Gesellschaft

Älter werdende Menschen in Moers sollen Netzwerke schaffen

Sie wollen ein Angebot für älter werdende Menschen auf die Beine stellen (von links): Sabine Broden, Karin Machens (beide Caritas) und Wolfgang Angerhausen (Interkulturelles Nachbarschaftsnetzwerk 55plus Meerbeck).

Sie wollen ein Angebot für älter werdende Menschen auf die Beine stellen (von links): Sabine Broden, Karin Machens (beide Caritas) und Wolfgang Angerhausen (Interkulturelles Nachbarschaftsnetzwerk 55plus Meerbeck).

Foto: Volker Herold / FUNKE Foto Services

Moers.  In Moers sind älter werdende Menschen eingeladen, Netzwerke zu bilden. Dabei geht es auch darum, drohender Vereinsamung im Alter vorzubeugen.

Wenn Menschen älter werden, ändern sich häufig ihre Lebensumstände – weil die Kinder aus dem Haus sind, weil man von der Arbeit in die Rente gewechselt hat, weil der Partner oder die Partnerin verstorben ist. Während der eine gut damit klar kommt, rutscht mancher andere in dieser Situation in die Einsamkeit, vielleicht sogar in eine Sucht. Eine Reihe von Initiatoren will diesem Prozess vorbeugen. Aus einer Auftaktveranstaltung sollen sich regelmäßige Gruppenangebote entwickeln.

„Älter werden – Krise oder Chance?“ lautet der Titel der Veranstaltung im Evangelischen Gemeindehaus Meerbeck am Donnerstag, 20. Februar. Gastgeber sind das Nachbarschaftsnetzwerk 55plus Meerbeck, das Begegnungszentrum der Evangelischen Kirchengemeinde Scherpenberg, die Caritas und die städtische Leitstelle Älterwerden. „Manche sitzen von mittags bis abends allein vor dem Fernsehgerät, trinken vielleicht noch ein paar Bierchen dazu“, sagt Wolfgang Angerhausen vom Netzwerk 55plus. Dabei könne man eine Menge machen, am besten mit Gleichgesinnten. Dies ist auch der Ansatz von Karin Machens und Sabine Broden von der Caritas. Man wolle mit älter werdenden Menschen Angebote erarbeiten, die der Vereinsamung entgegenwirken, die ihrerseits häufig mit Alkohol- und Medikamentensucht verbunden sei.

Gruppen sollen sich nach Möglichkeit alle zwei Wochen treffen

Genau an dieser Stelle könne man zeigen, dass Alter eher Chance als Krise sei, versichert Wolfgang Angerhausen. Bei der zweieinhalbstündigen Auftaktveranstaltung wird es keinen „Frontalunterricht“ geben, so Angerhausen, es soll locker zugehen und mit Rollenspielen beginnen, in denen sich mancher vielleicht wiedererkennt.

Danach werden Gruppen gebildet, die sich nach Möglichkeit im Zwei-Wochen-Rhythmus treffen sollen. Themen sind beispielsweise Einsamkeit, „Kinder aus dem Haus...“, Vom Berufsleben in den Ruhestand, Gesundheit/Bewegung/Ernährung, „Genuss – aber alles in Maßen“, „Der richtige Umgang mit Alkohol & Co.“, Netzwerke knüpfen, „Großeltern werden ist nicht schwer“, Ehrenamt – aber bitte mit Spaß, Verlusterfahrung und Trauerbewältigung. Andere Themen seien selbstverständlich möglich, so Sabine Broden: „Wenn sich Leute fürs Ballonfahren interessieren, können sie eine Ballonfahrergruppe bilden.“ Wichtig seien immer Eigeninitiative und der Mut, aktiv zu werden.

In regelmäßigen Abständen werden zu allen Themen fachliche Vorträge mit anschließendem Austausch und persönlicher Hilfestellung geplant. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer könnten Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen und sich dabei von Fachkräften begleiten und beraten lassen.

Die Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 20. Februar, im Gemeindehaus an der Bismarckstraße 35b in Meerbeck beginnt um 15 Uhr. Anmeldungen sind nicht nötig. Wer sich vorab informieren möchte, kann Sabine Broden unter der Telefonnummer anrufen.

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