Mobilfunk

Kirchhundem: Empörte Bürger machen mobil gegen Funkmasten

Sendeanlage auf einem Hausdach.

Sendeanlage auf einem Hausdach.

Foto: KLEINRENSING, Michael / WP Michael Kleinrensing

Hofolpe/Kirchhundem.  Im Bauausschuss der Gemeinde Kirchhundem machten Hofolper Bürger ganz klar deutlich: Ein Mobilfunkmasten mitten im Wohngebiet - nicht mit uns.

Viele Hofolper, besonders die Anlieger der Kampstraße, sind derzeit nicht gut auf die Gemeinde Kirchhundem zu sprechen und machten dies am Donnerstagabend in der Sitzung des Bauausschusses sehr deutlich.

Ausschussvorsitzender Paul Kleffmann musste mehrmals streng durchgreifen, damit die Diskussion, an der sich die empörten Bürger munter beteiligten, nicht aus dem Ruder lief. Am Ende waren die 15 Anlieger erst einmal zufrieden. Der Mobilfunkmasten, den die Deutsche Telekom auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Kampstraße bauen möchte (wir berichteten), wird wohl nicht gebaut werden.

Die meisten Bürger hatten von dem Vorhaben aus der Zeitung erfahren und waren schon deshalb mit reichlich Wut im Bauch in die Sekundarschule gereist. „Eine solche Anlage wird mit einer permanenten Strahlenbelastung verbunden sein. In der Kampstraße leben auch Kinder, die das Recht haben, gesund aufzuwachsen“, fasste Martina Lüdtke die Sorgen der Bürger zusammen. Ist der Masten erst einmal da, werde er später aufgerüstet. „Herr Reinéry, wir fühlen uns überrumpelt und übergangen“, sagte sie in Richtung Bürgermeister Andreas Reinéry. Denn der Beschlussvorschlag an den Ausschuss klang eindeutig. „Dem Antrag auf Errichtung einer Mobilfunkstation wird zugestimmt und das erforderliche Einvernehmen erteilt.“

Der Erklärungsversuch von Baubereichsleiter Björn Jarosz, dass die Gemeinde aus rein bauplanungsrechtlichen Gründen das Einvernehmen erteilen müsse, dies aber nichts mit der endgültigen Genehmigung zu tun habe und die Gemeinde als Grundstückseigentümer das Heft in der Hand behalte, fand nur wenig Zustimmung. Die Bürger, unterstützt von der SPD, pochten darauf, den Beschlussvorschlag abzulehnen.

Letztlich einigten sich die Gemeindevertreter auf einen Kompromissvorschlag des Ausschussvorsitzenden. Eine Entscheidung wurde bis zur Ratssitzung im Juni vertagt. Bis dahin soll die Verwaltung prüfen, welche rechtlichen Konsequenzen die Ablehnung des Einvernehmens haben würde. Außerdem empfiehlt der Ausschuss dem Gemeinderat, einen Nutzungs- bzw. Gestattungsvertrag zum Aufstellen des Masten nicht abzuschließen. Nur die beiden Vertreter der SPD stimmten dagegen. So wird sich die Telekom einen neuen Standort suchen müssen, voraussichtlich im Außenbereich.

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