Tierschützer

Mann unter Druck gesetzt? Vorwürfe gegen Mendener Tierhilfe

Es geht um weitervermittelte Katzen. Diese mussten zunächst geimpft werden (Symbolbild).

Es geht um weitervermittelte Katzen. Diese mussten zunächst geimpft werden (Symbolbild).

Foto: Erwin Pottgiesser

Menden.   Tierschützerin Barbara Kemper erhebt Vorwürfe gegen die Mendener Tierhilfe. Die Tierschützer weisen die Vorwürfe zurück.

Die Tierhilfe Menden sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Der Verein soll einen alten und mittellosen Mann unter Druck gesetzt und ihm Geld für Tierarztkosten abgenommen haben, die der Mann gar nicht hätte tragen müssen. Die Tierhilfe weist die Vorwürfe entschieden zurück. Sie greift ihrerseits die Tierschützerin Barbara Kemper an, die diese Vorwürfe erhoben hat.

Frage: Wer war Eigentümer?

Worüber sich beide Seiten einig sind: Der Mann hatte die angefütterten, aber sonst wildlebenden Katzen im November ganz abgeben müssen, weil er seine Wohnung verlassen musste. Tierschützerin Barbara Kemper fing die Katzen ein und übergab sie der Tierhilfe. Die wiederum brachte die Vierbeiner vorübergehend bei einer Privatperson unter. Dann kamen die Tiere auf eine Art Gnadenhof nach Bestwig. Dafür mussten sie aber geimpft werden. Das Geld dafür holte sich die Tierhilfe von dem Mann zurück. Die Tierhilfe spricht von gut 160 Euro, Kemper von deutlich mehr.

Halter mit nach Bestwig genommen

„Die Tiere gehörten dem Mann überhaupt nicht. Sie waren ganz klar an die Tierhilfe übergeben. Er hat die Impfungen überhaupt nicht beauftragt“, sagt Tierschützerin Kemper. Sie unterstellt der Tierhilfe, dem Mann sogar mit dem Ordnungsamt gedroht und ihn massiv unter Druck gesetzt zu haben. „Für mich ist das ein Unding. Wer gut zu Tieren ist, muss auch Nächstenliebe bei Menschen zeigen.“

RÜCKBLICK: DIE MENDENER TIERHILFE TRAUERT UM TOTE KATZEN

Die Tierhilfe weist die Vorwürfe zurück: „Wir haben die Katzen nie offiziell übernommen“, sagt die Vereinsvorsitzende Kordula Passlack. Die Katzen seien jederzeit im Eigentum des Mannes gewesen. „Es gibt nichts Schriftliches, dass die Tiere übergeben waren.“ Damit sei der Halter auch für die Tierarztkosten verantwortlich. „Wir wollten nur helfen. Wir haben die Katzen ja sogar noch zusammen mit ihm nach Bestwig gebracht.“ Die Tierhilfe habe nicht im geringsten Maß profitiert. „Das Einfangen hat kein Geld gekostet.“ Alle Maßnahmen seien immer mit dem Ordnungsamt entsprechend abgestimmt gewesen.

Tierhilfe: Sache ist erledigt

Kordula Passlack sieht eine aus ihrer Sicht viele Jahre andauernde alte Auseinandersetzung mit Barbara Kemper als Ursache für den Streit: „Ich weiß nicht, warum Frau Kemper uns immer schaden will“, sagt Passlack. „Die Katzen waren ganz klar an die Tierhilfe übergeben“, sagt dagegen Barbara Kemper. Der Mann habe gar nicht die Gelegenheit gehabt, selbst über die Impfungen der Katzen zu entscheiden. Die Tierhilfe müsse für die Tiere aufkommen, wenn sie diese einmal übernommen habe. Die Tierhilfe sieht den Fall dagegen mittlerweile als erledigt an.

Der betroffene Senior war für die Redaktion nicht erreichbar.

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