Kultur in Moers

Am historischen Schloss in Moers gibt es immer neue Probleme

Am Schlossinnenhof in Moers wird gearbeitet.

Am Schlossinnenhof in Moers wird gearbeitet.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Moers.  Am Schloss in Moers soll eine Remise mit Behindertentoilette entstehen. Untersuchungen zeigen: Der Neubau kann teuer werden – und nicht nur das.

Die am Schloss geplante Remise im Schlossinnenhof könnte ein Wunschtraum bleiben. Nach ersten Erkenntnissen aus einem Baugrundgutachten fehlt die Tragfähigkeit für ein solches Gebäude – und es gibt noch mehr Probleme im Innenhof des Schlosses.

Nachdem das alte Bestandsgebäude abgerissen wurde, offenbarten sich immer mehr Schwierigkeiten. Eigentlich, so die lange verfolgten Planungen, sollte im Innenhof eine neue Remise gebaut werden, die eine Behindertentoilette und Lagerräume vorhalten sollte. Das Gutachten zeigt jedoch: so einfach ist das nicht. Der Boden, auf dem die Remise errichtet werden sollte, ist offenbar nicht tragfähig genug. Ändern könnten das Pfähle, die ins Erdreich getrieben werden. Dann würde zwar vielleicht eine ausreichende Tragfähigkeit erreicht, doch das Vorgehen hat auch einen Haken.

„Die Pfähle müssten teilweise durch den Wehrgang gebohrt werden“, teilte Marc Hosters, Betriebsleiter beim Zentralen Gebäudemanagement am Mittwoch im Kulturausschuss mit. Der Wehrgang selbst muss ohnehin saniert und zusätzlich gesichert werden. Während die Kosten für die Sanierung schon in den Kalkulationen für das gesamte Projekt aus dem Jahr 2014 enthalten sind, kämen die für die Sicherung jetzt noch hinzu.

Gutachten: Auch der Kindergarten muss gesichert werden

Und damit nicht genug: Laut Gutachten muss auch der angrenzende Kindergarten der katholischen Kirchengemeinde zusätzlich gesichert werden. „Es gibt hier aber kein akutes Problem“, so Hosters weiter. Unklar ist, wer die Kosten übernimmt, Gespräche zwischen Stadt und Kirche laufen in der Angelegenheit. Wie das alles weitergehen soll, ist noch unklar.

Ein Statikbüro soll jetzt die Kosten für Pfähle und Sicherungen ermitteln. Auch ohne diese Kosten wir die Neugestaltung des Schlossinnenhofes um 396.000 Euro teurer als 2014 kalkuliert. Verantwortlich dafür sind laut Information der Stadt Moers unter anderem um bis zu 15 Prozent gestiegene Baupreise, neue historische Befunde, Naturschutz und eine Anpassung der Schlossbeleuchtung an die Schlossplatzplanung.

Angesichts der neuen Probleme im Schlossinnenhof fragte Gudrun Tersteegen (Grüne) am Mittwoch im Ausschuss nach einem „Plan B“ für die Remise. „Die Anregung ist überlegenswert“, meint dazu die Leiterin des Grafschafter Museums im Schloss, Diana Finkele.

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