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Wohnen auf dem Wasser wird jetzt in Kleve-Kellen erlaubt

Wohnen auf dem Wasser auf diesem See in Kleve-Kellen.

Wohnen auf dem Wasser auf diesem See in Kleve-Kellen.

Foto: Astrid Hoyer-Holderberg

Kleve.  Und zwar zu Forschungszwecken. Vier neue Siedlungsflächen für Kleve werden im Entwurf des Regionalplans Düsseldorf genehmigt.

Sechs neue Wohnbauflächen hatte die Stadt Kleve beantragt, vier davon sind im geänderten Regionalplan Düsseldorf jetzt genehmigt worden – und vielleicht folgt noch eine fünfte, wenn der Öffentliche Nahverkehr in Reichswalde ausgebaut wird. Darüber informierte die Verwaltung den Bauausschuss.

Welche Größe an Häusern wo umgesetzt wird, wird Kleve über sein „Kommunales Handlungskonzept Wohnen“ festlegen, das im gleichen Ausschuss einstimmig über die Bühne ging. Es entstand in „aller Akribie“, so Baudezernent Jürgen Rauer, und plant die Entwicklung und Verdichtung einzelner Quartiere.

100 neue Flächen „Mehr Wohnbauland am Rhein“

Unter dem Stichwort „Mehr Wohnbauland am Rhein“ sieht der Entwurf Regionalplanänderung rund Hundert neue Flächen auf etwa 1500 Hektar als zusätzlichen Allgemeinen Siedlungsbereich vor. Das „Flächenranking“ dafür lief über ein Jahr zusammen mit den Städten und Gemeinden.

Kleve kann neues Wohnbauland zum Beispiel in Materborn ausweisen. Dabei handelt es sich um einen Flächentausch. Denn das Sportzentrum entsteht im eigentliche „Siedlungsbereich“, südlich davon, zwischen Sportplatz und Am Forsthaus, darf nun künftig für Wohnzwecke gebaut werden. Kleves gleichlautender Wunsch war zuvor im Flächennutzungsplanverfahren (FNP) abgelehnt worden – jetzt aber klappt’s.

Ebenfalls im FNP als „nicht möglich“ eingestuft, wird nun aber in Kellen „Wohnen auf dem Wasser“ erlaubt. Ein See nordwestlich des kompakten Siedlungsbereichs, zwischen Briener Straße und Steinstraße, ist zurzeit als gewerbliche Fläche ausgewiesen. Er soll als Forschungs- und Pilotprojekt für Wohnen auf dem Wasser dienen und wird nun trotz des flüssigen Untergrunds als „Wohnbaufläche“ ausgewiesen.

Ebenfalls in Kellen ist die Hooge Hurdt bisher auf einer Seite bebaut, bis vor den Friedhof können nun einige wenige Häuser auch auf der andere Seite entstehen.

Am südwestlichen Rand von Rindern am Feuerwehrgerätehaus wird eine Fläche als Bauland zugelassen. „Das werden wir noch nicht kurzfristig entwickeln“, blickte Baudezernent Jürgen Rauer voraus. Man wolle den Landschaftsbezug zur Düffelt noch nicht sofort aufgeben, sondern erst, wenn wirklich Bedarfe entstehen. Eben wegen dieses Landschaftsbezuges zur Düffelt wurde ein weiterer Antrag für Rindern, nördlich oberhalb der Begegnungsstätte, von Düsseldorf abgelehnt. Kleve akzeptiert das.

Reichswalde braucht erst eine bessere Busanbindung

Nur vorerst nicht genehmigt wird eine Siedlungserweiterung in Reichswalde hinter der Schule. Speziell wegen der fehlenden Infrastruktur, also der mangelnden Busanbindung, bekam dieser Bereich nicht genügend Punkte in der Rankingliste. Kleve meldete bereits in Düsseldorf an, dass gerade für Reichswalde ein Konzept zur besseren Dorfanbindung entwickelt werde.

Klaus-Werner Hütz (Grüne) fragte an, ob die Verwaltung mit Vertretern der Fraktionen einen Workshop veranstalten könne, um zu erkennen „welche Stellschrauben“ die Politik bei der städtebaulichen Entwicklung nutzen kann. Das sagte Jürgen Rauer „sehr gern“ zu.

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