Pflege

Die meisten Menschen im Kreis Wesel werden zuhause gepflegt

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Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen im Kreis Wesel wird von den Angehörigen versorgt (Symbolfoto).

Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen im Kreis Wesel wird von den Angehörigen versorgt (Symbolfoto).

Foto: Caroline SeidSeidel-Dißmannel / dpa-tmn

Kreis Wesel.  Wie viele Pflegebedürftige gibt es im Kreis Wesel – und wie werden sie versorgt? Dazu gibt es aktuelle Zahlen. VdK fordert mehr Entlastung.

Der Großteil der pflegebedürftigen Menschen im Kreis Wesel und im Land Nordrhein Westfalen werden zuhause versorgt. Das teilt IT NRW, das Statistische Landesamt mit. 1,19 Millionen Menschen und damit 6,6 Prozent der Bevölkerung galten in Nordrhein-Westfalen im Dezember 2021 als pflegebedürftig, sie bezogen Leistungen der Pflegeversicherung.

Wie IT NRW mitteilt, waren das im Kreis Wesel 38.697 Frauen und Männer, 22.128 von ihnen wurden demnach in den eigenen vier Wänden versorgt und bezogen ausschließlich Pflegegeld, ihre Pflege war also selbst organisiert. Mit 57,2 Prozent liegt der Kreis Wesel hier unter dem Landesschnitt (63,9 Prozent). 7449 Pflegebedürftige wurden zudem ambulant versorgt, lediglich 4725 stationär in Pflegeheimen.

Angehörige pflegen auch schwerst Pflegebedürftige zuhause

Mit 16.905 Personen waren die meisten dieser Menschen in den Pflegegrad zwei eingestuft, 10.596 in Pflegegrad 3. Menschen in vollstationärer Pflege hatten zumeist Grad drei oder höher. Lediglich drei Pflegebedürftige waren zum Stichtag noch nicht eingestuft. Von den 1725 Menschen, die den höchsten Pflegegrad fünf hatten wurden 789 stationär betreut, aber immerhin 297 ambulant und 639 bezogen ausschließlich Pflegegeld, das heißt die schwerst Pflegebedürftigen wurden zuhause von Angehörigen versorgt.

Dazu hat sich der VdK-Kreisverband am Niederrhein geäußert. „Mit 38.697 Menschen hat die Zahl der Kreisangehörigen, die entsprechende Leistungen erhalten, einen historischen Höchststand erreicht – während sich ihre Unterstützung leider eher auf dem Tiefpunkt befindet“, kritisiert der Vorsitzende Horst Vöge. „Dabei sind Betroffene wie auch ihre Angehörigen nicht nur aufgrund des Fachkräftemangels mehr denn je auf Entlastungen angewiesen: Sie wurden auch bei der Energiepreispauschale außen vor gelassen und müssen nun befürchten, dass ihre Wohnung im Winter zur Kältekammer wird.“

VdK am Niederrhein: Bundesregierung muss Erhöhung des Pflegegelds verabschieden

Aktuell wendeten sich viele an den VdK, weil die Versicherungsleistungen nicht reichen, professionelle Betreuungsangebote vor Ort fehlen. Umso wichtiger sei es, dass sich die Menschen auf eine gute unabhängige und flächendeckende Beratung verlassen können und genügend Plätze zur Kurzzeit-, Verhinderungs- sowie Tagespflege zur Verfügung stehen. „Als VdK setzen wir uns ferner für die Einführung eines Lohns für Angehörige wie auch eines Gesamtentlastungsbudgets ein“, erklärt Vöge, die Bundesregierung müsse zudem dringend die Erhöhung des Pflegegelds verabschieden.

Gleiches gelte für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Reform der Pflegeversicherung. Der VdK-Kreisvorsitzende fordert die Deckelung der Eigenanteile, die in NRW mit monatlich 2587 Euro deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 2248 Euro liegen.

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