Advent

Festdeko für Weihnachten: Diese Dinge sind im Wald tabu

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Selbst gemachter Adventsschmuck ist preiswert. Doch Vorsicht: Nicht alles darf man einfach aus dem Wald mitnehmen (Symbolfoto).

Selbst gemachter Adventsschmuck ist preiswert. Doch Vorsicht: Nicht alles darf man einfach aus dem Wald mitnehmen (Symbolfoto).

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Kreis Wesel.  Weihnachtsdeko aus dem Wald mitnehmen, Zweige und Zapfen verbasteln, darf ich das? Es kommt darauf an. Was Sie im Wald auf keinen Fall tun dürfen.

Natürliche Dekoration in der Festzeit geben eine heimelige Atmosphäre. Warum also nicht in die Wälder des Kreises gehen, und sich eindecken?

Diese Dinge gehen im Wald gar nicht:

  • Zweige und Zapfen zu sammeln, um sie weiter zu verkaufen – auf Märkten beispielsweise – ist nicht erlaubt.
  • Es ist einerseits Diebstahl, andererseits greift eine weitere Regel: Der Wald darf nicht zu gewerblichen Zwecken betreten werden. Es gibt Ausnahmen.
  • Tannen schlagen ist natürlich verboten, Zweige abknipsen unter bestimmten Bedingungen erlaubt.
  • Aus einem Naturschutzgebiet darf gar nichts mitgenommen werden.
  • Im übrigen Wald gilt das Prinzip des „Handstraußes“, Förster Michael Herbrecht erklärt es.

Reinhard Krebber, Vorsitzender der Bezirksgruppe Kreis Wesel im Waldbauernverband NRW, spricht für die privaten Waldbesitzer im Kreis. Und er sieht es gar nicht gern, wenn Waldbesucher etwas mitnehmen, egal was – mit Ausnahme von ein paar Beeren oder Pilzen vielleicht. Förster Michael Herbrecht relativiert das etwas für das Regionalforstamt Niederrhein – die gesetzlichen Regelungen allerdings sind in allen Wäldern gleich.

Betreten des Waldes nur privat und um sich zu erholen

Normalerweise, so Krebber, soll alles im Wald belassen werden. Klar, er werde nicht wegen ein oder zwei Tannenzapfen hinter jemandem her rennen, aber: „Zapfen haben ihre Funktion im Wald, dienen als Futter für Eichhörnchen und Vögel.“ Und wer in den Wald gehe, Zapfen und Zweige sammele, um sie dann auf dem nächsten Weihnachtsmarkt zu verkaufen, der begehe einfach einen Diebstahl.

Förster Michael Herbrecht vom Regionalforstamt Niederrhein klärt über die Rechtslage auf. „Es kommt immer darauf an, wo man ist. Im Naturschutzgebiet darf gar nichts aus dem Wald mitgenommen werden“, sagt er.

Grundsätzlich heißt es: Das Betreten des Waldes ist generell erlaubt, das gilt auch für die Wälder privater Eigentümer. Sie müssen Spaziergänger, Jogger und andere Freizeitbesucher dulden, auch wenn sie das mitunter ärgert, unter anderem, weil sich nicht jeder und jede so benimmt, wie es dem Wald förderlich wäre, aber auch weil es sich schlicht um ihren Besitz handelt. Betreten ist dennoch erlaubt, man darf keinen Wald anlegen und den Zutritt dazu verwehren. „Aber: ausschließlich zur Erholung und immer auf eigene Gefahr“, erläutert Herbrecht. Fällt also jemandem ein Ast auf den Kopf, haftet der Waldbesitzer nicht, egal ob privat oder öffentlich. Und: Reinhard Krebber liegt vollkommen richtig: Wer aus gewerblichem Interesse sammelt, handelt gegen das Gesetz.

Ein Handstrauß für das Zuhause ist erlaubt

Was ist nun mit den Tannenzweigen für das eigene Zuhause? „Was hier zählt, ist das Stichwort Handstrauß. Wir begrüßen es ausdrücklich, wenn Menschen Wanderungen unternehmen, den Wald erleben und dort Spaß haben. Sie dürfen auch schöne Dinge zur Erinnerung mitnehmen“, sagt Herbrecht, das betreffe im Sommer auch ein paar Blümchen für den Frühstückstisch, im Winter ein paar Zweige.

Voraussetzung ist, dass alles vom Weg aus erreichbar ist. Niemand darf sich quer durchs Gebüsch schlagen, um an ein begehrtes Objekt zu kommen.

Vom Weg aus sei es sogar erlaubt, eine Rosenschere zu nehmen und ein paar Äste abzuknipsen – zum Handstrauß, mehr nicht. Wie groß nun ein Handstrauß ist, das könnte Ansichtssache sein. Herbrecht schätzt, dass ein bis zwei kleine Zweige in Ordnung gehen. Aber nur dann, wenn sie für den privaten Gebrauch sind.

Wer den Wald gewerblich nutzen will, braucht eine Genehmigung

Ganz klar sind die Regeln für den gewerblichen Bereich. Das betrifft nicht allein Menschen, die Gegenstände suchen, um sie beispielsweise zu Adventsdeko zu verbasteln und weiter zu verkaufen. Herbrecht erläutert, dass es nicht erlaubt ist, den Wald einfach so aus gewerblichen Gründen zu betreten: Das betrifft auch Hundeschulen und Sportanbieter, also jeden, der den Wald der ihm nicht gehört quasi vermarktet. Treffen sie auf solche Gruppen, ahnden die Förster das.

Gewerbliches legalisieren

Ein sauberer Weg, gewerbliche Aktivitäten zu legalisieren, ist es, eine Genehmigung des Waldeigentümers einzuholen. Dabei ist unerheblich, ob der Wald in privatem oder in öffentlichem Eigentum ist. Wie finde ich heraus, wem der Wald gehört? „Sprechen Sie mit dem Förster Ihres Vertrauens“, sagt Herbrecht. Förster könenn Ansprechpartner nennen. Etliche Eigentümer nutzen gewerbliche Aktivitäten in ihren Wäldern als EInnahmequelle.

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