Marode Straßen

Anlieger in Moers kritisieren Pläne für eine Allee-Sanierung

Zwischen Schulstraße und dem Grafschafter Radweg ist die Ehrenmalstraße eine kleine Allee. Doch die Straße ist marode und einige Bäume sind geschädigt

Zwischen Schulstraße und dem Grafschafter Radweg ist die Ehrenmalstraße eine kleine Allee. Doch die Straße ist marode und einige Bäume sind geschädigt

Foto: Markus Weißenfels / FUNKE Foto Services

Moers.  In Moers-Kapellen wird die Ehrenmalstraße saniert. Über die erforderlichen Arbeiten haben Anwohner und Stadt unterschiedliche Auffassungen.

Im Moerser Stadtteil Kapellen soll die marode Ehrenmalstraße saniert werden. Wie das passieren soll, darüber gibt es zwischen Stadt und Anwohnern unterschiedliche Auffassungen – und natürlich geht es auch ums liebe Geld.

Zwischen Schulstraße und dem Grafschafter Radweg ist die Ehrenmalstraße eine kleine Allee. 28 Bäume säumen die Straßenränder, doch den Bäumen und der Straße geht es schlecht. „Der ermittelte Straßenzustand zeigt, dass die Ehrenmalstraße grundhafte Schädigungen aufweist. Dies und der Umstand, dass der Kanal erneuert werden muss, führt zwingend zu einem vollständig grundhaften Ausbau der Straße“, teilt die Stadt mit.

Die Untere Naturschutzbehörde hat zugestimmt

Für die Bäume hat sie ein Gutachten eingeholt, das Fazit: „Bei einer vollständigen Baumentnahme und anschließenden Neukonzeption für die Ersatzpflanzung können für die Bäume optimierte Standortbedingungen geschaffen werden und die Baumartenwahl kann entsprechend den bestehenden Rahmenbedingungen so angepasst werden, dass möglichst gute Voraussetzungen für eine langfristige Entwicklung der Allee entstehen.“ Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises hat der Maßnahme bereits zugestimmt.

Die Stadt möchte bei der Sanierung die Straße deutlich verändern, hauptsächlich geht es um zwei Meter breite Parkstreifen und einen bis zu 2,30 Meter breiten Gehweg auf nur noch einer Seite der Straße. Dafür soll der jetzt vorhandene zweite Gehweg auf der anderen Seite der Straße entfallen und durch einen Grünstreifen ersetzt werden. Die Zahl der Bäume soll von 28 auf 18 reduziert werden. Geplant ist die Maßnahme für das Jahr 2024. Die Planungen hat Stadtbaudezernent Thorsten Kamp Anfang Mai den Anliegern vorgestellt – und ist nur teilweise auf Verständnis gestoßen.

Unverständnis über den einseitigen Gehweg

Karin Winkelmann, die nach eigenen Angaben für viele Anlieger dieses Abschnitts der Ehrenmalstraße spricht: „Die gewählten Baumarten sind ungeeignet, und wir können nicht verstehen, dass es nur noch auf einer Straßenseite einen Gehweg geben soll. Es gibt hier ältere Menschen, die dann über die Straße müssten, wenn sie ihn nutzen wollten.“ Winkelmann meint: „Die ohnehin schmale Straße wird vollkommen unübersichtlich. All dies wird den Anliegern als Wertverbesserung verkauft. Wir haben den Eindruck, dass dieser Straßenabschnitt auf Biegen und Brechen neugestaltet werden soll, damit der Löwenanteil der Sanierungskosten auf die Anlieger abgewälzt werden kann.“

Eine erste Planung im Jahr 2017 hatten die Anlieger ebenfalls abgelehnt. Damals sollte der Abschnitt in eine verkehrsberuhigte Zone umgewandelt werden. Winkelmann: „Das war nicht nur nicht im Sinne der betroffenen Anlieger, es hätte auch dem anliegenden Bauern eine Hofzufahrt mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen unmöglich gemacht.“

>>> Thema im Ausschuss am Mittwoch

Die Sanierung der Allee an der Ehrenmalstraße ist Thema im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung, Planen und Umwelt am Mittwoch, 19. Juni, 16 Uhr im Ratsaal.

Stadtbaudezernent Thorsten Kamp: „Unsere Planungen laufen darauf hinaus, die Ehrenmalstraße für die kommenden 20 bis 30 Jahre herzurichten. Dafür müssen wir entsprechende Maßnahmen ergreifen und unterschiedliche Ansprüche miteinander in Einklang bringen, aber sicherlich nicht, um Baukosten künstlich in die Höhe zu treiben und die Bürger unnötig zur Kasse zu bitten.“

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