Abfallsammeltag

1700 Moerser und Neukirchen-Vluyner helfen bei Frühjahrsputz

Foto: Oleksandr Voskresenskyi

Moers/Neukirchen-Vluyn.   Beim Abfallsammeltag räumten Freiwillige den wilden Müll in ihren Vierteln weg. Außerdem fiel der Startschuss für eine neue stadtweite Aktion.

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Wer hat sich nicht schon, etwa bei einem Waldspaziergang, über wild entsorgten Müll geärgert? Alte Teppiche, ausgediente Fernseher oder kaputte Kinderwagen, einfach irgendwohin geworfen: „Eigentlich unverständlich, wo man das Sperrgut doch kostenlos auf unserem Kreislaufwirtschaftshof abgeben kann“, wunderte sich Enni-Vorstand Lutz Hormes.

Zusammen mit Vertretern der Moerser Ratsfraktionen war er am Samstagvormittag gerade von einer Abfallsammeltour rund um das Rathaus zurück. Prominenter Start des Abfallsammeltags, der am Samstag bereits zum zwölften Mal stattfand. Bei frühlingshaftem Wetter waren rund 1700 freiwillige Helfer in Moers und Neukirchen-Vluyn unterwegs, um Stadt und Landschaft etwas sauberer zu machen. Wieder waren neben vielen Einzelpersonen auch Kindergärten, Schulklassen und Vereine mit dabei: „Im Kindergarten lernen es schon die ganz Kleinen: Abfall gehört in den Mülleimer und nicht auf den Boden“, sagt Enni-Abfallexpertin Claudia Jaeckel. „Warum manche Menschen das trotzdem nicht verstehen oder verstehen wollen, bleibt wohl ihr Geheimnis.“

Besonderes Ärgernis: Kippen und Kaugummis

Ein besonderes Ärgernis seien neben Plastiktüten vor allem Zigarettenkippen und Kaugummis, die immer noch „zu Tausenden auf der Straße landen“. Offenbar gebe es hier beim achtlosen Wegwerfen weniger Hemmungen, „weil Zigarettenkippen und Kaugummis ja so klein sind“. Doch gerade das sei ein Problem, besonders im Kopfsteinpflaster der Innenstadt. Und auch aus Sicht der Umwelt eine erhebliche Gefahr: „Sie verrotten erst nach fünf bis zehn Jahren und geben dabei schädliche Chemikalien in den Boden ab“, mahnt Jaeckel.

Deshalb haben Enni und Stadtverwaltung ihnen nun den Kampf angesagt und am Wochenende eine neue Kampagne gestartet: Mit einer künstlerisch bemalten Raucherbank und einem als „Votingtool“ gestalteten Aschenbecher wollen sie die Raucher für die richtige Entsorgung ihrer Kippen motivieren.

„Dieser Aschenbecher ist nicht zu übersehen“

Das „Aktionsmodul“, das nun einige Wochen vor dem Moerser Rathaus steht, wird danach ein Jahr lang durch ganz Moers ziehen: „Dieser Aschenbecher ist nicht zu übersehen und wird seine Wirkung hoffentlich nicht verfehlen“, setzen Stadt und Enni auf die Aktion, die schon bei der Moerser Kirmes für Aufsehen sorgte. „Zigaretten sind tatsächlich ein Riesenproblem“, bestätigt Stadtteilmanager Jens Franken, der mit zwölf Helfern in Meerbeck Abfälle eingesammelt hat.

Wieviel Müll am Samstag insgesamt zusammenkam, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. „Aber das ist eigentlich auch gar nicht so wichtig. Uns kommt es vielmehr darauf an, die Bürgerinnen und Bürger für das Thema zu sensibilisieren“, erklärte Hormes. „Unser Ziel ist es, den Abfallsammeltag irgendwann ganz überflüssig zu machen, weil sich alle Menschen einfach an die Regeln halten.“

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