Kreis Wesel. Natur, Kultur, Geschichte: Das Jahrbuch 2024 für den Kreis Wesel ist nun im Handel erhältlich, 25 Autorinnen und Autoren haben daran mitgewirkt.

Seinen Ursprung hat das heutige Jahrbuch des Kreises Wesel in der ersten Ausgabe des Heimatkalenders im Kreis Rees, erschienen vor hundert Jahren, mit Unterbrechung, weiß die Leiterin des Kreisarchivs Brigitte Weiler zu berichten. 25 Autorinnen und Autoren konnte sie nun für die neue Ausgabe gewinnen. Wieder in Zusammenarbeit mit dem Mercator Verlag ist das Jahrbuch 2024 jetzt erschienen, diesmal mit einem Gruß zu Beginn aus der Gemeinde Schermbeck. „Ein immer sehr gefragtes Buch, viele Menschen warten darauf“, sagt Landrat Ingo Brohl bei der Vorstellung im Kreishaus.

Mercator Verlag: Viel Interesse an regionaler Literatur

Viele Menschen interessieren sich für regionale Literatur, hat Jutta Nagels, Leiterin des Mercator Verlags, festgestellt. Das spiegele sich auch im Jahrbuch des Kreises und in der Zahl der Vorbestellungen wider, „ab November kommen die Nachfragen“. Es sei so auch ein wichtiges Geschichtszeugnis und Nachschlagewerk, betont sie. Vorstand Michael Maas sieht hierin zudem Öffentlichkeitsarbeit für die Archive im Kreis, hier lasse sich viel finden.

„Es ist interessant, wie aktuell Vergangenes sein kann“, sagt Brigitte Weiler zudem und verweist auf einen Beitrag zur Ankunft der Sinti und Roma 1958 in Moers. Darin geht es um den ablehnenden Umgang mit Minderheiten in der Öffentlichkeit und um geschürte Vorurteile, auch transportiert durch die lokale Berichterstattung, unter anderem dieser Zeitung. (Anm. d. Redaktion: Wir werden versuchen, mehr über diesen Fall zu recherchieren. Schon jetzt steht fest, dass solche rassistischen Äußerungen zu keiner Zeit in Ordnung waren und sind.)

Landrat Ingo Brohl verweist im Pressegespräch auf einen Beitrag zum neuen Pankok-Museum, Otto Pankok habe beim Thema Sinti und Roma wesentliche Arbeit geleistet, um Schicksale nachzuzeichnen. Zudem gibt es Beiträge über jüdisches Leben im Kreis, zum Zeitpunkt der Erstellung war nicht klar, wie aktuell das Thema durch den Konflikt im Nahen Osten werden würde.

Jahrbuch 2024: Voraussetzungen, um eigene Beiträge zu schreiben

Geschichte, Kultur, Natur: Im neuen Jahrbuch können sich Leserinnen und Leser zudem mit der Reise eines Elefanten von Indien nach Aachen bis an den Niederrhein beschäftigen, sich auf eine Rund- und Zeitreise durch Dinslaken begeben oder über die Geschichte der Eisenbahn in Alpen lesen. Aber auch aktuelle Themen werden aufgegriffen, so geht es etwa um Insekten in den Drevenacker Dünen oder um die Notfallseelsorge im Kreis, „wichtig und immer wichtiger“, so Brohl dazu, der auch auf die leidigen Übergriffe auf Einsatzkräfte verweist.

Er würde sich auch freuen, jüngere Themen und Autoren zu gewinnen. Bis April können interessierte Autorinnen und Autoren Manuskripte für ihre Beiträge einreichen. Voraussetzung sei, dass der Beitrag einen Bezug zum Kreis aufzeigt, der auch für andere Menschen in der Region von Interesse sei, so Weilers. Um vorherige Absprache zwecks Thema und Bildmaterial, wird gebeten. Die 45. Ausgabe des Kreis Weseler Jahrbuchs ist ab sofort in allen Buchhandlungen zum Preis von 20 Euro erhältlich (ISBN 978-3-946895-47-3). Weitere Informationen: https://www.mercator-verlag.de/