Kultur

Anne Schary zeigt in Kamp-Lintfort ihre Kunst der Stille

Die Künstlerin Anne Schary neben einem ihrer Bilder, die durch Religion und Natur inspiriert sind

Foto: Volker Herold

Die Künstlerin Anne Schary neben einem ihrer Bilder, die durch Religion und Natur inspiriert sind Foto: Volker Herold

Kamp-Lintfort.  Die Werke der Künstlerin im Gewölbekeller des Kloster Kamp beweisen, wie lebendig und gleichzeitig beruhigend Farben und Formen wirken können.

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Ein Baumrascheln, Schönheit abseits des Lärms und ein ruhiger Blick: Orte, an denen man Ruhe findet und von Zeitdruck und Stress abschalten kann, sind zu einer Seltenheit geworden. Das Kloster Kamp war jeher ein Platz, an dem Menschen im Einklang mit sich selbst lebten und die Stille suchten.

Ein perfekter Ort also, um eine Szenerie des Einkehrens zu erschaffen. Die aktuelle Ausstellung „Sieh die Stille“ der Künstlerin Anne Schary im Gewölbekeller des Kloster Kamp zeigt, wie lebendig und gleichzeitig beruhigend Farben und Formen auf das Gemüt wirken können.

In jedem Gemälde etwas zu entdecken

Wer durch den die Ausstellung schreitet und sich Zeit nimmt, stellt fest: Hier gibt es in jedem Gemälde etwas zu entdecken. „Es geht ums Sehen und Fühlen“, erklärt Schary und blickt in den mit LED-Lampen angenehm beleuchteten Gewölbekeller. Hier hängen ihre teils großformatigen sowie die kleinen, farbigen Gemälde an den weißen Wänden unter den pittoresken Decken.

Die Idee für die Ausstellung kam der gelernten Goldschmiedin gemeinsam mit dem Leiter des Geistlichen und Kulturellen Zentrums Kloster Kamp, Dr. Peter Hahnen: „Wir hatten den Gedanken, einen Ort der stillen Schönheit zu erschaffen.“ Beim Interpretieren von Bibelstellen, die als Inspirationsquell dienten, wurde die zunächst abstrakte Idee konkreter.

Die Natur als Inspiration

Schary arbeitet vielfältig: Auf Leinwänden und Multiplex-Holz erschafft sie mit Spachtel, Pinsel und Graviernadel eine sehenswerte Welt. Dick aufgetragene und anschließend geschmirgelte Farbe, Acryl, Tusche und Wachs lassen die abstrakten Natur- und Portrait-Darstellungen lebendig werden: Pusteblumen, die dem Betrachter just im nächsten Augenblick wegen ihrer runden Form als Vollmonde erscheinen oder das Bild „Tintenblau“, in dem man aus Baumverästelungen hervorschauende Gesichter erkennen kann, machen die Ausstellung zum Kunstgenuss, der von 52 x 52 Zentimeter kleinen bis zu 132 x 135 Zentimeter großen Bildern reicht.

Sich auf die Kunst einlassen

Ein Highlight ist die kleine „Kapelle“: Die Künstlerin hat eine Ecke mit Architektenpapier abgetrennt, ein hellgelbes Bild mit dem Titel „Licht“ und Hocker zum Hinsetzen aufgestellt. „Der Betrachter wird eingeladen, sich auf die Kunst einzulassen“, sagt die Künstlerin, die ihrer Liebe zum malerischen Experimentieren in ihren Werken Ausdruck verleiht.

So auch in der abstrakten Portraitreihe „Synode“, in der sie acht Köpfe nebeneinander darstellt. „Blicke und Mimik kommunizieren oft still, ohne Worte und trotzdem ausdrucksstark.“

Dr. Peter Hahnen beschreibt Scharys Kunst als Ausdruck „der Liebe zum Lebendigen“, in der man bei Betrachtung ein Rascheln in den farbig gemalten Bäumen wahrnimmt und in verworrenen Zeiten Ruhe findet.

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