Im Gespräch

Meschederin ist seit 34 Jahren für die kfd im Einsatz

Gisela Wegener engagiert sich bis heute  an den verschiedensten Stellen in ihrer Heimatstadt.  

Gisela Wegener engagiert sich bis heute an den verschiedensten Stellen in ihrer Heimatstadt.  

Foto: Sabina Butz

Me s chede.  Als Meschederin setzt sich Gisela Wegener bewusst für die Menschen in ihrer Heimatstadt ein. Sie lebt ein Leben, das anders vorgezeichnet war.

Gisela Wegener könnte überall leben, doch als Meschederin setzt sie sich bewusst und fröhlich für die Menschen in ihrer Heimatstadt ein. 1949 wurde sie als Tochter echter „Poahlbürger“ in Meschede geboren und verbrachte ihre Kindheit auf dem Bauernhof ihrer Großeltern (Hof Schlinkert-Badolf), „mitten in der Stadt“. Später wurde dieser Hof der Verkehrsberuhigung der Innenstadt geopfert.

Kindheit und Jugend

Eine glückliche und behütete Kindheit, wie sie versichert, aber eben auch eine „arbeitsintensive“ Zeit. Schon vor der Schule mussten die Kühe gemolken und auf die Weide getrieben werden. Das war selbstverständlich und wurde nicht diskutiert. Ebenso selbstverständlich war es, dass sie auf ein Leben als Bäuerin vorbereitet wurde, da es keinen Bruder und Hoferben gab. In diesem Plan war keine weiterführende Schule vorgesehen, auch wenn ihre Lehrer das damals empfahlen. Die Tochter fügte sich auch, als sie nach Abschluss der Volksschule für ein Jahr nach Bad Wurzach auf ein Internat geschickt wurde. Damals hätte sie gern die Handelsschule besucht, aber eine „ordentliche Landfrau“ besuchte natürlich die Haushaltsschule.

Arzthelferin als Berufung

Zurück in Meschede hatten die Eltern eine Lehre als Bürokauffrau bereits organisiert, bevor sie einen anderen Wunsch äußern konnte. „Das war damals eben so“. Kauffrau war dann aber gar nicht „ihr Ding“, weshalb sie sich nach der abgeschlossenen Lehre eine Stelle in Düsseldorf suchte und „nebenbei“ ihre Ausbildung zur Arzthelferin absolvierte. Genau das war ihre Berufung: Mit Menschen zusammen sein, organisieren, kommunizieren: „Ich habe meinen Beruf geliebt“.

Pfarrsekretärin als zweiter Weg

Nach ihrer Heirat und bis zur Geburt ihres ersten Kindes arbeitete Gisela Wegener als Arzthelferin in Meschede. Danach pausierte sie für und wegen ihrer drei Kinder bis 1987. Pfarrer Felix Hoppe „überredete“ sie, sich als Pfarrsekretärin mit anfänglich wenigen Stunden pro Woche zu versuchen. „Ich wusste, dass ich das konnte und wollte, aber ich hatte ja keine Erfahrung vorzuweisen“. Die Erfahrung kam, die Stunden wurden mehr und mehr. Letztlich arbeitete Gisela Wegener 25 Jahre als Pfarrsekretärin. „Eine erfüllende Aufgabe. Ich gehe gern mit Menschen um, ich organisiere gern und ich kann zuhören, also eigentlich der ideale Beruf für mich.“

Seit 34 Jahren in der kfd Meschede

Insgesamt 34 Jahre ist Gisela Wegener jetzt Mitglied der kfd Meschede, von 1992 bis 2001 war sie Vorsitzende in Mariä Himmelfahrt. Die kfd mit ca. 450.000 Mitgliedern in 4.000 kfd-Gemeinschaften ist Deutschlands größter Frauenverband. Ursprünglich 1856 als „Bruderschaft christlicher Mütter“ gegründet, 1928 in „Zentralverband der katholischen Frauen- und Müttergemeinschaften“ unbenannt, 1939 durch die Nationalsozialisten zwangsweise aufgelöst, gründete sie sich 1951 unter der jetzigen Firmierung kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands). Sie ist Interessenvertretung für Frauen, aber auch Begegnungsstätte, die Gemeinschaft für Frauen bietet. Heute steht sie allen Religionen offen. In Meschede bietet sie ein abwechslungsreiches Programm von der Integration ausländischer Pflegekräfte bis zur Karnevalsparty. Gisela Wegener arbeitet heute noch im erweiterten Führungskreis für den monatlichen Frauengottesdienst, den sie im Team mit Marianne Arenhövel, Elisabeth Siebert und Hildegard Busch vorbereitet. Daneben organisiert sie auch weiterhin Tagesfahrten für reisewillige kfd-Frauen, die gern auch ihre Männer mitbringen dürfen.

Einsatz im Besuchsdienst

Seit 2014 engagiert sich Gisela Wegener, als Nachfolgerin von Angelika Berster ehrenamtlich für den Besuchsdienst von ca. 30 Ehrenamtlichen im Caritas-Seniorencentrum St. Elisabeth. Jeder Bewohner, der es wünscht, bekommt einmal pro Woche zwei bis drei Stunden Besuch, wobei es feste Bezugspersonen gibt. „Eine ehrenamtliche Aufgabe, die bereichert, nicht nur die Besuchten, sondern auch uns Besucher“, betont Gisela Wegener und wünscht sich weitere Unterstützer. „Gern auch jüngere, Männer oder Frauen, jeder, der sich einbringen möchte, ist willkommen.“

Mitglied im Kirchenvorstand

War da nicht noch etwas? „Ach ja, seit 2012 bin im Kirchenvorstand der Gemeinde Mariä Himmelfahrt und seit 2018 Schriftführerin, aber das sind nur ein paar Stunden pro Woche.“ Zählt man jedoch die Stunden für die kfd, den Besuchsdienst und die Schriftführerinnentätigkeit zusammen, kommt mindestens eine Halbtagsbeschäftigung dabei heraus. „Nein, so darf man das nicht sehen, ich habe ja immer noch Zeit für meine Hobbys: Kinder, Enkel, Wandern und Fahrradfahren (zweimal die Woche um die 40 km)“, sagt Gisela Wegener und lacht. Und der Ehemann? „Mein Mann steht hinter mir, und das weiß ich sehr zu schätzen. Sein Kommentar zu meinen Aktivitäten lautet immer gleich: ,Sag‘ mir doch, wann du heute zuhause bist, nicht, wann du weg bist.’“

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