Spannungsschwankung

Defekte Geräte nach vermeintlichem Stromausfall in Menden

Viele Elektrogeräte hängen an Steckdosenleisten, die nicht gegen Überspannung gesichert sind.

Viele Elektrogeräte hängen an Steckdosenleisten, die nicht gegen Überspannung gesichert sind.

Foto: Martin Möller

Menden.  Installateure berichten von verstärkten Einsätzen wegen defekter Elektrogeräte nach dem vermeintlichen Stromausfall vor Weihnachten.

Der vermeintliche Mini-Stromausfall am Freitag vor Weihnachten könnte zu weitaus heftigeren Folgen geführt haben als zunächst vermutet. Installateure berichten gegenüber der Redaktion von reihenweise defekten Elektrogeräten in Privathaushalten. Vor allem empfindliche Elektronik wie in Rolladensteuerungen oder Heizungen soll es getroffen haben. Die Stadtwerke haben mittlerweile die Ursache ermittelt. Es handelte sich um eine Spannungsschwankung.

Schaden an 10-KV-Kabel bei Übergabestation

Beziffern lässt sich der Schaden aktuell kaum. Auch der direkte Zusammenhang lässt sich kaum nachweisen. Einem Installateur war eine sehr ungewöhnliche Häufung von Defekten aufgefallen. Auch andere Betriebe bestätigen verstärkt Einsätze wegen defekter Geräte. Der Zusammenhang ist auch für die Stadtwerke grundsätzlich nachvollziehbar: Ein Kurzschluss in einem 10-Kilovolt-Kabel in der Nähe der Übergabestation an der Carl-Schmöle-Straße hatte laut Stadtwerken dafür gesorgt, dass die Spannung für Millisekunden kurz abfiel, bevor eine automatische Sicherungseinrichtung griff. Entstehende Spannungsspitzen können genauso wie Unterspannung zu Schäden an nicht eigens abgesicherten Geräten führen.

Spannungsschwankungen treten nur selten auf

„Spürbare Spannungsschwankungen sind in unserem Versorgungsnetz sehr selten. Sie können jedoch trotz regelmäßiger sorgsamster Netzwartung sowohl innerhalb des Mendener Netzes auftreten, als auch als Auswirkung von Störungen der vorgelagerten Netzbetreiber sorgen“, erklärt Marc Beermann, Teamleiter Netzbetrieb bei den Stadtwerken. Die Stadtwerke sehen sich nicht in der Verantwortung, für die Schäden zu haften, da es sich um einen „üblichen Betrieb“ handelt. Nur im Fall grober Fahrlässigkeit sei man in der Haftung. Solch ein Fall sei aber seit dem Bestehen der Stadtwerke noch nicht vorgekommen.

Stadtwerke-Sprecherin Maria Geers rät Betroffenen, ihre privaten Versicherung über den Schaden zu informieren und eine mögliche Reparaturübernahme zu prüfen. Neuere Hausrats- und Gebäudeversicherungen treten auch bei Überspannungsschäden ein. Die Stadtwerke selbst beraten ihre Kunden zu Vorsorgemaßnahmen gegen Überspannugsschäden. Ein Schutz können zum Beispiel schon spezielle Steckdosenleisten für Computer und Co. sein. Auch Sicherungskästen lassen sich mit einem Überspannungsschutz umrüsten.

Irrtum eingestanden

Die Spannungsschwankung war am 21. Dezember gegen 15.25 Uhr vielen Mendenern nur als kurzes Flackern der Zimmerbeleuchtung aufgefallen. In vielen Geschäften fiel dagegen der Strom aus. Es dauerte einige Zeit, bis Kassensysteme vollständig hochgefahren waren. Das Mobilfunknetz brach kurzzeitig zusammen. Ampeln ließen sich nur mit Hilfe von Technikern wieder in Betrieb nehmen. Betroffen waren die Stadtmitte, Halingen, Bösperde und Schwitten.

„Es sind uns keine Schäden aus dem öffentlichen Raum bekannt“, sagt Maria Geers. Zunächst waren die Stadtwerke davon ausgegangen, dass die Ursache für den Stromausfall im vorgelagerten Hauptnetz von Westnetz zu suchen sei. Das war ein Irrtum: „Wir haben in diesem Zeitraum keinerlei Problem in unserem Netz gehabt“, sagt Westnetz-Sprecherin Johanna Glaser.

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