Alle sind in Bewegung

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Am Niederrhein.  Das Ziel bei der Gründung vor elf Jahren sei ziemlich klar gewesen: die Führungspositionen der Frauen ausbauen. So beschreibt Geschäftsführerin Barbara Baratie die vordringlichste Aufgabe des „Unternehmerinnen Forum Niederrhein“. Den Spruch „Selbst ist der Mann“ – oder vielmehr die Frau – mag vielleicht für das andere Geschlecht, nicht aber für die Unternehmerinnen des Forums gelten. Im Netzwerk der Unternehmerinnen geht es um Umsatz und Gewinn, ein Kaffeekränzchen ist es nun wirklich nicht. Barbara Baraties Credo lautet: „Visitenkartentausch bringt kein Geschäft.“

Von althergebrachten Klischees muss man sich verabschieden, will man erfassen, was im Forum läuft. Die Unternehmerinnen zeigen keinerlei Berührungsängste, wenn es darum geht, Geschäftskontakte zu knüpfen: Wer bist Du? Was tust Du? Was können wir füreinander bedeuten? So beschreibt die Geschäftsführerin den Umgang miteinander. Das Netzwerk lebe von der Vermittlung von Wissen, und davon gibt es jede Menge.

Die Branchen, aus denen die Unternehmerinnen kommen, sind ein Spiegelbild der Wirtschaft: Maschinenbau, Logistik, Medizin, Marketing, Landschafts- und Gartenbau – alles dabei. Frauen führen am Niederrhein Unternehmen mit bis zu 160 Mitarbeitern, mit bis zu 165-jähriger Firmengeschichte. Mit dem „Irrland“ in Kevelaer-Twisteden ist auch die Freizeitindustrie prominent vertreten: Wer könnte dem Unternehmen mit einer Million Besuchern im Jahr den Erfolg absprechen? Vielfach bereiten die Chefinnen vom Niederrhein schon die nächste Generation auf die Übernahme des Familienunternehmens vor.

Im Forum findet man Hilfe

Wachstum und Wandel erlebe man im Forum hautnah mit, so Barbara Baratie: „Das ist schön. Man sieht, alle sind in Bewegung.“ Wer sich unversehens einem Problem gegenüber sieht, der findet im Netzwerk Hilfe: „Einer Unternehmerin war ein 200 000-Euro-Auftrag weggebrochen. Eine andere half ihr mit Infos zum Kurzarbeitergeld aus, gab ihr den Mut, weiterzumachen.“ Der weggebrochene Auftrag wurde kurz darauf durch andere Aufträge kompensiert, aber wichtig sei erst einmal das Gefühl gewesen, nicht allein zu sein. Netzwerken, das sei Wissen aus ersten Hand, beschreibt es die Geschäftsführerin des Forums.

Zwei Termine stehen noch an im laufenden Jahr: am 6. Oktober ein Jour Fixe auf dem Landhof „Alpakas am Schloss“ in Hamminkeln, und am 18. November der Vortrag „Re-Branding in einem familiengeführten Unternehmen“ auf den Demeter Obstplantagen Clostermann in Wesel.

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