Am Buscheid

Drolshagen: Anwohner wegen Baum-Insel sauer auf die Stadt

Karl Vogel ist stinksauer auf die Stadt: Die Bauminsel vor seinem Haus Am Buscheid 17 ragt ihm zu weit in die Garageneinfahrt. Bei den Anliegerversammlungen habe es die Bauminsel in den Plänen noch nicht gegeben. Er fühlt sich, wie sein Nachbar auf der gegenüberliegenden Seite, Christoph Lütticke, vorgeführt.

Karl Vogel ist stinksauer auf die Stadt: Die Bauminsel vor seinem Haus Am Buscheid 17 ragt ihm zu weit in die Garageneinfahrt. Bei den Anliegerversammlungen habe es die Bauminsel in den Plänen noch nicht gegeben. Er fühlt sich, wie sein Nachbar auf der gegenüberliegenden Seite, Christoph Lütticke, vorgeführt.

Foto: Josef Schmidt / WP

Drolshagen.  Karl Vogel und Christoph Lütticke aus in Drolshagen beklagen sich über das Vorgehen der Stadt. Vor einer Grundstückszufahrt steht jetzt ein Baum.

Karl Vogel und Christoph Lütticke aus dem Buscheid in Drolshagen sind sauer. Sauer und wütend auf die Stadt Drolshagen, die sich wiederum keiner Schuld bewusst ist. Im Mittelpunkt des typischen Streitfalles „Bürger gegen Verwaltung“ steht ein Baum, derzeit eher noch ein Bäumchen, genauer gesagt eine zierliche Hainbuche. Gerade erst gepflanzt, als Zankapfel aber schon prädestiniert. Denn das Bäumchen steht mitten in einer Verkehrsinsel, die in die Garageneinfahrt von Karl Vogel ragt. Nicht so, dass Vogel nicht mehr in seine Einfahrt käme, aber genau so weit, dass er sich massiv darüber ärgert.

Was war passiert? Die Stadt Drolshagen hatte schon vor Jahren beschlossen, den Buscheid auszubauen. Unstreitig hat es zwei Anlieger- und Informationsveranstaltungen gegeben, eine am 8. Juni 2017, die zweite am 16. Oktober 2017. Karl Vogel beteuert: „Ich war bei beiden Versammlungen anwesend. Und in den vorgestellten Plänen sind alle Bauminseln entlang der Fahrbahn zu erkennen gewesen, aber der Inselstandort vor meinem Haus war nicht dabei.“ Nachbar Christoph Lütticke bestätigt das: „Das ist das, was mich am meisten ärgert.“

Unsicheres Auftreten

Karl Vogel (65) ärgert sich aber auch über das Verhalten der Stadtverwaltung an dem Tag, es sei der 11. Oktober 2019 gewesen, als die Baum-Insel von der zuständigen Baufirma angelegt worden sei: „Ich bin sofort zum Bauamt gefahren, doch dort hat man mir nur gesagt, der Bürgermeister sei im Urlaub.“

Kurios aus Sicht Vogels: „Der Arbeiter der Baufirma hat mir gesagt, er hätte die Insel von sich aus schon einen Meter von unserer Einfahrt weggerückt, mehr dürfe er aber nicht.“

Vogel versicherte im Gespräch mit unserer Redaktion, er habe sich bei seinem Protest in der Bauverwaltung nicht ernst genommen gefühlt. Nach zwei Schlaganfällen wirke sein Auftreten unsicher, habe an früherer Durchschlagskraft verloren. „Das war früher anders. Ich war über 40 Jahre Polizist, davon die meiste Zeit in Attendorn.“

Berghof: Mehrheit hat entschieden

Christoph Lütticke (die Namensgleichheit zum Drolshagener Bauamtsleiter ist rein zufällig), wohnt genau gegenüber von Vogel, Am Buscheid 12. Auch er fühlt sich durch die umstrittene Bauminsel beeinträchtigt: „Autos können neben dem Haus auf der Fahrbahn nicht mehr parken. Der Baum macht das unmöglich.“

Karl Vogel, der bereits seit Ende der 70er Jahre in seinem Haus Am Buscheid 17 wohnt, sieht im Übrigen gar keine Notwendigkeit für die angestrebte Verkehrsberuhigung: „Hier ist noch nie etwas Gravierendes passiert.“

Bürgermeister Uli Berghof erklärte auf Anfrage, der Fall sei bekannt und im zuständigen Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt sowie im Stadtrat beraten worden: „Die Mehrheit hat entschieden, dort nichts zu ändern.“

Verkehrsberuhigende Torwirkung

Matthias Quast vom Bauamt der Stadt wies ebenfalls daraufhin, dass die Ausbauplanung inklusive aller Baumstandorte in öffentlichen Sitzungen des zuständigen Ausschusses vorberaten und im Stadtrat beschlossen worden sei. Dadurch werde unter anderem an dieser Stelle eine verkehrsberuhigende „Torwirkung“ erzielt.

In einem Brief an die Protestführer hatte er Ende Oktober 2019 erklärte, der jetzt kritisierte Standort sei zweckmäßig, aus verkehrstechnischen und gestalterischen Gründen. In die Fahrbahn integrierte Bäume dienten auch der Auflockerung.

Karl Vogel: „Ich habe auch überhaupt nichts gegen die Bäume, nur nicht an dieser Stelle.“

Leserkommentare (2) Kommentar schreiben