Pandemie

Corona: Finnentroper ist erstes Todesopfer im Kreis Olpe

Der Mann hatte mehrere Vorerkrankungen.

Der Mann hatte mehrere Vorerkrankungen.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Kreis Olpe.  Ein mit dem Coronavirus infizierter 78-Jähriger aus Finnentrop ist gestorben. 127 Menschen sind im Kreis Olpe mit dem Virus infiziert.

Im Kreis Olpe gibt es im Zusammenhang mit der Corona-Krise den ersten Todesfall. Ein 78-Jähriger aus Finnentrop, der positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, ist am Montag in der Helios Klinik Attendorn verstorben. Der Mann litt unter multiplen Vorerkrankungen.

„Diese Nachricht macht mich sehr traurig“, erklärte Landrat Frank Beckehoff. „Ich wünsche den Angehörigen viel Kraft in dieser schweren Zeit.“

In diesem Zusammenhang dankte der Landrat Ärzten, Schwestern und Pflegern im gesamten Kreisgebiet, die sich unermüdlich im Kampf gegen die Virusinfektion und ihre Folgen einsetzen.

Landrat appelliert an die Bevölkerung, weiterhin Zuhause zu bleiben

Angesichts des tragischen Todesfalls appellierte Beckehoff noch einmal eindringlich an die Bevölkerung mitzuhelfen, die Infizierung mit dem Virus zu verlangsamen. Im Interesse der Corona-Risikogruppen und der Behandlungskapazitäten der Krankenhäuser müsse es gelingen, die Geschwindigkeit der Virusausbreitung entscheidend zu verlangsamen. Daher gelte mehr denn je, die sozialen Kontakte auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und möglichst zuhause zu bleiben.

Im Kreis Olpe befinden sich zurzeit neun am Virus erkrankte Personen in stationärer Behandlung. Vier von ihnen sind so schwer erkrankt, dass sie intensivmedizinisch betreut werden. Wegen der bisher wenigen stationären Fälle verfügen die heimischen Krankenhäuser noch über ausreichende Kapazitäten. In den meisten Fällen weisen Patienten auch im Kreis Olpe nur leichte oder mittlere Symptome auf, so dass sie sich ohne Schwierigkeiten zu Hause auskurieren können.

Zahl der Corona-Infizierten ist am Wochenende weiter angestiegen

Mittlerweile gibt es im Kreis zudem 127 infizierte Menschen, 34 mehr als noch am Freitag. Diese Zahlen teilte der Kreis am späten Montagnachmittag mit.

In den vergangenen drei Wochen wurden insgesamt 723 Corona-Abstriche genommen und ins Labor geschickt. Sobald ein positives Testergebnis vorliegt, ermittelt das Gesundheitsamt die jeweiligen Kontaktpersonen. „Über 1.500 Personen wurden so in den letzten Wochen vom Gesundheitsamt angerufen und nach der jeweiligen gesundheitlichen Situation befragt. Sofern ein enger persönlicher Kontakt zu einer infizierten Person besteht, wird ebenso wie für die infizierte Person bereits am Telefon eine Quarantäne angeordnet“, erklärt der Landrat.

Insgesamt wurden bisher 952 Personen in Quarantäne geschickt, über 500 Personen konnten diese bereits wieder verlassen. In Summe liegen bis heute 127 positive und 427 negative Testergebnisse vor. Bei 168 Tests steht das Ergebnis noch aus.

Landrat rechnet mit weiter wachsenden Fallzahlen

Der Kreis Olpe richtet sich bei der Anordnung der Testung grundsätzlich weiterhin nach den vom Robert-Koch-Institut vorgegebenen Kriterien. „Diese Kriterien sind in der vergangenen Woche erweitert worden. So werden z.B. nun auch alle Personen getestet, die in medizinischen oder pflegerischen Bereichen arbeiten, wenn bei ihnen Krankheitssymptome auftauchen. „Allerdings stehen weder genügend Personal noch Testmaterial zur Verfügung, um bei jeder Person mit Atemwegserkrankungen einen Abstrich zu nehmen“, so Frank Beckehoff. Ob sich hier in den nächsten Wochen oder Monaten noch Veränderungen ergeben, werde sich zeigen.

Der Landrat rechnet damit, dass auch in den nächsten Wochen die Fallzahlen weiter ansteigen werden. „Die Verbreitung des Virus können wir nicht aufhalten. Wir hoffen aber, dass sich durch die seit vergangener Woche geltende Kontaktsperre die Verbreitung verlangsamt“, so Frank Beckehoff. „Ich appelliere deshalb nochmals an Alle: Halten Sie sich an die Regelungen. Umso schneller können wir die Krise bewältigen.“

>>> ZUSAMMENARBEIT MIT EINEM WEITEREN LABOR

  • In den ersten beiden Wochen stiegen die Fallzahlen nur mäßig an. Dies lag allerdings vor allem darin begründet, dass die Wartezeit auf die Laborergebnisse bis zu sieben Tage betrug.
  • „Seit vergangener Woche arbeiten wir mit einem weiteren Labor zusammen, das uns nun sehr zügig die Ergebnisse liefert. Dies erklärt den sprunghaften Anstieg der Fallzahlen zum Ende der vergangenen Woche. Die steigenden Fallzahlen spiegeln aber auch wider, dass wir inzwischen über ausreichende Kapazitäten bei der Abstrichentnahme verfügen“, so der Landrat.
  • Mindestens 120 Tests pro Tag können dank der Unterstützung des Deutschen Roten Kreuzes in den beiden Abstrichstellen in Olpe und Lennestadt genommen werden
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben