Karneval

Attendorner Zugleiter über seinen letzten Karneval im Amt

Zum fünften und letzten Mal ist Christopher Huperz (hier in der Wagenbauhalle) in diesem Jahr als Zugleiter für die Karnevalsumzüge verantwortlich.

Zum fünften und letzten Mal ist Christopher Huperz (hier in der Wagenbauhalle) in diesem Jahr als Zugleiter für die Karnevalsumzüge verantwortlich.

Foto: martin droste / WP

Attendorn.  Christopher Hupertz ist 33 Jahre alt und Zugleiter der Karnevalsumzüge in Attendorn. Am Veilchendienstag leitet er den Zug zum letzten Mal.

Seit fünf Jahren ist Christopher Huperz für den Veilchendienstagszug und den immer größer werdenden Kinderumzug an Rosenmontag verantwortlich. Nach den Umzügen 2020 hört Huperz auf, auf der Jahreshauptversammlung dann auch als Vizepräsident der Karnevalsgesellschaft „Die Kattfiller“. Bis dahin hat der Chef der Wagenbauer aber noch eine Menge zu tun.

Der Veilchendienstagszug 2020 ist der letzte, den Sie verantworten. Mit welchen Gefühlen blicken Sie dem 25. Februar entgegen?

Christopher Huperz: Mit gemischten Gefühlen. Zum einen bin ich immer froh, wenn der Tag ohne Probleme verlaufen ist und ich in die „Sommerpause“ einsteigen kann. Zum anderen fällt es mir schwer, da die Arbeit mit den vielen Menschen und dem ganzen Drumherum immer sehr viel Spaß bereitet hat.

Ihr erster Veilchendienstagszug als Zugleiter musste wegen des Dauerregens vorzeitig aufgelöst werden. Was haben Sie damals gedacht?

Ganz ehrlich? (grinsend) Jetzt wird man mich schneller wieder von dem Posten entfernen, als mir lieb ist. Aber nein, auf das Wetter habe ich letztlich keinen Einfluss. Der Start war so miserabel, dass es nur besser werden konnte.

Fünf Jahre Zugleiter und Wagenbauer-Chef: Warum hören Sie auf?

Es liegt nicht an der vielen Arbeit oder den vielen unterschiedlichen Menschen. Es hat in der Vergangenheit Differenzen innerhalb des Vorstandes gegeben, so dass ich mich entschlossen habe, mein Amt in andere Hände abzugeben. Die Zusammenarbeit passt einfach nicht mehr.

Hatten Sie bei ihrem Amtsantritt damit gerechnet, dass das Thema „Sicherheit“ so eine Bedeutung im Karneval haben würde?

Ja. Da ich bereits vor meinem Amtsantritt in die Themen eingebunden war, wusste ich, worauf ich mich einlasse. Die Zusammenarbeit mit Behörden und Verwaltung hat immer reibungslos und unterstützend funktioniert. Es ist letztlich ein Geben und Nehmen auf allen Seiten.

Können Sie das Wort Sicherheitskonzept überhaupt noch hören?

Das Thema Sicherheit und entsprechende Konzepte gehören in dieser Größenordnung einfach dazu. Wenn man mitspielen will, muss man sich darauf einlassen. Es ist keine Schikane, es trägt letztlich zu einer strukturierten Abwicklung bei. Das Konzept hat aktuell 77 Seiten, da wir es in den letzten beiden Jahren verschlankt haben. Aufgrund von Änderungen und Hinweisen wird es aber vermutlich wieder wachsen in den nächsten Jahren.

Kann man so eine wichtige Aufgabe wie die Verantwortung über die Sicherheit überhaupt noch neben seinem normalen Job erledigen?

Das ist schwer zu sagen, es ist schon grenzwertig. Durch meinen Job habe ich die Möglichkeit, auch mal „zwischendurch“ etwas zu erledigen. Die Idee für die Zukunft muss eine Verteilung auf mehrere Schultern sein. So wie an vielen anderen Stellen in unserer Gesellschaft.

Auch die Wagenbaugruppen müssen in puncto Sicherheit immer mehr leisten. Macht es irgendwann keinen Spaß mehr, am Veilchendienstagszug mitzumachen?

Das glaube ich nicht. Unsere Teilnehmerzahlen sprechen für sich. Wir halten die Zahl der Wagen konstant und die haben immer mehr Teilnehmer. Wir werden dieses Jahr mit 2165 Zugteilnehmern den größten Zug auf die Beine stellen. Es gibt in jedem Hobby unangenehme Dinge, die akzeptiert werden müssen. Bisher ziehen die Wagenbaugruppen mit.

Sie sind über die Karnevalstage pausenlos im Einsatz. Können Sie überhaupt noch Karneval feiern?

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich nehme mir aktuell die Freiräume und genieße beispielsweise unsere Herrensitzung ohne Aufgaben. Das Hobby muss Spaß machen, dann klappt es auch mit dem Feiern, egal wann und wo.

Gibt es schon einen Kandidaten für Ihre Nachfolge und was wünschen Sie ihm am meisten?

Es gibt einen Kandidaten, der mich auch schon bei den Vorbereitungen unterstützt und sich einarbeiten kann. Ich will versuchen, mein Wissen und die Erfahrung, so gut es geht, weiterzugeben. Diese Position ist nicht „mal eben“ zu übernehmen. Ich wünsche ihm die gleiche Unterstützung aller Seiten und die Freude und das Wissen, etwas Großartiges auf die Beine zu stellen.

Was machen Sie nach dem Veilchendienstag, wenn alles problemlos über die Bühne gegangen ist?

Ich lasse es auf mich zukommen. Bisher habe ich aufgrund der vielen Vorbereitungen noch keine Ideen für das Danach. Erstmal müssen die Umzüge laufen und ohne Vorkommnisse zu Ende gebracht werden. Der Rest ergibt sich von selbst.

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