Attraktiv - aber teurer

Foto: Gisela Weißkopf /WAZFotoPool

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Moers. Ein Aktivbad mit einem Bereich für Kleinkinder, ein Freibad inklusive 25-Meterbecken, strandähnlichen Außenanlagen und einer Großrutsche sowie eine sanierte Eissporthalle – das soll, wie berichtet, das künftige Sportangebot am Solimare sein. Geht alles glatt, dann soll 2015 Baubeginn sein und 2016 die Eröffnung.

So attraktiv das neue Solimare sein mag – ohne Zuschüsse wird die Anlage nicht zu betreiben sein. Insgesamt steigt der jährliche Bedarf für den Betrieb der Sportanlagen Solimare, Sportpark Rheinkamp und Bettenkamper Meer damit auf 5,165 Millionen, zu zahlen aus den Gewinnen der Enni. Das sind 465 000 Euro mehr als das ursprünglich vorgesehene Limit von 4,7 Millionen Euro.

Nicht zuletzt wegen der Kosten fallen die Reaktionen der Politik unterschiedlich aus. Für die SPD steht die „Freude für den Sport in unserer Stadt“ im Vordergrund. Es ist toll, so Fraktionssprecher Atilla Cikoglu, in einer Pressemitteilung, mit dem starken Partner Enni trotz knapper Kassen „dieses breite Angebot den Moersern anbieten zu können“.

Kosten „im Rahmen“

Christopher Schmidtke, Fraktionsvorsitzender der Grünen, begrüßt besonders, dass der Eissport in Moers gesichert sei. Er sieht die Kosten trotz der Steigerung „im Rahmen“ und weist darauf hin, dass die Lehrschwimmbecken in Kapellen und an der Kirschenallee geschlossen werden und die Stadt an dieser Stelle erhebliche Ausgaben einsparen werde.

Ganz anders Ingo Brohl. Der Fraktionschef der CDU ist insbesondere misstrauisch gegenüber der Sanierung der Eissporthalle: „Die gleichen Leimbinder wie im früheren Sportzentrum Rheinkamp sollen in der Eishalle halten?“ Um 500 000 Euro mehr auszuschütten, müsse die Enni eine Million Euro mehr Gewinn machen, glaubt Brohl: „Zu welchen Preisen soll denn die Energie angeboten werden?“ SPD, FDP und Grüne hätten nicht begriffen, dass der Stärkungspakt die allerletzte Chance für die Finanzen der Stadt sei – man müsse Geld sparen und nicht ausgeben.

Ähnlich äußert sich die Fraktionsvorsitzende der Linken: „Nachdem 2008 und 2009 mal die sofortige Schließung drohte, mal Mittel aus dem Konjunkturpaket eingesetzt werden sollten, stand im September 2009 nach einem Gutachten auf Dauer das Aus für die Eishalle fest. Das Dach hatte angeblich nur eine Lebensdauer von drei bis sechs Jahren. Und nun kommt man also überraschend zu der Erkenntnis: Yes we can! Wir können doch renovieren und müssen nicht neu bauen“, schreibt Gabriele Kaenders.

So rieche die ganze Sache weniger nach neuen Bauerkenntnissen als nach einer Anpassung an die finanziellen Tatsachen: „Der Neubau wäre vermutlich bei der Haushaltslage der Stadt nicht bezahlbar, eine Eishalle hatte die Ampel der FDP und diese ihren Wählern aber versprochen“, so die Linken.

In der Tat sind die Liberalen besonders zufrieden damit, dass eine dauerhafte Lösung für die Eishalle am Solimare gefunden sei, erklärt Parteichef Dino Maas. Die Erneuerung der Eissporthalle sei zentrales Thema der FDP im Kommunalwahlkampf gewesen. „Die Bürger sehen jetzt, dass wir Wort halten und gleichzeitig auf eine kostengünstige aber attraktive Lösung Wert legen, die zu fast keinerlei Beeinträchtigungen der Eishallensaison führen wird“, erläutert Maas. „Gemeinsam mit den vielen Eissportfreunden, die zusammen mit uns für eine Zukunft der Eishalle gekämpft haben, werden wir am Puck bleiben, damit die Baumaßnahmen jetzt auch zügig von Enni umgesetzt werden“, gibt sich Dino Maas weiter kämpferisch.

Attraktiver für Bürger und Besucher

Spätestens 2016 erstrahlt das Soli im neuen Glanz und ist dann für die Freunde des Badens mit einem Frei- und einem Aktiv(-Hallen-)bad wieder nutzbar. Zusätzlich gewährleiste das Lehrschwimmbecken, dass die in die Jahre gekommenen Lehrschwimmbecken nahtlos abgelöst werden können. Insgesamt mache die Freizeit-, Sport- und Bäderlandschaft Moers für seine Bürger und für Besucher attraktiver.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben