Shuttle-Bus

Drolshagen: Überwachung für Elektro-Shuttle SAM

Mit einem "Joystick" kann Alfons Wigger den Bus SAM manuell steuern.

Mit einem "Joystick" kann Alfons Wigger den Bus SAM manuell steuern.

Foto: Sophie Beckmann / WP

Drolshagen.  In ein paar Wochen ist es soweit: SAM dreht seine erste offizielle Runde. Allerdings immer mit einem Operator an Board, der für Sicherheit sorgt

Ein Art „Gong“ ertönt, als Alfons Wigger den Schlüssel dreht und den Bus SAM startet. Um seinen Hals hängt ein großes, gelbes Steuergerät. „Es ist ähnlich wie ein Joystick. Damit kann man den Bus vorwärts, rückwärts und nach rechts und links steuern“, erklärt Panagiotis Loukaridis. Gemeinsam mit Eike Friedrichs und Stefania Reith trainiert er die angehenden Operatoren (übersetzt: Betreiber). Alfons Wigger ist einer davon. Insgesamt gibt es vier Operatoren, die ab dem 17. Februar mit SAM unterwegs sind. Sie überwachen die Fahrt und können bei Problemen, Störungen oder gar Notfällen einschreiten.

Das Training

Das Tor öffnet sich, und Alfons Wigger fährt Bus SAM auf den großen Platz vor dem DRK-Zentrum. Währenddessen baut Stefania Reith auf dem Gelände einen kleinen Parcours aus Stäben und Flaschen auf. Dann geht es auch schon los. Die erste Aufgabe: der 63-Jährige muss Sam durch den Parcours lenken. Mithilfe des Joysticks, eingebauten Sensoren und Kamera gelingt ihm das auf Anhieb sehr gut.

Im zweiten Schritt muss Wigger aus dem Bus aussteigen und neben SAM herlaufen, während er den Bus gleichzeitig durch den Parcours lotst. Natürlich übt der 63-Jährige gemeinsam mit den Trainern auch das Einparken. In eine wirklich kleine Lücke muss Alfons Wigger den Bus mithilfe des „Joysticks“ lenken. Das erfordert etwas Geschick und Geduld.

„Er macht das wirklich gut“, sagt Panagiotis Loukaridis. Am Dienstag hatten alle vier Überwacher ihren ersten Trainingstag. „Ich mache das wirklich nur aus Spaß. Es ist toll, neue Technologien begleiten zu können und Neues zu lernen“, sagt Wigger. Sehr schwierig sei das Ganze allerdings nicht. Trotzdem sagt der 63-Jährige: „Wie alles im Leben, muss man auch das lernen.“ Und er lernt schnell. Auch die Trainer sind begeistert. Neben dem praktischen Teil bekommt er von Stefania Reith auch Wissen über die Systeme, Knöpfe und Sensoren vermittelt.

Das System

Bus SAM ist mit drei Systemen ausgestattet. Eins befindet sich auf dem Dach. „Dort sind zwei Lidar-, also Laser-Sensoren angebracht“, erklärt Loukaridis. Diese messen die Umgebung ab und erkennen so Abstände. Das Ganze spiegelt sich im Shuttle auf einer 3D-Karte wieder. Diese ist auf zwei Bildschirmen zu sehen und ersetzt somit Seiten- und Rückspiegel, erklärt Stefania Reith. Bus SAM arbeitet ebenfalls mit GPS-Daten, die zur fehlerfreien Steuerung nötig sind. Das dritte System ist von außen sehr gut sichtbar. An den vier „Ecken“ von Sam sind schwarze Rundungen zu sehen – das sind ebenfalls Sensoren, die Hindernisse erkennen. „Würde uns ein Rad- oder Autofahrer schneiden, würde das Shuttle sofort bremsen.“ Danach müsse es dann wieder manuell eingeschaltet werden, damit es weitergeht.

Die Fahrt

In der Regel fährt SAM komplett automatisch. Doch für Ernstfälle oder auch kleinere Probleme, wie im Weg stehende Autos, ist immer ein Betreiber im Bus. „Die Sicherheit muss gegeben sein“, sagt Panagiotis Loukaridis. Der Operator muss nicht nur achtsam sein und die Fahrt überwachen, sondern das Shuttle auch manuell zum Startpunkt an der Kampstraße fahren. Da Bus SAM mehr Platz braucht als ein normales Auto, wurde in manchen Drolshagener Straßen zeitweise ein Parkverbot eingeführt. So darf beispielsweise in der Humboldtstraße von 8.30 bis 16.30 an gewissen Stellen nicht mehr geparkt werden. In der Benolper Straße hingegen wurde ein neues Tempolimit festgelegt: 30 km/h statt 50 km/h heißt es nun. Reith, Loukaridis und Friedrichs sind mit den angehenden Überwachern mehr als zufrieden. „Es macht viel Spaß, besonders weil alle sehr interessiert sind“, sagt Panagiotis Loukaridis, und die anderen beiden stimmen ihm zu.

Auch in Lennestadt wird das Elektro-Shuttle SAM noch seine Runden drehen. Allerdings erst gegen Mitte des Jahres (voraussichtlich Juni). Zuvor ist SAM vier Monate in Drolshagen unterwegs. Starttermin ist der 17. Februar gegen 13 Uhr. Die Strecke führt von der Kampstraße, über die Humboldt- und die Schillerstraße zum Herrnscheider Weg und wieder zurück über Schiller- und Humboldtstraße, dann über die Benolper Straße (K 36) zur Gerberstraße. Immer an Board: einer der vier Überwacher.

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