Kreismülldeponie

Versteigerung der Mülldeponie: Kreis gewinnt das Wettbieten

Die Kreismülldeponie in Olpe wurde für 2,11 Millionen Euro zwangsversteigert.

Die Kreismülldeponie in Olpe wurde für 2,11 Millionen Euro zwangsversteigert.

Foto: Dominik Brendel

Olpe.  Kreis Olpe hat die Kreismülldeponie-Fläche für einen stolzen Preis ersteigert. Mitbieter Lothar Dornbach kritisierte das Vorgehen des Kreises.

Als in der Zwangsversteigerung des Kreismülldeponie-Grundstücks die Bieterstunde eröffnet wird, zögert Gregor Becker nicht lange. Rund 1,96 Millionen Euro bietet der Leiter des Fachdienstes Umwelt im Namen des Kreises Olpe für das 14,5 Hektar große Grundstück im Negertal. Ein Statement. Denn vom Verkehrswert in Höhe von 1,556 Millionen Euro hätte man auch erstmal nur die Hälfte, also 778.000 Euro, bieten müssen.

Aber im Sitzungssaal 37 des Amtsgerichts Olpe haben sich am Donnerstag auch noch andere Bieter eingefunden. „Zu uns ist das Gerücht durchgedrungen, dass es einige Interessenten gibt. Deswegen sind wir mit einem recht hohen Gebot eingestiegen“, erklärt Becker. Die Strategie zeigt Wirkung. Denn direkt nach seinem Gebot verlassen zwei Konkurrenten den Gerichtssaal.

Wettbieten zwischen Kreis Olpe und Dornbach

Rund zehn Minuten später steigt der Kirchhundemer Unternehmer Lothar Dornbach in die Versteigerung ein. Jetzt wird es spannend. 1,97 Millionen Euro beträgt das erste Gebot des Geschäftsführers der LMD Immobilien GmbH. Es beginnt ein regelrechtes Wettbieten zwischen Dornbach und dem Kreis. Der Rest schaut lediglich zu.

„Zwei Millionen einhundertzehntausend Euro“, sagt Becker und schaut entschlossen zum Rechtspfleger. Dornbach legt nach: „Zwei Millionen einhundertelftausend Euro!“ Alle Anwesenden im Gerichtssaal lachen. Aber das letzte Lachen haben Gregor Becker und der Kreis Olpe. Denn das darauffolgende Gebot in Höhe von 2.115.000 Euro ist das finale. „Zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Verkauft!“

Der Kreis Olpe wird also Eigentümer des Grundstücks, auf dem er bislang als Erbbauberechtigter die Mülldeponie samt Kompostwerk betrieben hat. Im Jahr 1991 hat der Kreis mit den bisherigen Grundstücksbesitzern, einer mittlerweile zerstrittenen Erbengemeinschaft, einen 50 Jahre dauernden Vertrag geschlossen. Dieser gilt noch 22 Jahre und garantiert lukrative Pachteinnahmen.

Und das hat eben zahlungspotente Interessenten angelockt. Momentan betragen die Erbpachtzinsen laut Verkehrswertgutachten 115.000 Euro pro Jahr. Prozentuale Steigerungen sind vertraglich vereinbart, alle drei Jahre darf angepasst werden. Macht unterm Strich eine Einnahme bis zum Ende des Vertrags von über 2,5 Millionen Euro, die vereinbarten Pachterhöhungen noch nicht einmal eingerechnet. Die nächste Mieterhöhung wäre Mitte 2020 fällig geworden.

Unverständnis für hohes Gebot

Lothar Dornbach macht aus seinem Ärger keinen Hehl. „Es ist für mich völlig unverständlich, wieso der Kreis direkt mit einem so hohen Gebot einsteigt“, sagt der Unternehmer unserer Zeitung. Er habe Gregor Becker ein Gespräch vor dem Gerichtssaal angeboten, wo man die Karten auf den Tisch hätte legen können – das sei Usus bei Zwangsversteigerungen.

„Das sind schließlich Steuergelder, mit denen der Kreis bezahlt. Als Steuerzahler hatte ich auch ein Interesse daran, dass der Preis nicht so hochgetrieben wird“, sagt Dornbach. Aber Becker habe den Vorschlag nicht angenommen. Schließlich habe er erkannt, dass das Bieten gegen den Kreis keinen Zweck mehr habe, so Dornbach: „Sie haben die tieferen Taschen.“

Der Kreis Olpe hat bereits vor Monaten beschlossen, bei der Zwangsversteigerung der Mülldeponie mitzubieten. Wie hoch man gegangen wäre? Darüber wird geschwiegen. Letztlich sei nicht nur der Kreis, sondern auch der Bürger der Gewinner der Auktion. „Als Eigentümer kann der Kreis die Kosten für die Mülldeponie besser kontrollieren. Wir wollen nicht, dass die Abfallgebühren zu hoch werden“, sagt Becker.

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