Adventsausstellung

Attendorn: JVA-Ausstellung lockt mit rund 5000 Holzartikeln

Freuen sich auf die Adventsausstellung in der JVA Attendorn: René Patrick S., JVA-Leiter Ulf Borrmann, Ludger Schröder (Leiter der Arbeitstherapie Holz) und JVA-Mitarbeiter René Kaulen (von links).

Freuen sich auf die Adventsausstellung in der JVA Attendorn: René Patrick S., JVA-Leiter Ulf Borrmann, Ludger Schröder (Leiter der Arbeitstherapie Holz) und JVA-Mitarbeiter René Kaulen (von links).

Foto: Flemming Krause / WP

Attendorn.  Am Sonntag, 1. Dezember, werden den Besuchern wie jedes Jahr zum Advent wieder die Türen geöffnet. Es warten rund 120 verschiedene Produkte.

Am liebsten, sagt René Patrick S., baut er Weihnachtskrippen zusammen. Der gelernte Koch findet allerdings auch an den kleinen Holzschweinchen, die sich ideal als Schlüsselanhänger eignen, großen Gefallen. Hauptsache aus Holz. „Bei diesen Arbeiten haben wir viel mehr Gestaltungsfreiraum als beispielsweise bei der Arbeit im Garten“, sagt der Mann, der seit Anfang des Jahres im Offenen Vollzug der JVA Attendorn einsitzt.

Der Inhaftierte freut sich darüber, ein Teil jener Mannschaft zu sein, die das ganze Jahr über an der Werkbank steht und verschiedenste Holz-Produkte herstellt. Vom Schaukelpferd über den Puppenwagen bis hin zur Kindersitzbank und zur Lokomotive: Das Produktportfolio lässt kaum einen Wunsch offen.

120 verschiedene Produkte

Wer darauf mal einen genaueren Blick werfen will, der bekommt am Sonntag, 1. Dezember, wieder Gelegenheit dazu: Dann nämlich lädt die Justizvollzugsanstalt zwischen 12 und 17 Uhr wieder zur traditionellen Adventsausstellung ein, die es mittlerweile seit etwa 30 Jahren gibt.

Rund 120 verschiedene Holzprodukte, um die 40 Biegepuppen und zig Holzfiguren (insgesamt ca. 5000 Holzartikel) bekommen die Besucher zu Gesicht und natürlich auch zum Verkauf angeboten. Der Erlös kommt dem Ausbau und der Förderung der arbeitstherapeutischen Beschäftigung der Inhaftierten, also Leuten wie René Patrick S., zugute. Denn klar ist: Umsatz macht das Gefängnis mit dem Verkauf der verschiedenen Holzartikel nicht, auch wenn diese Zahlen 2017 bei 56.000 Euro und 2018 bei 62.000 Euro lagen. Dem steht jedoch der hohe Personal- und somit Kostenaufwand gegenüber. Um den Umsatz geht es auch gar nicht, erklärt JVA-Leiter Ulf Borrmann: „Wir wollen die Inhaftierten hier langsam an die wirtschaftliche Arbeit heranführen. Unser Fokus liegt darin, sie zu beschäftigen. Wir wollen ihnen eine Struktur und einen Arbeitsrhythmus geben.“ Die Häftlinge bekommen dafür einen Lohn, der zum Großteil jedoch zurückgehalten wird für die Zeit nach dem Gefängnisaufenthalt.

Lärche aus dem Sauerland

Offensichtlich funktioniert das Prinzip. „Manchmal bin ich selbst überrascht, was bei den Arbeiten herauskommt“, gesteht Ludger Schröder, Leiter der Arbeitstherapie Holz. Täglich arbeiten er mit bis zu 39 Inhaftierten, die nicht in einem Betrieb außerhalb der Gefängnismauern unterkommen. Bei deren Arbeit findet ausschließlich Lärchenholz aus den Wäldern des Sauerlands Verwendung. Also beste Qualität. Das ist der klare Anspruch.

So entsprechen die Artikel den Spielzeugnormen, die Oberflächen sind lackiert, die vorgefrästen Teile werden geschliffen und erst dann verbaut. Die Inhaftierten arbeiten dabei nach einem Bausatzverfahren. „Sie bekommen, wenn man so will, eine große Tüte mit allen Utensilien und legen los“, erklärt Schröder. Mitunter profitiert das gesamte Team vom eigenen Know-How. So arbeite laut Schröder derzeit ein gelernter Lagerist mit, der den Überblick im Kommissionierungslager behält. Aber auch „fachfremde“ Inhaftierte wie René Patrick S. setzen sich jeden Tag an die Werkbank. Um Weihnachtskrippen, Holzschweinchen und andere Spielzeuge herzustellen.

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