Kreis Wesel. Im Kreis Wesel setzen zu wenig Betriebe auf Fortbildung ihrer Beschäftigten, sagt die Gewerkschaft. Die Möglichkeiten seien vielfältig.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordert die Betriebe im Kreis Wesel dazu auf, deutlich mehr in die Fortbildung ihrer Beschäftigten zu investieren. „Nach Feierabend setzen viele auf Fitness – Joggen, Schwimmen, Radfahren, Krafttraining. Dabei kommt in den Stunden davor ein anderes Training oft zu kurz: die ‚Job-Fitness‘“, schreibt NGG in einer Pressemitteilung. Denn das Fitmachen für den eigenen Arbeitsplatz spiele in vielen Betrieben keine Rolle.

Die NGG Nordrhein appelliert daher an die rund 10.620 Unternehmen im Kreis Wesel, mehr in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren. Im ersten Halbjahr dieses Jahres hat die Arbeitsagentur nach Angaben der Gewerkschaft lediglich 97 berufliche Weiterbildungen für Beschäftigte im Kreis Wesel gefördert. Betriebe sollten die Angebote der Arbeitsagentur „künftig intensiver nutzen“, fordert die NGG Nordrhein daher.

Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Vieles wird digitaler
Karim Peters, NGG

„Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Vieles wird digitaler. Ein wichtiger Punkt ist auch das Energiesparen bei Produktionsprozessen. Das spielt alles eine immer größere Rolle. Beschäftigte dürfen dabei nicht auf der Strecke bleiben. Sie müssen die Chance bekommen, sich mit einer passenden Weiterbildung für neue Ansprüche im Job fit zu machen“, sagt Karim Peters von der NGG Nordrhein. Dafür notwendig seien allerdings engagierte Unternehmen. „Von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu neuen Online-Marketingstrategien in Konzernen – es geht darum, praxisnahes Know-how in die Unternehmen zu holen. Und das funktioniert nur, wenn der Betrieb den ‚Motivationsfaktor B‘ nutzt und darin investiert: B – wie Bildung“, so Peters weiter.

Das koste Zeit, die nicht am Arbeitsplatz, sondern in Seminaren investiert werden müsse. Ebenso müsse der Betrieb Geld in die Hand nehmen. „Allerdings bieten funktionsfähige Digitalstrategien vielen Unternehmen im Kreis Wesel auch die Chance, enorme Schritte nach vorn zu machen“, so Peters. Die digitale Transformation sei heute ein Muss und ein entscheidender Punkt, um die Zukunft von Unternehmen zu sichern.

„Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind für den digitalen Arbeitsalltag nicht gewappnet. Den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man allerdings auch nicht einfach so nebenbei“, so Peters. Die NGG fordert deshalb von Betrieben und Politik, sich für eine „Qualifizierungsoffensive“ stark zu machen. Nur mit einem gesetzlich verankerten „Recht auf lebenslanges Lernen“ könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten.