Moers. Zusammen mit anderen versorgt Maike Manderfeld aus Moers amputierte Menschen mit Prothesen. Damit die Hilfe weitergeht, werden Spenden benötigt.

Für die Menschen in Uganda ist es eine Art Wunder, wenn sie ihren linken oder rechten Arm wiederbekommen und vieles wieder tun können, was sie als Amputierte nicht konnten. Für die Moerserin Maike Manderfeld (22) ist es moderne Technik, die Notleidenden hilft. Mittels 3D-Drucker versorgen sie und ihre Mitstreiter in Afrika Menschen, die von der Gesellschaft ausgestoßen sind, mit einer Prothese. Die ist nicht einmal teuer.

Maike Manderfeld studiert Maschinenbau und Produktentwicklung an der RWTH Aachen und will später ihren Master in Medizintechnik machen. „Ich habe mich schon immer für Maschinen und Technik interessiert“, sagt sie. Und sie habe immer schon mit ihrem späteren Beruf Menschen helfen wollen. Als die Studentin auf einer Messe auf die 3D-Technik für Prothesen aufmerksam wurde, reifte der Plan. Jetzt, in diesem Mai, ging es zusammen mit Nikolas Recke und Kevin Cohrs nach Uganda.

Die Prothesen werden in Afrika gebraucht.
Die Prothesen werden in Afrika gebraucht. © Privat

Oft seien es Verbrennungen durch offene Herdstellen in den Hütten oder auch schlimme Verkehrsunfälle, die zur Amputation von Armen und Händen führten, berichtet die Studentin. „Leider ist es in Uganda oft einfacher oder billiger, bei Brüchen oder Verbrennungen zu amputieren.“ Aber auch Schlangenbisse, Diabetes und anderes könne zu Amputationen führen, so Manderfeld.

Das Elend der Betroffenen sei groß. Auch deshalb, weil Amputierte als Aussätzige, als Menschen mit einem Fluch angesehen würden. Uganda sei ein Land, in dem teils noch „Wunderheiler“ mit ihrer „Magie“ zurate gezogen würden.

Für soziale Projekte, bei denen sich Studierende für andere Menschen einsetzen, gibt es an der RWTH Aachen die Dachorganisation „Enactus“, unter der auch Maike Manderfelds Aktion „Enevra“ rangiert. „Enevra ist eine Kombination der Wörter enable every amputee entstanden. Es bedeutet so viel wie ertüchtige jeden Amputierten“, erläutert die Studentin.

Nach einer Probephase in Deutschland kamen die Kunststoff-Prothesen im Mai endlich auch zur Anwendung bei Patienten in Uganda. „Die Herstellung, vom Maßnehmen bis zum Anpassen der Prothese, dauert nur 24 Stunden“, berichtet die angehende Technikerin. Nachdem die Prothese angepasst und die künstliche Hand angeschraubt worden sei, würden die Patienten noch mit Übungen in der Anwendung geschult. Großer Vorteil: Das Hilfsmittel koste nur 40 Euro. In Uganda arbeite man mit einer orthopädischen Werkstatt zusammen, wobei das Ziel die spätere Selbstständigkeit der Akteure vor Ort sei.

Maike Manderfeld: „Die Menschen sind so dankbar“

Die Prothese sei leicht und alltagstauglich, sehe natürlich aus und sei in der Farbe anpassbar, weiß die Moerserin. Über einen Kontakt-Mann in Uganda erhalte man Rückmeldungen der Prothesenträger. „Die Menschen sind so dankbar. Jetzt können sie wieder kleinere Tätigkeiten in ihrem Alltag erledigen“, freut sich die Moerserin.

Und: „Die nächste Reise ist schon in Planung“, sind Maike Manderfeld und ihre beiden Mitstreiter durch den Erfolg ermutigt.

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Bisher
wurde „Enevra“ aus Preisgeldern finanziert, die das Projekt bei Wettbewerben unter anderem beim University Worldcup in Kopenhagen gewonnen hat. Nun benötigt man Spenden, um weitere Amputierte in Uganda zu versorgen.

Wer helfen will: Enactus Aachen e.V., IBAN DE 32 3906 0180 0825 7690 13, BIC: GENOD ED1AAC, Volksbank Aachen; wichtig: Verwendungszweck Spende Enevra. Später soll das Projekt an Partner vor Ort übergeben werden.