Erster Covid-Toter in Menden

Corona-Toter: Patient kam aus Schmallenbachhaus nach Menden

Eines der Beatmungsgeräte im St. Vincenz-Krankenhaus. Bei Corona-Verdacht kommen eingelieferte Patienten hier schon zur Aufnahme auf ein Isolierzimmer. 

Eines der Beatmungsgeräte im St. Vincenz-Krankenhaus. Bei Corona-Verdacht kommen eingelieferte Patienten hier schon zur Aufnahme auf ein Isolierzimmer. 

Foto: Thomas Hagemann

Menden.  Der Patient, der im Mendener Krankenhaus als erster Corona-Patient gestorben ist, war im Schmallenbachhaus in Fröndenberg gestürzt.

Das Mendener St. Vincenz-Krankenhaus meldet erstmals einen Sterbefall, bei dem der Patient, Jahrgang 1935, mit dem Corona-Virus infiziert war. Es handelt sich nach Angaben des Krankenhauses um einen erheblich vorerkranken Fröndenberger. Der Mittachtziger war nach Angaben des Kreises Unna am letzten Sonntag in Menden eingeliefert worden, allerdings nicht wegen des Virus’: Der Fröndenberger hatte einen häuslichen Unfall erlitten – im Fröndenberger Schmallenbachhaus, in das er erst Mitte März eingezogen war. Am Mittwoch verstarb der Mann in der Mendener Klinik, erst am Freitag ergab die Untersuchung, dass der Senior mit dem Virus infiziert gewesen war.

Wegen Symptomen: Mendener Krankenhaus nahm sofortigen Abstrich vor

Den Corona-Abstrich habe das Krankenhaus unmittelbar bei der Einlieferung des Mannes vorgenommen, weil er „Symptome gezeigt“ habe, erklärte Christian Bers, Pressesprecher des Krankenhauses. Der Kreis Una hatte in einer ersten Meldung von „Verspätung“ gesprochen, sich aber Minuten später korrigiert. Laut dem Gesundheitsamt litt der Patient unter mehreren Vorerkrankungen. Er habe insofern zu der Risikogruppe gehört, der schwere Krankheitsverläufe drohen.

Die Gesundheitsbehörde habe inzwischen in Abstimmung mit den betroffenen Einrichtungen „alle notwendigen Schritte zum Schutz getroffen oder eingeleitet. Dazu zählten vor allem „die Ermittlung und Isolierung möglicher Kontaktpersonen und andere Schutz- und Hygienemaßnahmen“.

Laut dem Ärztlichen Direktor der Katholischen Krankenhäuser in Menden und Iserlohn, Dr. Markus Berghoff, war der Patient auf der Intensivstation isoliert und behandelt worden. „Letztlich haben wir ihn leider nicht retten können.“ Man habe den Verstorbenen erst mit Eintreffen des Abstrich-Ergebnisses dem Kreisgesundheitsamt als Covid-Patienten melden können. Der Leichnam sei für den Bestatter entsprechend gekennzeichnet worden, damit dieser sich schützt. Die Frage, ob der Patient „an“ oder „mit“ Covid 19 verstorben ist, lasse sich kaum beantworten, sagt der Mediziner: Bei älteren Menschen könne es sich auch um Kombinationen handeln.

Derzeit liegen im Mendener Krankenhaus fünf Verdachtsfälle und ein bestätigter Corona-Patient. Im St. Vincenz sei die Station 7 mittlerweile komplett zu einer Isolierstation für Covid-Patienten umgerüstet worden. Es gebe darin 18 Einzelbetten, von denen die meisten noch frei sind. Die Zahl der Betten könne sich noch deutlich erhöhen, da man bestätigte Covid-Patienten, die nicht auf die Intensivstation müssen, auch zusammenlegen darf: „Sie können sich gegenseitig nicht mehr anstecken, auch eine Verschlimmerung kann nicht eintreten“, erläuterte Dr. Berghoff auf Nachfrage. Auf der Mendener Intensivstation liege derzeit niemand mit Covid 19. In der Iserlohner Schwesterklinik, dem St.-Elisabeth-Krankenhaus, sei es nur eine Person.

Covid-Isolierstation in Menden mit gelbem und rotem Bereich

Die neue Isolierstation in Menden ist laut Dr. Berghoff in einen gelben und einen roten Bereich aufgeteilt worden. In den gelben Sektor lege man Verdachtsfälle, die nicht in häusliche Quarantäne geschickt werden können, in den roten kämen die bestätigten Covid-Patienten, die keine schweren Verläufe aufweisen.

Die Belegung ändere sich täglich, da sich der Corona-Verdacht in acht von zehn Fällen nicht bestätige. Die Phase von der Abstrichnahme bis zum Testergebnis sei in den letzten Tagen deutlich kürzer geworden, beschreibt der Chefarzt. Dauerte es bei dem Fröndenberger Patienten noch fünf Tage, so lägen Ergebnisse aktuell binnen 48 Stunden vor.

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