Energieversorgung

Einziger Gasspeicher im Kreis: So hoch ist der Füllstand

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Das einzige Gasspeicher im Kreis Wesel befindet sich in Xanten, das Bild zeigt einen oberirdischen Teil der Anlage.

Das einzige Gasspeicher im Kreis Wesel befindet sich in Xanten, das Bild zeigt einen oberirdischen Teil der Anlage.

Foto: RWE Gas Storage West

Kreis Wesel.  Einer der wenigen Gasspeicher in NRW befindet sich in Xanten im Kreis Wesel. Was den Speicher besonders macht und wie der aktuelle Füllstand ist.

  • Vor dem Winter sollen die Gasspeicher in Deutschland ausreichend gefüllt sein, das Ziel von 90 Prozent konnte bereits erreicht werden.
  • Im Kreis Wesel gibt es den einzigen Gasspeicher am Niederrhein, er befindet sich unter der Stadt Xanten in einem ehemaligen Salzbergwerk.
  • Wie es um den aktuellen Füllstand des Gasspeichers in Xanten steht, lesen Sie im Artikel.

Tief unter der Stadt Xanten lagert das, worüber so ziemlich jeder spricht: Erdgas. Der Speicher in der Domstadt ist der einzige im Kreis Wesel und am gesamten Niederrhein. 210 Millionen Kubikmeter können hier eingelagert werden, das entspricht 2,5 Terawattstunden Energie. Ins praktische Leben übersetzt heißt das: 130.000 Haushalte könnten ungefähr ein Jahr lang aus diesem Speicher mit Gas versorgt werden. Zumindest theoretisch.

Denn die Gasversorgung in Deutschland ist ein riesiges Netzwerk, in dem alles miteinander verbunden ist. Damit Menschen in Moers, Wesel, Rheinberg oder Dinslaken ihre Heizungen anschalten und die Industriebetriebe produzieren können, muss der Druck in diesem Netz ständig auf dem richtigen Level bleiben. Unterirdische Anlagen wie in Xanten dienen dabei als Zwischenspeicher, sie sollen Schwankungen ausgleichen und damit die Netze entlasten – vor allem dann, wenn in der kalten Jahreszeit die Nachfrage steigt. Das im Kreis Wesel gespeicherte Gas fließt dafür in das deutschlandweite Netz ein – und nicht direkt in die Leitungen der Haushalte oder zu den Unternehmen in der Region.

Gasspeicher im Kreis Wesel: So gut ist er gefüllt

In normalen Zeiten ist die öffentliche Aufmerksamkeit für diese Speicher überschaubar. Doch angesichts der Energiekrise, die durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausgelöst wurde, rücken die Anlagen plötzlich in den Mittelpunkt – spätestens seit Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck das Ziel ausgegeben hat, dass die Kapazitäten bis zum Winter zu 90 Prozent gefüllt sein sollen. Derzeit wird dieser Wert erreicht, die Füllstände lagen Mitte September sogar bundesweist knapp darüber. Die gute Nachricht für Xanten: Hier ist der angestrebte Füllstand ebenfalls erreicht. Laut aktuellen Daten beträgt der Speicherstand 93,71 Prozent. (Stand: 20. September). Die Daten für ganz Deutschland können Sie in unserer interaktiven Karte nachlesen.

Den Gasspeicher in Xanten gibt es bereits seit 1984, er ist in einem ehemaligen Stock eines Salzbergwerkes untergebracht – er verfügt über insgesamt acht Kavernen (künstlich geschaffene, unterirdische Hohlräume, in diesem Fall durch den Salzbergbau) in denen das Erdgas gelagert wird. Sie befinden sich zwischen 1100 und 1300 Metern unter der Erde und weisen eine stattliche Größe auf. „In eine Kaverne passt der Xantener Dom rein“, sagt Regina Wolter. Der Kavernenspeicher werde seit Jahrzehnten störungsfrei betrieben.

Gasspeicher in Xanten: Vieles läuft automatisch

Die Prozesse laufen übrigens weitgehend automatisiert ab, lediglich sechs Angestellte kümmern sich um die Überwachung des 24-Stunden-Betriebes. Sichtbar ist nur der obere Teil des Speichers, dort wird das gespeicherte Gas verarbeitet und in das Netz eingespeist. Deutschlandweit laufen rund 40 solcher Anlagen, in Nordrhein-Westfalen befinden sich neben Xanten die einzigen im nördlichen Kreis Borken bei Gronau – auch dort sind sie in einem ehemaligen Salzabbaugebiet untergebracht. „Für einen Gasspeicher müssen die geologischen Voraussetzungen erfüllt sein“, sagt Wolter

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