Gesamtschule

Schulart Gesamtschule bleibt in Finnentrop bestehen

Es bleibt alles beim Alten: Die Bigge-Lenne-Gesamtschule wird in ihrer Schulart – zumindest vorerst – weiter Bestand haben. Das bestätigt Bürgermeister Dietmar Heß.

Es bleibt alles beim Alten: Die Bigge-Lenne-Gesamtschule wird in ihrer Schulart – zumindest vorerst – weiter Bestand haben. Das bestätigt Bürgermeister Dietmar Heß.

Foto: Flemming Krause

Finnentrop.  Wegen fehlender Schülerzahlen besteht seit Längerem eine Ausnahmeregelung. Träger und Aufsichtsbehörde einigen sich auf Fortbestand.

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Vor wenigen Tagen fuhr Dietmar Heß, Bürgermeister der Gemeinde Finnentrop, nach Arnsberg, um dort mit der Bezirksregierung, bekanntlich die Schulaufsichtsbehörde, über den Fortbestand der Bigge-Lenne Gesamtschule zu sprechen. Dabei haben sich die Arnsberger und Heß als Vertreter des Schulträgers darauf verständigt, dass sich nichts ändern wird.

„Wir werden an dem Schultyp Gesamtschule festhalten“, bestätigte der Bürgermeister auf Nachfrage dieser Redaktion. Und Christoph Söbbeler, Pressesprecher der Bezirksregierung, ergänzte: „Solange der Schulträger keine Entscheidung für eine andere Schulform trifft, handelt es sich um eine Gesamtschule.“ Ergo: Es bleibt, wie es ist. Der Sprecher ergänzte, dass die Bezirksregierung jederzeit dem Schulträger beratend zur Seite stehe – eine Entscheidung über die Schulart jedoch nicht in Arnsberg getroffen werde.

Anmeldephase im Februar

Vor allem die Eltern, deren Kindern möglicherweise von einer Grundschule auf die Finnentroper Gesamtschule im Sommer kommenden Jahres wechseln möchten, haben nun endgültig Klarheit. Denn bereits in wenigen Wochen, von Mitte bis vermutlich Ende Februar 2020, findet die Anmeldephase für das kommende Schuljahr statt.

„Wir wollen verhindern, dass wir die Eltern enttäuschen. Deswegen haben wir diese Entscheidung jetzt klar gezogen“, argumentiert Heß. Hoffnungen, dass möglichst viele Noch-Viertklässler an die Gesamtschule wechseln, mache ihm der Tag der offenen Tür, der kürzlich stattfand und sehr hohen Zulauf erfuhr. Genau dieses Argumente liefert auch Thorsten Vietor, kommissarischer Leiter der Gesamtschule: „Der Tag der offenen Tür war überragend. Allerdings sehen wir die Früchte unserer Arbeit erst dann, wenn die Anmeldephase vorbei ist. Aber wenn sich dieser Andrang auf die Anmeldezahlen niederschlägt, dann müssen wir uns keine Sorgen mehr über die Gesamtschule machen.“

Hintergrund der Diskussion ist, dass die Gesamtschule seit Jahren die geforderte Schüleranzahl, die es für die Schulart Gesamtschule braucht, nicht erreicht.

Vielleicht auch gymnasiale Oberstufe

Denn laut Schulgesetz NRW sollten Gesamtschulen im Land in der Sekundarstufe I, also von Klasse fünf bis zehn, pro Jahrgang vier Parallelklassen mit je 25 Schülern stellen – in Summe pro Jahrgang also 100 Schüler. An diese Zahl kommen die Finnentroper nicht heran. Ein kleiner Beweis aus der jüngeren Vergangenheit: Zum Beginn der Schuljahre 2016/17 und 2018/19 wechselten weniger als 80 Kinder zur Gesamtschule nach Finnentrop, 2017/18 waren es etwas mehr als 80.

Die Folge: Die Gesamtschule existiert dank einer Ausnahmeregelung der Schulaufsichtsbehörde.

Ob es zudem einen erneuten Versuch gibt, eine gymnasiale Oberstufe in Finnentrop einzurichten, dazu wollte sich Heß noch nicht weiter äußern, denn: „Das ist eine spannende Frage, die ich aber heute nicht beantworten kann.“ Wenn jedoch genügend Kinder Interesse signalisieren, dann wäre die Möglichkeit durchaus gegeben. Dabei dürfe man aber nicht vergessen, dass einige Jugendliche nach der zehnten Klasse in eine Ausbildung gingen oder auf eine andere Schule wechselten.

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