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Ärger um Pesa-Züge: Ab Spätherbst soll es besser werden

Einer der neuen Pesa-Züge, hier auf der Strecke bei Meschede-Bockum.

Einer der neuen Pesa-Züge, hier auf der Strecke bei Meschede-Bockum.

Foto: Stefan Pieper

Nach zahlreichen Beschwerden über die neuen Pesa-Züge hat die Deutsche Bahn Besserung gelobt. Und die DB räumt ein, Kunden verloren zu haben.

Meschede. Ab November sollen alle neuen Pesa-Züge im Sauerlandnetz endlich in einem ordnungsgemäßen Zustand sein. Das teilte Dr. Ingo Heinrich, Leiter des Bereichs Vergabemanagement und Vertragsmanagement bei der DB Regio, mit. Er sprach im Ausschuss für Wirtschaft, Struktur und Tourismus des Hochsauerlandkreises in Meschede. Diese Regelung habe die Bahn mit dem polnischen Hersteller Pesa vereinbart. Er bestätigte: „Die bestellten Züge sind nicht vertragskonform geliefert worden.“ Deshalb müsse der Hersteller jetzt nachbessern. Die Zugausfälle durch Pesa waren von den Fraktionen der FDP und der Sauerländer Bürgerliste auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Nachbesserungen zugesichert

Die Nachbesserungen betreffen die Kupplungen, die teilweise nicht funktionierten und zu Zugausfällen geführt haben. Außerdem werde beim Lärmschutz nachgebessert: Auf den Pesa-Zügen seien viele Teile verbaut, sie würden jetzt anders verbaut - dadurch sollen die Züge leiser werden. Wie berichtet, hatten zuletzt Anwohner am Mescheder Bahnhof über Lärmprobleme mit einfahrenden Zügen geklagt. Heinrich bestätigte den Kreispolitikern, dass die Bahn durch die Zugausfälle auch Kunden verloren habe. Die Sauerländer Bürgerliste kritisierte unzureichende Informationen der Fahrgäste über Verspätungen oder Ausfälle.

Zug schaffte es nur über die Grenze

Derzeit läuft der „Delta-B-Plan“, wie ihn die Bahn nennt: Pro Woche rollen zwei Züge zunächst in die Fahrzeugwerkstatt der Bahn in Dortmund, von dort aus dann zurück zum Hersteller nach Polen. Bekannt wurde auch in der Sitzung: Bereits bei der ersten Auslieferung im Frühjahr ist einer der neuen Züge schon kurz hinter der polnischen Grenze in Frankfurt/Oder liegen geblieben.

Heinrich sprach von einem „katastrophalen Start“ der neuen Züge. Auch die Mescheder Kreisverwaltung schreibt nüchtern: „Die Erwartung eines Qualitätssprungs mit Einsatz der Pesa-Züge seit März 2019 konnte nicht erfüllt werden.“

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