Schauspieler

Attendorner spielt bei „Schloss Einstein“ ein Ekelpaket

Jonas Kaufmann aus Attendorn hat seine zweite Staffel bei Schloss Einstein abgedreht. Er kann auch „böse“.

Jonas Kaufmann aus Attendorn hat seine zweite Staffel bei Schloss Einstein abgedreht. Er kann auch „böse“.

Foto: Foto: Josef Schmidt / WP

Attendorn.  Jonas Kaufmann gehört auch in der 23. Staffel zur Stammbesetzung der Serie „Schloss Einstein“. Nach dem Abi will er im Filmgeschäft bleiben.

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Eigentlich ist Jung-Schauspieler Jonas Kaufmann der geborene Strahlemann. Aber, und das spricht für seine mimischen Fähigkeiten, er kann auch anders. Auf Knopfdruck beispielsweise einen Gesichtsausdruck auflegen, der einem James-Bond-Bösewicht alle Ehre machen würde. Genau diese Fähigkeit konnte Jonas, den ich mit seinen 16 Jahren noch bedenkenlos duzen darf, in der Rolle des Till Hainzinger beim Kika-Format „Schloss Einstein“ gut einsetzen: „In der vergangenen Staffel habe ich ein ziemliches Ekelpaket gegeben“, grinst der Attendorner Gymnasiast. „Der Till Hainzinger hat es den Neuankömmlingen im Sportgymnasium Erfurt ganz schön schwer gemacht.“

22. Staffel 2019 ausgestrahlt

Till Hainzinger, das war die Rolle von Jonas Kaufmann in der 22. Staffel der Jugendserie, die 26 Folgen hatte und vom 1. April bis 8. Mai immer am frühen Nachmittag auf Kika zu sehen war. Eine von vielen kleinen Geschichten: Der berüchtigte Till heizt den Neuankömmlingen von Schloss Einstein gehörig ein, die gezwungenermaßen aus ihrem bisherigen Internat aufs Sportgymnasium Erfurt umziehen mussten und darüber alles andere als erfreut sind.

Erneutes Engagement

Dass Jonas seine Rolle offenbar glaubhaft gespielt hat, beweist sein erneutes Engagement als Till für Staffel 23, die in diesem Jahr gedreht worden ist und ab März 2020 zu sehen sein wird.

„Vor vier Wochen fiel die letzte Klappe“, sagt Jonas und sieht auch ein bisschen erleichtert aus. Die Doppelbelastung Schule/Dreharbeiten haben ihn gefordert. Dennoch: Wenn er vom Set spricht, kriegen seine Augen einen eigentümlichen Glanz: „Mein Wunsch, einmal etwas in dieser Branche zu machen, hat sich schon verfestigt“, räumt er ein, dass ihn die „Bretter, die die Welt bedeuten“ irgendwie in ihren Bann gezogen haben. „Gar nicht mal unbedingt als Schauspieler. Noch mehr würde mich reizen, vielleicht selbst Filme zu machen“, sagt er: „Gesellschaftskritisches, Dokumentarisches. Filme sind dazu da, etwas zu verändern, die Welt besser zu machen.“

Schwierig könnte es indes werden, wenn er sich denn mal entscheiden muss: „Am liebsten würde ich alles machen, Schauspieler, Kameramann, Regisseur.“ Gerade die Aufgabe des Kameramannes sei ungeheuer interessant: „Er ist die Schnittstelle zwischen Regie und Schauspieler.“

Erwachsener geworden

Jonas ist ein Jahr älter geworden, seitdem wir mit ihm über die Dreharbeiten 2018 zu seiner ersten Staffel gesprochen haben. Und er ist ein ganzes Stück erwachsener geworden. Zum Glück, ohne seinen Kleiner-Junge-Charme verloren zu haben. Für einen Nachwuchs-Schauspieler nicht die schlechteste Entwicklung.

Beigetragen dazu hat ganz sicher sein Engagement bei Schloss Einstein: „Ich hab dort enorm viel gelernt, hatte über die fünf Monate ein halbes Dutzend Regisseure, und von jedem konnte ich etwas mitnehmen.“

Die Erfahrung aus dem Jahr 2018 half ihm: „In manchen Situationen hatte ich schon etwas Routine, habe schneller begriffen, was die von mir wollten.“

Lob von der Schwester

Dass Jonas alles gut verkraftet hat, dafür sorgt auch seine Familie. Schwester Lea (19) schaut während unseres Gesprächs kurz rein und lobt den „kleinen Bruder“: „Ich find’s cool, dass er es gemacht hat. Ich hätte mich das in dem Alter nicht getraut.“

Auf die späteren Ziele nach der Schule angesprochen, zögert der Elftklässler des St. Ursula-Gymnasiums keine Sekunde: „Das Abi steht für 2021 auf dem Terminplan, bin ja noch ein G 8-er.“

Grundsätzlich scheint ihn aber jugendliches Fernweh zu plagen: „Danach geht’s mit dem Rucksack und einer Fotokamera in die Welt. Soweit ich komme.“

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