Klimaschutz

Am JSG in Neukirchen-Vluyn gibt es Klimaschutzpioniere

Schüler Colin Kreitz, Elena Tazl und Lehrer Andreas Forsthövel gehören zum 17-köpfigen Team.

Foto: Volker Herold

Schüler Colin Kreitz, Elena Tazl und Lehrer Andreas Forsthövel gehören zum 17-köpfigen Team.

Neukirchen-Vluyn.   Am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn ist das Protect-Our-Planet-Movement-Team in Aktion. Die Schüler haben viele Projekte und Ideen.

Am Julius-Stursberg-Gymnasium sitzen echte Umweltpioniere. Was mit dem Besuch eines Erdkunde-Leistungskurses bei der Expo „Future Energy“ 2017 in Kasachstan begonnen hatte und mit dem Austausch mit dem ehemaligen Vorsitzenden des Weltklimarates der Vereinten Nationen, Dr. Rajenda Pachauri, sowie dem Besuch von fünf Schülern beim ersten World Sustainable Development Forum in Mexico City seine Fortsetzung fand, ist in die nächste Phase gegangen. Das 17-köpfige Team des Protect-Our-Planet-Movement-Germany (P.O.P.) hat diverse Umweltprojekte durchgeführt.

Beispiel: Wasserverbrauch. Im Zuge der Umbauarbeiten hatte das JSG eine neue moderne Toiletteneinheit bekommen. „Uns ist aufgefallen, dass die Wasserhähne unterschiedlich lang laufen“, sagt Betül Mamudi aus dem P.O.P.-Team. Im Schnitt seien es 35 Sekunden gewesen. Die Schüler haben die Laufdauer der Wasserhähne und die Zeit des Händewaschens gemessen und protokolliert, wie oft die Wasserhähne pro Schultag betätigt werden und wie viel Wasser nach dem Händewaschen in den Abfluss fließt. Bemerkenswertes Ergebnis: 599,7 Liter Wasser seien pro Tag ungenutzt abgeflossen.

„Das von uns beobachtete Händewasch-Verhalten zeigte, dass eine Laufzeit von 12 Sekunden ausreichen wäre“, heißt es vom Team. Als logische Konsequenz haben sich die Schüler beim Schulträger dafür stark gemacht, die Justierung auf 15 Sekunden festzulegen.

36 580 Liter fließen ohne Nutzen ab

Und noch eine Berechnung legen die jungen Leute vor: Vom Moment der ersten Nennung der Sachlage bis zur Umstellung seien 36 580 Liter Wasser durch die Wasserhähne geflossen, „ohne einen Nutzen zu haben“, wie es heißt.

Darüber hinaus haben sich die P.O.P.-Schüler mit dem Pendelverhalten an ihrer Schule beschäftigt und mit Hilfe von Fragebögen erhoben, wie Lehrer und Schüler zur Schule kommen. Demnach nutzen etwa zwei Drittel der Schüler das Fahrrad, ein Achtel käme mit dem Auto. Bei den Lehrern kommen nach P.O.P.-Angaben 90 Prozent auf vier Rädern zum Unterricht.

Auch dazu legen Colin Kreitz, Betül Mamudi, Phil Marquardt & Co Berechnungen vor: „Insgesamt stößt die Schulgemeinschaft alleine durch den Schulweg 133 741 kg CO2 aus. Das entspricht dem Gewicht von ca. 24 erwachsenen Elefanten.“

Sie wollen Sensoren Feinstaubmessung basteln

Auch beim Thema Kopierpapier haben sich die Schüler eingesetzt, wie sie sagen. Derzeit stelle man am JSG auf Recyclingpapier um. Colin Kreitz: „Das ist kostengünstiger und besser für die Umwelt.“ Zahlen gefällig? Für den Jahresverbrauch bedeute dies eine Verringerung von „12 300 kg Holz, 177 120 L Wasser und 1968 kg CO2“, heißt es. Das entspreche etwa acht ausgewachsenen Fichten, fast 2214 Vollbädern in der Badewanne und dem Gewicht eines Porsche Cayenne.

Zuletzt hatte das JSG beim Nachhaltigkeitsprojekt BNE eine Förderung bekommen. Die möchte die Gruppe, wie Lehrer Andreas Forsthövel sagt, unter anderem dafür einsetzen, Feinstaubsensoren zu „basteln“, um morgens um halb acht die Feinstaubbelastung vor der Schule zu ermitteln. Alles weitere Wissenswerte zur Bewegung gibt es auf der neuen Internetseite: www.pop-movement.com.

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