Besichtigung möglich

Mendener Paar als erste Gäste im Haus von Helmut Schmidt

Felix Dünnebacke, fotografiert von seiner Frau, zwischen Helmut und Loki Schmidt in Öl: Das Paar aus Menden zählte zu den allerersten Besuchern im Reihenhaus der Schmidts in Hamburg-Langenhorn. Fotos:Carina Dünnebacke

Felix Dünnebacke, fotografiert von seiner Frau, zwischen Helmut und Loki Schmidt in Öl: Das Paar aus Menden zählte zu den allerersten Besuchern im Reihenhaus der Schmidts in Hamburg-Langenhorn. Fotos:Carina Dünnebacke

Menden/Hamburg.   Schon das Nichtraucherschild am Eingang zeigt: Das Reihenhaus in Hamburg ist jetzt ein öffentlicher Ort. Felix und Carina Dünnebacke beeindruckt.

Als sich Felix Dünnebacke von Menden aus übers Internet für die erste öffentliche Führung durch das Haus von Helmut und Loki Schmidt anmelden wollte, brach der Server zusammen. Doch kurz darauf kam die Antwort: Mit seiner Frau Carina dürfe er in einer der allerersten Kleinstgruppen einen Streifzug durch das berühmte Reihenhaus des legendären Bundeskanzlers in Hamburg-Langenhorn unternehmen.

Das Haus von Helmut und Loki Schmidt zu sehen, war für Felix Dünnebacke, der Schmidt stets bewundert hat, ein Muss. So fuhr er mit seiner Carina am letzten Wochenende nach Hamburg. Am Neubergerweg 80 zeigte sich dann, dass auch ein Reihenhaus zu einem Ort der Zeitgeschichte werden kann. Ein halbes Jahrhundert lang lebten Loki und Helmut Schmidt in dem Haus, in das die Familie 1961 eingezogen war. In den Siebzigern war hier neben dem Bonner Kanzlerbungalow ein zweiter, inoffizieller Regierungssitz. Wo Felix und Carina Dünnebacke von einem Kamerateam für die ARD-Tagesschau gefilmt wurden, waren damals Freunde von Schmidt wie Giscard d’Estaing oder Henry Kissinger zu Gast, der spanische König Juan Carlos, der sowjetische Staatschef Leonid Breschnew oder der polnische Regierungschef Edward Gierek.

Eine alte Siematic-Küche

„Sehr witzig fand ich das Nichtraucherschild an der Eingangstür“, berichtet Carina Dünnebacke. Der Zigarettenkonsum der Schmidts ist Legende und trug ihnen die Gag-Serie „Loki und Smoky“ in den WDR-Mitternachtsspitzen ein, doch heute ist es eben ein öffentliches Gebäude. Was der Mendenerin neben den geschichtsträchtigen Räumen und der Gemäldesammlung der Schmidts auffiel, waren die quittegelben Fensterrahmen. „Es wirkt alles unverändert, der Schreibtisch steht da, als sei Schmidt nur kurz raus. Nach Rauch riecht es allerdings nicht mehr.“

Die Ölbilder – die Schmidts waren leidenschaftliche und angesehene Sammler – hängen dicht an dicht an den Wänden, „wie man es aus Fernsehberichten kennt“, beschreibt Carina Dünnebacke. Davor stehe der Flügel, auf dem Schmidt regelmäßig spielte. Und auch wenn der bescheidene Lebensstil im Kanzlerhaus bekannt sei, habe sie doch über die Küche gestaunt: „Eine gelbe Siematic-Küche aus den Siebzigern. Helmut Schmidt hat da nicht viel investiert.“

Gelernt haben die Dünnebackes auch, dass die Schmidts in einem ziemlich verschachtelten Haus lebten: „Das liegt daran, dass zur einen Seite sein Elternhaus steht und auf der anderen ein zugekauftes Nachbarhaus, das als Archiv eingerichtet wurde.“ Schmidt lebte also schon abgegrenzt von der Nachbarschaft – aber offenbar nur räumlich.

Spannende Staatsbesuche

Denn auch mit einer älteren Nachbarin kam Carina Dünnebacke ins Gespräch, „und die kannte die Schmidts gut. Sie erzählte, dass die Straße immer komplett abgeriegelt wurde, wenn Staatsbesuch kam, das sei für sie sehr spannend gewesen“.

Die Siedlung selbst erschien den Dünnebackes „ein bisschen wie Platte Heide: ein Mix aus Mehrfamilien-, Reihen- und Einzelhäusern. Man würde nicht erwarten, dass da ein Bundeskanzler wohnt.“

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