Verkehr

Auch die Moerser Politik äußert viel Kritik an der Niag

Die Niag stand in Moers zuletzt immer wieder in der Kritik.

Die Niag stand in Moers zuletzt immer wieder in der Kritik.

Foto: Archivfoto: Achim von Allwörden

Moers.  Die Niag stellt sich nach der heftigen Kritik in Moers der Politik. Beide Seiten wollen gemeinsam auf die Suche nach Lösungsmöglichkeiten gehen.

Nach der teils heftigen Kritik in den letzten Monaten an der Niag stand Vorstandsmitglied Peter Giesen am Donnerstag im zuständigen Fachausschuss des Moerser Rates Rede und Antwort. Lösungsansätze für die unbestreitbaren Probleme gab es kaum zu hören. Allerdings wurde auch deutlich, dass es nicht nur an der „bösen“ Niag liegt.

Ausfälle und Verspätungen bei den Buslinien wurden seitens der Ausschussmitglieder kritisiert, Schulkinder, die von überfüllten Bussen stehen gelassen werden, zu wenig Platz für Rollstühle und Kinderwagen, zu kleine Schrift auf den Fahrplänen. Zudem seien die Tickets teuer geworden: 2,80 Euro für drei Haltestellen, liege die dritte in Duisburg, sei es noch teurer. „In Vennikel“, sagte Elena Hüsch (SPD), „fährt kein Erwachsener mehr Bus.“

„Wir brauchen über Klimawende erst gar nicht reden“

Auch die Forderung nach besserer Information der Fahrgäste an den Haltestellen wurde formuliert. Gudrun Tersteegen fasste zusammen: „Wir brauchen über die Klimawende erst gar nicht zu reden, wenn der Öffentliche Personen-Nahverkehr den Anforderungen nicht gerecht wird.“

Peter Giesen bestritt keineswegs Ausfälle und Verspätungen, verwies aber auf den Fachkräftemangel. Die Niag habe gerade zehn frisch ausgebildete Fahrer eingestellt, aber man könne weitere zehn gebrauchen: „Wenn Sie jemanden kennen, schicken Sie ihn zu uns“, erklärte Giesen. Im übrigen sei die Niag ein Dienstleister, der auf Anforderung Linien bediene, konkret auf Anforderung des Kreises. Mehr sei durchaus möglich – und eine Frage der Finanzierung. In Wesel etwa, erläuterte Giesen am Rande der Sitzung, gebe es jetzt eine so genannte „Markt-Linie“. Sie wird von der Stadt bezuschusst.

Politik und Niag zeigten sich einig, dass der gut einstündige Austausch der Anfang von weiteren Gesprächen sein muss. Dabei soll es um Lösungsansätze zur Verbesserung des ÖPNV in Moers gehen. Auch Fördertöpfe sollen gemeinsam gesucht werden, beispielsweise um die Information von Fahrgästen an Haltestellen zu verbessern.

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