Bauherren vor, die nicht bearbeitet werden können. Die Wartezeit könne ein bis zwei Jahre betragen. „Wir schaffen es einfach im Augenblick nicht.“

Rauer verdeutlichte, dass es aktuell eine eingearbeitete Mitarbeiterin gebe, die auch bald das Amt verlassen werde. Eine weitere Kraft sei jetzt erst seit drei Monaten da. Sie werde nur noch von einer Teilzeitkraft unterstützt. Die junge Mitarbeiterin werde dann bald mit drei Monaten Dienstzeit die dienstälteste sein.

Rauer rechnet damit, dass er erst gegen Ende des Jahres wieder ein eingearbeitetes Team haben werde.

Natürlich habe man sich auch gefragt, warum so viele Mitarbeiter gehen. Rauer: „Wir haben hier viele spannende Projekte gemacht. Die Kollegen haben viele Überstunden gemacht und es reicht oft nur eine Bewerbung und sie sind weg.“ In eine höhere Position und mit besserer Bezahlung. Auch die Reflektion der Arbeit in der Öffentlichkeit spiele ein Rolle, sagt Rauer: Für das Stadtentwicklungskonzept hätten die Mitarbeiter teilweise bis in die Nacht gearbeitet. Eine fehlende Anerkennung sei da absolut kontraproduktiv.

Die Klever Verwaltung hat bereits entsprechende Stellen öffentlich ausgeschrieben.

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