Tischler-Innung

Kreative Ideen für Schmuckstücke aus Holz

Udo Wicker, Joachim Langer und Jörg Kuhlmann(v.on links) am Barschrank von Julian Stracke, der zu den drei Besten Gesellenstücken zählt.

Udo Wicker, Joachim Langer und Jörg Kuhlmann(v.on links) am Barschrank von Julian Stracke, der zu den drei Besten Gesellenstücken zählt.

Foto: WP

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Kreis Olpe. Wenn Udo Wicker, Vorsitzender des Prüfungsausschusses der Tischlerinnung, Jörg Kuhlmann, Gesellenbeisitzer, und Joachim Langer, Berufsschullehrer, zur Tat schreiten, werden die Gesellenstücke genau inspiziert.

In diesem Jahr bewertete das Trio die eigens gefertigten Werke von neun jungen Leuten, die ihrer Fantasie freien Lauf ließen und mit eigens gefertigten Möbelstücken auch beim letzten Teil der Prüfung gut abschnitten.

100 Arbeitsstunden

Für die Fertigung ihrer Gesellenstücke standen den Azubis 100 Arbeitsstunden zur Verfügung. Gefragt waren Einfallsreichtum, Kreativität und Qualität. Für die Bewertungskommission sind Fertigungsqualität in Maß und Form ebenso entscheidend wie die Genauigkeit bei der Übereinstimmung mit der zuvor angefertigten Zeichnung.

Beim Gang durch die Ausstellung im WohnGut „Osterseifen“, die bis zum 3. Juli auch für die Öffentlichkeit geöffnet ist, wird eins deutlich: „Manche Stücke sind in der vorgegebenen Zeit nicht zu fertigen, andere eher einfach „gestrickt“, wie Udo Wicker einräumt.

Von den neun ausgestellten Werken fallen drei besonders ins Auge. Der Sammlerschrank für Bergsteiger aus Kernesche und Eiche, gefertigt von Henrik Kraume. Der Junior der Schreinerei Burkhard Kraume in Würdinghausen, der seine Ausbildung bei der Firma Johannes Jürgens in Attendorn absolvierte, stellt eine gelungene Synthese aus Massivholz, dem Matterhorn aus Corian und einer LED-Akzentbeleuchtung dar.

In den Seilen

Henrik Kraume bringt damit seine Liebe zum Bergsport und sein Handwerk in sehenswerten Einklang. Die Front wird vom Matterhorn dominiert, dessen Silhouette sich genau in den Kern der Esche einfügt. Der Korpus hängt sprichwörtlich „In den Seilen“. Er ist an Klemmkeilen, die im Bergsport zur Sicherung dienen aufgehängt. Im Inneren ist der Korpus beleuchtet. Dort ist Platz für Karabiner und Eispickel. Kleinteile wie Taschenmesser, Kompass, Höhenmesser und Karten finden im Innenschubkasten Platz. Bei der Holzauswahl entschied sich Henrik Kraume bewusst für heimische Holzarten.

An dem Schreibtisch aus Wenge und Eiche von Fabian Feldmann, der sein Handwerk ebenfalls bei Johannes Jürgens in Attendorn erlernte, ist eindrucksvoll die Massivholzverarbeitung als Dreischichtplatte, verbunden mit einem perfekten Verlauf der Massivholzstruktur, erkennbar.

„So etwas Außergewöhnliches schafft nur das Handwerk“, sind sich die Juroren einig. Hervorzuheben ist auch der Barschrank aus Esche/Kernesche von Julian Stracke. Bei diesem Gesellenstück fügt sich eine rustikale Massivholzbohle mit Waldkante mittig in zwei Barschränke mit sehr schönem, horizontalem Verlauf der Holzmaserung ein. Die eingenuteten Glas­scheiben dienen als Ablage für Gläser.

Bei aller Freude über die Fantasie und Qualität der Gesellenstück bedauerten die Juroren, dass die Ausbildungsquote im Tischler-Handwerk gering sei.

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