Moerser Geschichten

Kolumne von Anandita Schinharl – die Folgen in der Übersicht

Anandita Schinharl erzählt „Geschichten einer Zugereisten“.

Anandita Schinharl erzählt „Geschichten einer Zugereisten“.

Foto: Ulla Michels / FUNKE Foto Services

Moers.  Anandita Schinharl ist der Liebe wegen nach Moers gezogen. Für die NRZ erzählt sie, wie und warum Moers für sie lebenswert geworden ist.

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Anandita Schinharl ist viel in der Welt herumgekommen. Viele Jahre pendelte die gebürtige Badenerin zwischen München und Indien, war in Freiburg und Berlin zuhause. „Eigentlich war ich nie länger als 20 Jahre an einem Ort“, sagt die 61-Jährige. Dass sie vor 16 Jahren ausgerechnet in Moers gelandet ist, ist der Liebe geschuldet – ihren Mann zog es damals beruflich von der Metropole Berlin in die Großstadt Moers. Großstadt Moers? Für eine Wahl-Berlinerin damals gefühlt eher nicht. Aber: „Wir sind mit Offenheit und Neugier hier empfangen worden“, sagt Schinharl rückblickend über ihre ersten Monate in der Grafenstadt. Was sie in den folgenden Jahren in Moers und mit Moersern erlebt hat, wird sie demnächst in „Geschichten einer Zugereisten“ den NRZ-Leserinnen und -Lesern erzählen.

Alle Folgen der Kolumne finden Sie hier:

Teil 1: Moerser Geschichten einer Zugereisten

Teil 2: Das Gute-Laune-Gefühl beim Einkaufen in Moers

Teil 3: Beim Spargel ist Anandita aus Moers heikel

Teil 4: Plötzlich ist der Nachbarjunge ein Mann

Teil 5: Die Gastronomie in Moers hat ihren ganz besonderen Charme

Teil 6: Joggen im Park und die Verbindung zum Moerser Bürgermeister

Teil 7: In Moers begegnet Anandita Schinharl einer echten Diva

Anandita Schinharl studierte Germanistik in Freiburg

„Die Niederrheiner sagen zwar über sich, sie seien eigensinnig. Aber das erlebe ich gar nicht so“, sagt Schinharl. Geboren und aufgewachsen in Baden-Baden studierte sie zunächst Germanistik und Anglistik in Freiburg, zog anschließend wieder in ihre Geburtsstadt, um dort eine Ausbildung in der Wirtschaft zu machen, „was ordentliches“, sagt Schinharl und lacht.

Wenig später zieht sie dann mit Mitte 20 in die bayerische Landeshauptstadt, um sich bei der Iwanson International School of Contemporary Dance in München zur Tänzerin ausbilden zu lassen. Auf ihren Reisen lernt sie Indien kennen und lieben, macht dort weitere Ausbildungen in Tanz- und Atemtherapie und lebt als Schülerin in einem Ashram, wo sie den Namen Gyan Anandita erhält. Der Name soll den Meditierenden an das Wesentliche in sich erinnern. „Wenn das nur mal öfter gelingen würde“, sagt sie – ihr Name bedeutet „glückselige Weisheit“.

Joggen im Schlosspark

In Moers arbeitete sie in den letzten Jahren unter anderem für das Schlosstheater, die VHS und das Moers Festival. Klar, dass manches davon auch in ihren Geschichten auftaucht. Genauso aber schaut Schinharl mit viel Herz auf die Menschen um sie herum. Rückt Alltägliches mit Tiefgang in den Blickpunkt, gerne mit schrägem Humor. Zeigt auf, was Menschen, die nicht am Niederrhein zuhause sind, an den Moersern auf den ersten Blick komisch, und dann liebenswert erscheinen kann. Und – so viel sei hier schon mal verraten: Spargel aus Walbeck vom Markt in Moers ist auch für Weitgereiste eine Offenbarung. Dass Joggen im Schlosspark für Moerser ein social event ist, wirkt hingegen nicht gerade großstädtisch, hat aber einen ganz eigenen Charme. Und wer wissen möchte, warum der Wochenmarkt gefährlich für Hypochonder ist, oder wann Moers doch wieder zum Dorf wird, sollte keine der Geschichten einer Zugereisten verpassen … „All die Sachen sind mir wirklich so oder ganz ähnlich passiert“, sagt Anandita Schinharl über ihre kleinen, aber feinen Alltagsepisoden.

Die Region ist spannend

Die Moerser hätten mit ihrer Stadt wirklich „ein Pfund“. „Man könnte sich eigentlich mehr darauf einbilden, mehr nach außen strahlen.“ Die Region sei „kulturell spannend, was Theater, Musik und Tanz angeht“ und brauche sich nicht zu verstecken. Ob Moers aber die erste Stadt sein wird, in der sie es schafft, mehr als 20 Jahre am Stück zu leben, kann sie noch nicht sagen: „Gerne von April bis Oktober – aber ab November irgendwo hin, wo es warm ist“, sagt Anandita Schinharl und lacht schon wieder.

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