Coronavirus

Ärzte aus Moers zum Coronavirus: Keine Angst vor Karneval

Zum Nelkensamstagszug in Moers, hier ein Archivbild von 2019, kommen Jahr für Jahr Zehntausende.

Zum Nelkensamstagszug in Moers, hier ein Archivbild von 2019, kommen Jahr für Jahr Zehntausende.

Foto: Oleksandr Voskresenskyi / FUNKE Foto Services

Moers.  Weiberfastnacht, Karnevalszüge und volle Kneipen: Die tollen Tage beginnen in Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn – ein grenzenloser Spaß?

In den nächsten zehn Tagen erreicht das närrische Treiben seinen Höhepunkt. Am Donnerstag stürmen die Möhnen in Moers, Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn die Rathäuser, am Nelkensamstag und Rosenmontag folgen in allen drei Gemeinden die Umzüge mit Zehntausenden Besucherinnen und Besuchern. Grenzenloser Spaß, auch in Zeiten des Coronavirus? https://www.nrz.de/staedte/moers-und-umland/in-moerser-apotheken-sind-atemschutzmasken-fast-ausverkauft-id228299285.html

Am Donnerstag haben sich die Gesundheitsminister der Europäischen Union in Brüssel getroffen, um das Vorgehen gegen den Coronavirus abzustimmen. Gleichzeitig warnte das renommierte Robert-Koch-Institut vor einer möglichen weltweiten Epidemie. In China sterben jeden Tag Infizierte und in München ist gerade der erste Patient wieder entlassen worden – gesund.

Die Fachleute in Moers raten zur Gelassenheit

Wie also sollen Närrinnen und Narren in den tollen Tagen mit dem Coronavirus umgehen. Gibt es Anlass zur Sorge?

Zwei Fachmänner aus den beiden Moerser Krankenhäusern raten in dieser Frage zur Gelassenheit.

„Die Situation ist so wie in jedem Jahr vor Karneval“, sagt Chefarzt Dr. Christoph Vogt, Leiter des Darmzentrums im St. Josef Krankenhaus und Infektologe. Nach seiner Meinung sollten Karnevalistinnen und Karnevalisten eher darauf achten, sich nicht mit dem Grippevirus anzustecken: „An der Virusgrippe sterben jedes Jahr 20.000 Menschen in Deutschland.“

Die allgemeine Ansteckungsgefahr beim Karnevalszug schätzt Vogt so ein: „Wenn es draußen nass und kalt ist, bekommt man leichter einen Schnupfen als bei warmem Wetter.“ Ob im Zug oder in der Kneipe: Eine gute Hände-Desinfektion sei wichtig, und man müsse sich nicht unbedingt anhusten lassen. Ebenso könne man beim Bützchen durchaus vorsichtig sein.

Viel wichtiger sei die Grippeschutzimpfung

Zurück zum Coronavirus: Laut Dr. Vogt ist Deutschland gut vorbereitet. Solche Viren seien vor allem für vorbelastete Menschen oder für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem nicht ungefährlich.

Dr. Kato Kambartel vom Bethanien sieht sogar derzeit „überhaupt keine Gefahr für Europa“. Während man die Situation in China schlecht einschätzen könne, kämen hier kaum Neuerkrankungen dazu.

Generell würden Erkrankungen durch Coronaviren kommen und gehen, teilt der Oberarzt der Lungenklinik auf NRZ-Anfrage mit. Auch für ihn spielt die Grippe eine zentrale Rolle beim Karneval: „In dieser Zeit gibt es jedes Jahr einen rasanten Anstieg bei der Grippe.“ Deshalb empfiehlt Kambartel, sich rechtzeitig vor dem Saisonhöhepunkt gegen Grippe impfen zu lassen.

Horst Kitzhofer, Präsident des Kulturausschusses Grafschafter Karneval, freut sich jedenfalls schon auf den Nelkensamstagszug. Und das Bützchen im Karneval sei in dieser Jahreszeit ja auch eher ein Reiben an den Wangen – quasi ein Bützchen-Light.

>>>Noch mehr Einheiten unterwegs
Der Nelkensamstagszug
findet in diesem Jahr am 22. Februar statt. Start ist um 13.30 Uhr in Duisburg-Homberg. Von dort setzt sich der Zug Richtung Moers in Bewegung, und zwar über die Homberger Straße, Klever Straße, Wilhelm-Schroeder-Straße und die Unterwallstraße. Auf einigen Abschnitten gilt ein Glasverbot.

In diesem Jahr sind nach Angaben des Kulturausschusses Grafschafter Karneval (KGK) 73 Einheiten unterwegs, fünf mehr als noch vor einem Jahr. Dazu zählen 39 Fahrzeuge, sieben Musikzüge und 27 Fußgruppen. Zum Nelkensamstagszug werden Zehntausende Besucherinnen und Besucher erwartet.

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