Natur

Segen oder Fluch: Verträgt der Kreis Wesel weitere Störche ?

Um den Nachwuchs satt zu bekommen, jagen Störche auch junge Vögel.

Um den Nachwuchs satt zu bekommen, jagen Störche auch junge Vögel.

Foto: Johannes Kruck / NRZ

Kreis Wesel.  Schaden die Störche anderen Arten, die sie zum Fressen gern haben? Die Biologische Station im Kreis Wesel antwortet mit einem klaren „Jein“.

Jeder Storch ist ein Gewinn hat die Biologische Station des Kreises Wesel früher gesagt – und die Menschen lieben die schönen Vögel, pilgern zu ihren Nestern, um zu fotografieren und zu beobachten. Aber wie viele Störche sind gut für die Natur im Kreis?

74 Nester gab es im vergangenen Jahr im Kreis Wesel. Störche fressen, was ihnen vor den Schnabel kommt, erläuterte Klaus Kretschmer, Geschäftsführer der Biologischen Station im Kreis Wesel jetzt dem Umweltausschuss. Auch die seltene Knoblauchkröte und die Jungen bodenbrütender Vögel – der eigene Nachwuchs muss satt werden. Arnd Cappell-Höpken, CDU-Kreistagsmitglied und Bauer, fragte, ob die Population noch in Ordnung sei. Mit Sorge beobachte er, wie viele Störche sich auf der Suche nach Futter um seinen Trecker tummeln, wenn er den Boden bearbeitet.

Kretschmer erläuterte, dass die Storchenpopulation noch keine negativen Auswirkungen auf die anderen Arten habe. Die Biologische Station sei aber dagegen, weitere Nester für die Vögel aufzustellen, vor allem nahe der sensiblen Naturbereiche wie der Lippemündung, wo beispielsweise die mühsam wieder angesiedelte Knoblauchkröte sonst als Vogelfutter dienen würde.

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