Karneval

Altweiberumzug Drolshagen: Großer Jubel für Jutta Nebeling

Jutta Nebeling (Mitte) war überwältigt von der Ankündigung, dass sie die Silberne Ehrennadel erhalten soll.

Jutta Nebeling (Mitte) war überwältigt von der Ankündigung, dass sie die Silberne Ehrennadel erhalten soll.

Foto: Josef Schmidt / WP

Drolshagen.  Der Dräulzer Altweiberumzug lockte wieder mehrere tausend Jecke auf die Straßen der Rosestadt. Auch SAM ließ grüßen.

Er war zwar nicht da, aber irgendwie doch. SAM, das neue E-Mobil, hatte sich in die närrische Rede des Dräulzer Bürgermeisters Uli Berghof geschlichen, der vor der Übergabe seines Rathausschlüssels an die „Jecke Family“ zum Besten gab: „SAM kurvt durch unsere Straßen, dreht fleißig am Rädchen, Südwestfalen - autonom und mobil, ist er nicht süß, unser Kleiner, und auch so grazil.“

Neben dem Elektromobil spielte aber karnevalistisches, besser gesagt eine große Karnevalistin die Hauptrolle: Jutta Nebeling, die nach fast drei Jahrzehnten das Steuer auf der Kommandobrücke der Dräulzer Weiberfastnacht abgeben wird (wir berichteten), jubelte letztmals von ihrem Präsidiumswagen aus der Mitte des Umzuges der gut aufgelegten Menge zu.

Bürgermeister Berghof überrascht

Überrascht wurde sie vom Bürgermeister, der unter großem Jubel der lauschenden Jecken ankündigte, zum nächstmöglichen Zeitpunkt gemeinsam mit den Fraktionen zu beantragen, ihr die neu ins Leben gerufene Silberne Ehrennadel zu verleihen. Die Dräulzer Obernärrin war sichtlich überwältigt wie überrascht. Ein verdienter Lohn für viele Jahre verantwortliche Arbeit im Ehrenamt.

Drolshagener feiern den Altweiberumzug
Drolshagener feiern den Altweiberumzug

Selbst Petrus wollte anlässlich des letzten Umzuges von Jutta Nebeling als Präsidentin nicht dazwischen funken und ließ es bei einem kurzen Schauer bewenden. Die jecken Weiber sorgten vor mehreren tausend Besuchern für einen farbenfrohen Umzug unter dem Motto „Brexit hin, Brexit her, Dräulzer Weiber sind niemals quer“.

Singender und mahnender Jochen Ritter

28 Zugpunkte, davon 16 Motivwagen, und schier unendlich viele toll kostümierte Weiber heizten den Zuschauern ein.

Neben SAM konnte Uli Berghof übrigens noch etwas anderes Neues präsentieren. Da sein Vertreter Rainer Lange krankheitsbedingt fürs Podium neben dem Rathaus ausgefallen war, hatte sich Berghof landespolitischen Ersatz, MdL Jochen Ritter, an seine Seite geholt. Ritter bat die Narren, kurz innezuhalten und an die Opfer des Anschlags in Hanau zu denken sowie grundsätzlich gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme im Umgang miteinander walten zu lassen.

Zum guten Schluss hatte er Gelegenheit, gemeinsam mit Uli Berghof seine gesanglichen Qualitäten unter Beweis zu stellen und auch als Olper den Refrain des Dräulzer Stadtliedes über die Lippen zu bringen: „...Drolshagen, Du bist einfach schön..“

Konfettikanone der Kracher

Unter den zahlreichen Motivwagen sorgte die Gruppe Gut Schluck für etwas Neues im Umzug. Es wurde geschossen, zum Glück aber nicht mit scharfer Munition, sondern mit Konfetti, so dass die Umgebung der Kanone immer wieder in einen bunten Regen getaucht wurde. Eine gute Idee jedenfalls. Der stattliche Wagen wurde verziert mit dem Spruch: „Gut Schluck schießt Konfetti ab, drum sind wir happy die ganze Nacht“.

Die Netten Gecken gaben sich als Drolshagener Super-Gecken und imitierten so manche Superhelden, die im TV mit mysteriösen Kräften gegen das Böse kämpfen. Das war in Drolau aber gar nicht nötig - nur fröhliche und friedliche Menschen, so, wie es sich für die närrische Zeit gehört.

Mobiles Spielcasino

Einen sehenswerten Wagen präsentierten auch die „Spätzünder“ um Yvonne Gentzsch, die mit einem mobilen Spiel-Casino und einer überdimensionierten Roulettescheibe die Blicke auf sich zogen. Selbst die Röcke der Gruppenmitglieder waren im Roulette-Design gehalten.

„Gerhardus Power“ um Kerstin Templin und Christina Giesler bemühten Zauberkräfte, um ganz Drolshagen zu verzaubern, über den Schilderwald in Draulzen frotzelte der FC Immerfroh, bevor die Thekentänzer übers Asphalt-Parkett rauschten.

Ghostbusters

Das Team von „Flaschenputtel“, eine neue Gruppe im Dräulzer Zug-Geschehen, griff ebenfalls in die magische Ideen-Kiste. Sie erweckten die „Ghostbusters“ zum Leben.

Aber auch die Sekundarschule, die Höhner, Lila Ladies, „Kranke Schwestern“ oder die Dollenweiber ließen sich nicht bitten und sorgten für lustige Kostüme und Farbtupfer.

Was wäre ein närrischer Umzug ohne die Klänge fröhlicher Blasmusikanten: Der Fanfarenzug Lieberhausen traf ebenso die richtigen wie schmissigen Töne wie der Spielmannszug Olpe oder die Spielleute aus Reichshof und die Lokalmatadoren der Drolshagener Feuerwehrmusiker.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben